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Cyber-Angriff auf Irans Atomanlagen Israel und USA sollen Stuxnet-Wurm entwickelt haben


Die "New York Times" nennt ihn die ausgefeilteste Cyber-Waffe, die jemals entwickelt wurde: Der Computer-Wurm Stuxnet sorgt seit Juni 2010 für Aufsehen, weil er vor allem iranische Industrieanlagen, darunter das Atomkraftwerk Buschehr, befallen hat. Seine Herkunft war ungeklärt - bis jetzt.

Der Computerwurm Stuxnet ist angeblich gemeinsam von Israel und den USA entwickelt worden, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren. An der Entwicklung des Wurms sei vermutlich unwissentlich auch der deutsche Siemens-Konzern beteiligt gewesen, dessen Systeme zur Steuerung von Industrieanlagen Stuxnet angreift, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Geheimdienst- und Militärexperten. Das Unternehmen hatte demnach mit einer Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums an einem Programm zum Schutz vor Cyberattacken zusammengearbeitet. Die dabei gefundenen Sicherheitslücken seien dann bei der Entwicklung des Wurms ausgenutzt worden.

Stuxnet wird gefürchtet, weil er in Siemens-Systeme zur Steuerung von Industrieanlagen eindringt. Ein Angreifer kann dadurch die Kontrolle über zentrale Systeme etwa von Kraftwerken, Pipelines oder Fabriken übernehmen und die Anlagen im schlimmsten Fall zerstören. Die "New York Times" nennt ihn die ausgefeilteste Cyber-Waffe, die jemals entwickelt wurde.

Der Computerwurm war erstmals im Juni aufgetaucht. Da die meisten "Infektionen" im Iran festgestellt wurden, gab es Spekulationen, Stuxnet sei zur Sabotage der Atomanlagen des Landes entwickelt worden.

Testlauf in der Negev-Wüste

Laut "New York Times" wurde die Wirksamkeit des Stuxnet-Wurms in dem streng abgeriegelten Dimona-Komplex in der Negev-Wüste getestet, wo sich eine israelische Atomanlage befinden soll. Wegen des Tests sei er "effektiv" gewesen, sagte ein US-Experte der Zeitung. Der israelische Minister für Strategische Angelegenheiten, Mosche Jaalon, hatte im vergangenen Monat gesagt, Teheran sei "wegen technologischer Herausforderungen und Schwierigkeiten" noch Jahre vom Bau von Atomwaffen entfernt.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich an einer Atombombe zu bauen. Teheran weist den Verdacht von sich. Israel unterstützt zwar die Bemühungen der USA, über Sanktionen die Entwicklung von Atomwaffen zu verhindern, schließt aber auch ein militärisches Eingreifen nicht aus. Die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland führen ab Freitag in Istanbul erneut Gespräche mit der Regierung in Teheran über das iranische Atomprogramm.

mad/AFP AFP

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