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Präsidentenwahl 2020: Wilde Revival Show zum Wahlkampfauftakt: Trump strahlt eine körperliche Aggressivität aus

"Keep America great". Das ist Donald Trumps Motto, Ziel und politische Agenda für eine mögliche zweite Amtszeit. Beim Wahlkampfauftakt strahlt er pure Aggressivität aus: "Die Demokraten wollen euch zerstören!"

Florida: Trump startet Wahlkampf für 2020: "Demokraten zerstören unser Land"

Donald Trump hat die Bühne kaum betreten, da teilt er seinen rund 20.000 Fans mit, wie happy er sei, dass die Halle hier in Orlando rappelvoll ist. Zwei, drei leere Sitze, sagt er, und die "Fake News Medien" hätten wieder gelogen, dass er nichts auf die Reihe kriege. Dabei habe es 120.000 Anfragen gegeben, behauptet Trump. Die leeren Plätze in den Oberrängen übersieht er geflissentlich. Da drüben, fährt er fort und zeigt mit dem ausgestreckten rechten Zeigefinger in die Mitte der Halle, wo die Journalisten stehen, da gebe es "eine ganze Menge Fake News Medien". Die Menge tobt zum ersten Mal. "CNN sucks", brüllte sie. "CNN ist Scheiße." Es sind noch keine drei Minuten vergangen.

Und sofort geht's in dem Ton weiter. Hillary Clinton ist dran. "Crooked Hillary", wie er sie nennt, "korrupte Hillary". "33.000 E-Mails hat sie gelöscht", echauffierte sich Trump. "Stellt euch vor, ich hätte das getan. Wenn ich auch nur eine Mail gelöscht hätte, und sei es nur eine Liebesnachricht an Melanie, dann hätte es geheißen: Den elektrischen Stuhl für Trump." Wieder johlt die Menge. "Sperrt sie ein! Sperrt sie ein!" Gemeint ist Hillary Clinton. Die ganze Halle ein einziges gieriges Verlangen nach Bestrafung.

Donald Trump macht einfach weiter wie 2016

Nein, das ist keine Zeitreise ins Wahlkampfjahr 2016, mit den Lieblingsfeinden Hillary Clinton und dem Fernsehsender CNN, als Stellvertreter für alle Medien, die Trump nicht zu Füßen liegen. Das hier ist Donald Trumps offizieller Wahlkampfauftakt für 2020, das Jahr der nächsten Präsidentschaftswahl. Man sieht es an den T-Shirts und den Baseballkappen, die seine Unterstützer tragen: "Trump 2020" steht auf ihnen und "Four More Years" - "vier weitere Jahre". Zeit muss also vergangen sein. Da Trump an Politik im engeren Sinne aber kein Interesse hat, sondern nur an seiner eigenen Wiederwahl, da seine Bilanz ohnehin dünn ist, macht er einfach alles so wie er es vor vier Jahren gemacht hat, als er überraschend die Wahl gewann: Trump, der Außenseiter, der aufräumt mit den korrupten Eliten im Land, der dem amerikanischen Volk die Macht zurückgibt, die diesem legitim zusteht.

"Die Insider in Washington wollen unsere Bewegung stoppen", behauptet Trump. "Trocknet den Sumpf aus!", skandiert die Masse, als säße ihr Liebling, ihr Präsident nicht längst im Weißen Haus in diesem angeblichen Washingtoner Sumpf. Bisschen blöd nur, dass Hillary Clinton nicht nochmal antritt. Könnte alles so schön sein. So schön einfach.

Die neuen Feinde: Demokraten, Sonderermittler

Aber Trump hat an anderen, neuen Feinden ebenfalls keinen wirklichen Mangel. Die Demokraten? "Die wollen euch zerstören. Die wollen unser Land zerstören, wie wir es kennen." Die Sonderermittler des Justizministeriums, die die Russlandaffäre untersucht haben? "500 Zeugen, 40 FBI-Agenten, 2800 Zwangsvorladungen, 40 Millionen Dollar - und was haben sie rausgefunden? Nichts! Das ist eine Hexenjagd. Meine Präsidentschaft ist unter Beschuss. Das geht gegen euch." Trump sieht überall "Feinde", einen "wütenden linken Mob", der ihn hinwegputschen und in Gestalt des "verrückten Bernie Sanders" mit dessen allgemeiner Krankenversicherung den "Sozialismus" einführen wolle. "Amerika wird niemals ein sozialistisches Land sein", stellt Trump sicherheitshalber klar.

Der Enthusiasmus der Republikaner sei auf einem Allzeithoch, hatte der Präsident vor der Veranstaltung auf Twitter seine Fans wissen lassen und seinen Auftritt mit dem eines Rockstars verglichen: "Die Leute haben so etwas noch nie gesehen (außer du spielst Gitarre)." Es werde "wild" werden.

Ein Auftritt ohne jede Hemmung

Wild ist es geworden. Trumps Auftritt ist ohne jede Hemmung, er strahlt eine geradezu körperliche Aggressivität aus, die sich auf seine Fans überträgt. Die Masse gibt sich ihm und seiner improvisierten Wut bereitwillig hin. Es ist eine Art Spiel, bei dem es jedoch keine Garantie gibt, dass es nicht auch aus dem Ruder läuft. Diese aufgepeitschte Emotion ist das Einzige, was Trumps Wiederwahl garantieren kann, deswegen setzt er ganz auf sie. Er hat sie auch nötig.

Schon der Ort der offiziellen Ankündigung seiner abermaligen Präsidentschaftskandidatur, Orlando in Florida, ist alles andere als zufällig gewählt. Florida ist einer der Bundesstaaten, die Trump unbedingt wieder holen muss, will er erneut gewinnen. Sein Vorsprung in diesem bevölkerungsreichen sogenannten Swing-State, in dem es zwischen Demokraten und Republikanern ständig hin und her geht, ist nur noch hauchdünn. Auch in anderen wichtigen Bundesstaaten, die Trump 2016 die Wahl garantiert haben - Ohio, Michigan und Arizona etwa - verliert er an Zustimmung. In Umfragen, die Trumps Kampagne selbst in Auftrag gegeben hat, lieg er in mehreren Staaten gegenüber Joe Biden, einem der möglichen demokratischen Herausforderer, zurück. Als Trump davon erfuhr, wies er seine Leute an, das öffentlich abzustreiten. Ein paar Tage später sagte er in einem Interview: "In allen meinen Umfragen liege ich vorn."

Trump sagt nicht, was er vorhat, weil er nichts vorhat

Da Trump selbstverständlich nicht sagen kann, was er vorhat in den vier Jahren nach seiner möglichen Wiederwahl, da er politisch ja nichts vorhat, außer sich selbst zu feiern, verfällt er auf den naheliegenden Gedanken, seinen Wählern Angst einzujagen: Angst davor, dass "die anderen", die Demokraten, ihnen wieder wegnehmen wollen, was sie unter ihrem Anführer, ihrem Präsidenten, erreicht haben. Trump zählt das in Orlando gewohnt größenwahnsinnig auf: stärkste Wirtschaft der Welt, niedrigste Arbeitslosigkeit seit 51 Jahren, die größten Steuersenkungen der amerikanischen Geschichte, größte Handelsmacht mit den tollsten Handelsverträgen (Chinas Präsident Xi, so Trump, sei "fantastisch", ein "großer Führer"), bestes Amerika ever. Natürlich nur, weil der Präsident an der Grenze zu Mexiko  dabei ist, die Mauer zu bauen, sonst sähe alles selbstverständlich ganz düster aus. "Built that wall!", brüllt die Menge.

Einen hat Trump noch. Die Nummer mit dem Wahlslogan. "Make America great again" sei natürlich das "beste Motiv der Geschichte" gewesen, sagt er. Jetzt wolle er es mit dem Zusatz "Keep America great" versehen, damit Amerika auch wirklich groß bleibt. Trump will von den Fans wissen, welchen Slogan sie im Wahlkampf bevorzugen würden. Er ist jetzt ganz in der Rolle des Showmasters, er muss sich nicht verstellen. "Lasst mich hören", ruft er. Die Leute sollen per Klatschen abstimmen. "Keep America great" gewinnt.

"You can't always get what you want"

Nach 76 Minuten ist die choreografierte wilde Trump-Show vorbei. Auf seiner rechten Seite erhebt sich seine Familie, sie war geschlossen angereist, Melanie im gelben Hosenanzug, Ivanka, Don Junior, Eric, Tiffany - alle klatschen. Sie haben alle etwas zu verlieren, sollte der Patriarch nicht wiedergewählt werden.

Zum Auszug der Trumps aus der Halle spielt die Regie einen Song der Rolling Stones: "You can‘t always get what you want". Du kannst nicht immer kriegen, was du willst.

Mehr über den Wahlkampfstart in den USA und die Kandidaten der Demokraten, die gegen Donald Trump antreten wollen, lesen Sie im neuen stern:

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(