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Trumps Ukraine-Affäre Dieser trockene Konter sorgte für den einzigen Lacher bei der Impeachment-Anhörung

Jim Jordan (l.) und Peter Welch bei der Anhörung im US-Kongress
Jim Jordan, US-Republikaner, sagte bei einer Impeachment-Anhörung im US-Kongress. "Wir werden niemals die Chance bekommen, dass der Whistleblower vor uns schwört, nichts als die Wahrheit zu sagen. Und noch wichtiger: Das amerikanische Volk bekommt diese Chance nicht. Dieser anonyme so genannte Whistleblower ohne Wissen aus erster Hand, der den Präsidenten ausspioniert, der mit Joe Biden gearbeitet hat, der der Grund ist, weswegen wir alle heute hier sitzen. Wir werden nie die Chance bekommen, diese Person zu befragen. Die Demokraten versuchen, den Präsidenten auf dieser Grundlage seines Amtes zu entheben. Auf dieser Grundlage? Elfeinhalb Monate vor einer Wahl? Wir können seine Motivation nicht überprüfen.
Ich habe es schon letzte Woche gesagt, aber das hier ist ein trauriger Tag für unser Land. Denken Sie mal daran, was die Demokraten diesem Land in den letzten drei Jahren zugemutet haben. Das hat im Juli 2016 begonnen, als sie zwei amerikanische Bürger im Umfeld des Wahlkampf-Teams des Präsidenten ausspioniert haben. Das mündete in eine schmierige Ermittlung. Und weil das nicht funktioniert hat, sind wir nun hier. Auf dieser Grundlage. Die amerikanischen Bürger durchschauen das alles. Sie verstehen, dass die Fakten für den Präsidenten sprechen. Sie verstehen, dass der Prozess unfair ist und sie durchschauen diesen ganzen [...] Betrug."
Peter Welch, US-Demokrat: "Danke. Ich sagte zu meinem Kollegen: Ich wäre froh, die Person, die alles losgetreten hat, für eine Aussage hier zu haben. Präsident Trump ist eingeladen, hier im Zeugenstand Platz zu nehmen."
Das lehnt Trump allerdings ab – daher die Lacher. Am Freitag steht die nächste öffentliche Impeachment-Anhörung an. Die Demokraten wollen, dass sich die Amerikaner auf diese Weise ihr eigenes Bild von den Zeugen und ihren Schilderungen machen können. Es ist ein riskantes Unterfangen für sie, da die Erfolgsaussichten für ein Amtsenthebungsverfahren gering sind. Mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus könnten die Demokraten das Verfahren zwar eröffnen entschieden werden würde es aber im Senat, wo Trumps Republikaner die Mehrheit haben. Und die halten derzeit geschlossen zu Trump.
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Es war eine ernste Angelegenheit: Stundenlang wurden hochrangige Diplomaten vom Kongress zur Ukraine-Affäre um Donald Trump befragt. Doch gelacht wurde auch. Zumindest ein Mal.

US-Medien sprachen von einem "historischen" Ereignis: Im Kongress in Washington hat die erste öffentliche Zeugenanhörung im Rahmen der Impeachment-Ermittlungen gegen Donald Trump stattgefunden. Vor laufenden Fernsehkameras soll in den kommenden Wochen geklärt werden, ob der US-Präsident eine geplante Militärhilfe für die Ukraine als Druckmittel einsetzte, um juristische Schritte in Kiew gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter zu erzwingen.

Mehr als fünf Stunden langt befragten Abgeordnete der regierenden Republikaner und der oppositionellen Demokraten den geschäftsführenden US-Botschafter in der Ukraine, William Taylor und den Diplomaten George Kent und griffen sich dabei auch gegenseitig scharf an. Die Stimmung zwischen den politischen Lagern war angespannt, denn schließlich geht es bei den Untersuchungen darum, ob gegen den republikanischen Präsidenten, den mächtigsten Mann der Welt ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird. Doch gegen Ende der Sitzung brach herzhaftes Gelächter im Saal aus. Auslöser war die schlagfertige Antwort des Demokraten Peter Welch nach einer Attacke des Republikaners Jim Jordan.

Jim Jordan versucht, Donald Trump zu verteidigen

Jordan warf den Demokraten vor, dass der Informant, der die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hat, anonym bleibe und nicht von den Republikanern befragt werden könne. Es gebe einen Zeugen, den der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses Adam Schiff, der die Ermittlungen der Demokraten leitet, nicht vor den Abgeordneten und dem amerikanischen Volk aussagen lassen würde, monierte Jordan. "Das ist der Typ, der das alles angefangen hat, der Whistleblower."

Viele der Teenager bei dieser Veranstaltung in Ohio sind sich schon sicher, wen sie 2020 wählen werden: Donald Trump.

Auf Jordans Ausführungen antworte der 72 Jahre alte Welch und er nutzte die Beschwerde seines Vorredners als Steilvorlage:

"Ich möchte meinem Kollegen sagen: 'Ich wäre froh, wenn die Person, die das alles angefangen hat, hereinkommen und aussagen würde'", erklärte Welch trocken. "Präsident Trump ist herzlich eingeladen, gleich hier Platz zu nehmen."

Im Plenum brach daraufhin Gelächter aus und auch auf Twitter ließ der Spott nicht lange auf sich warten:

mad

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