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US-Präsident: Donald Trump warnt mal wieder vor Windrädern: "Ihr Lärm verursacht Krebs"

Donald Trump und die Windräder, daraus wird keine Liebe mehr. Vogel-Killer seien das, hatte der US-Präsident schon mal gewettert. Jetzt wartet er mit einer noch dramatischeren Erkenntnis auf: Ihr Lärm verursache Krebs!

Donald Trump sagt, der Lärm von Windrädern erzeugt Krebs

Dass Donald Trump nichts von Windrädern hält, ist seit längerem bekannt. Jetzt hat er gar die Ansicht vertreten, ihr Lärm verursache Krebs.

AFP / DPA

Dass Donald Trump nichts von Windrädern hält, ist seit einiger Zeit bekannt. Obwohl er sich ansonsten nicht als besonders tierlieb gezeigt hat, bezeichnete der US-Präsident die Lieferanten erneuerbarer Energie in einem Interview mit der "New York Times" mal als Vogel-Killer. Das ist grundsätzlich zwar nicht ganz falsch, interessiert Trump aber an sich eher weniger. Ihm ging es seinerzeit vielmehr darum, die Windenergie schlecht zu machen, weil die US-Wirtschaft in den Bereichen Öl und Kohle deutlich besser aufgestellt ist. Schließlich gilt für Trump immer und überall: "America first".

Heißt für Windräder aus Trumps Sicht: Sie sind schlecht, schlecht, schlecht. "Sie töten all die Vögel", sagte er, und was wir bisher nicht einmal ahnten: sie erzeugen auch Krebs! Sagt jedenfalls Trump. Laut einem Bericht der amerikanischen Polit-Seite "The Hill" hielt Trump am vergangenen Dienstag eine Rede während eines Fundraising Dinners eines republikanischen Kongress-Komitees. Sinn und Zweck der Veranstaltung war Geld einzusammeln, um damit Windkraftanlagen zu verhindern. Trump dürfte dabei allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen haben, als er sarkastisch anmerkte: "Wenn Sie ein Windrad irgendwo in der Nähe ihres Hauses haben - herzlichen Glückwunsch! Dann hat Ihr Haus schon 75 Prozent an Wert verloren." Dann schob der Präsident hinterher: "Und sie sagen, der Lärm verursacht Krebs." Das zustimmende Gelächter aus der gleichgesinnten Runde kann man sich leicht vorstellen.

Donald Trump: Kein Wind, kein Fernsehen

Für Trump selbst möglicherweise noch schlimmer war aber, was der TV-affine Präsident vor einem Monat schon bei einem Auftritt im US-Staat Michigan feststellte. Dort, so heißt es in dem Bericht weiter, klopfte er mit der Hand auf den Mast eines Windrades und sagte: "Wenn der Wind nicht bläst, können Sie das Fernsehen für heute Abend vergessen." Ein langer Abend ohne "Fox" - sicher keine schöne Vorstellung für diesen Präsidenten.

Die offene und kenntnisfreie Ablehnung der Windenergie treibt selbst Verbündete Trumps auf die Palme. Allen voran Chuck Grassley, den republikanischen Senator des Windenergie-Staates Iowa, der satte 30 Prozent seines Energiebedarfs mit Windenergie decken soll. In einem Telefongespräch mit Journalisten bezeichnete Grassley die Bemerkung Trumps, der Lärm von Windrädern könne Krebs verursachen, schlicht als "idiotisch". Das sei schon während des Wahlkampfs so gewesen. Der Senator ließ allerdings durchblicken, dass er sich durch das Schlechtmachen der Windenergie auch persönlich angegriffen fühle. Er wisse ja, dass man im Weißen Haus seine Ansichten zu vielerlei Themen schätze, aber die Bemerkungen Trumps zur Windenergie zeugten doch von wenig Respekt für "Chuck Grassley, den Großvater der Steuergutschrift für Windenergie".

Krank durch Windräder? Ja, aber kein Krebs

Es ist übrigens bisher nichts darüber bekannt, dass Windkraftanlagen in irgendeiner Weise Krebs auslösen könnten. Gesundheitlich vollkommen unproblematisch sollen die Windräder trotzdem nicht sein. So gibt es Berichte und Erkenntnisse, dass Schwingungen, vor allem tieffrequenter Lärm und Infraschall sowie die regelmäßigen Schlagschatten, die die Rotorblätter auf nahe gelegene Häuser werfen, Krankheiten auslösen könnten. Genannt werden unter anderem: Schlafstörungen, Migräne, Tinnitus, Schwindelgefühle, Ruhelosigkeit, Sehstörungen, schnelle Herzfrequenz, Übelkeit, Angstzustände oder Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Von all' dem hat Trump aber offenbar nichts gewusst. Seine Rede wäre sonst weniger "idiotisch" gewesen.

Stammbaum: Trump kritisiert Deutschland – und bringt was durcheinander

Quellen: "The Hill" / "Des Moins Register" / umweltmessung.com / "Wikipedia" / "New York Times"

dho