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Nach Einreisestopp durch Trump Mehrere Muslime an US-Flughäfen abgewiesen

Am John F. Kennedy Airport in New York war für einige Muslime heute Endstation
Am John F. Kennedy Airport in New York war für einige Muslime heute Endstation (Archivbild)
© Spencer Platt/Getty Images/AFP
Die USA setzen den Einreisestopp-Dekret Donald Trumps offenbar unverzüglich um. Es gibt bereits Berichte über Menschen, die an Flughäfen an der Einreise in die Vereinigten Staaten gehindert wurden - einige waren schon in der Luft, als das Verbot erlassen wurde.

Nur kurz nach dem von Präsident Donald Trump verhängten Einreisestopp sind erste Flüchtlinge auf US-Flughäfen gestoppt und in Gewahrsam genommen worden. Einige sollen bereits in der Luft gewesen sein, als das Dekret erlassen wurde. Wie die "New York Times" am Samstag berichtete, zählen dazu zwei Iraker mit gültigen Visa, die auf dem New Yorker Kennedy Airport festgehalten wurden. Anwälte dieser beiden Männer hätten inzwischen bei einem Gericht in der Stadt einen Antrag auf sofortige Freilassung gestellt.

Dem Bericht zufolge hat einer der Festgehaltenen, Hamid Chalid Darwisch, in der Vergangenheit zehn Jahre lang im Irak für die US-Regierung gearbeitet, unter anderem als Übersetzer und Ingenieur. Wegen seiner Tätigkeit für die USA sei er dort auch zweimal angegriffen worden.

Der zweite in Gewahrsam genommene Iraker, Haider Samir Abdulchalek Alschawi, sei in die USA geflogen, um bei seiner Frau und seinem Sohn zu sein. Die Ehefrau habe für eine US-Vertragsfirma gearbeitet. Die Anwälte hätten nach eigenen Angaben nicht mit ihren Klienten zusammentreffen dürfen. Einer der US-Grenzbeamten auf dem Flughafen habe gesagt: "Ruft Mr. Trump an."

Weil das Dekret Trumps mit sofortiger Wirkung erlassen wurde, betrifft es auch Menschen, die währenddessen bereits im Flugzeug saßen. Sie und ihre Angehörigen wissen nun nicht, was mit ihnen geschehen wird.

Auch in Kairo sechs Araber am Abflug gehindert

Auch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind sechs Araber an der Reise in die Vereinigten Staaten gehindert worden. Die fünf Iraker und ein Jemenit wollten am Samstag einen Direktflug der Fluggesellschaft Egyptair nach New York besteigen, seien aber aufgehalten worden, berichteten Flughafenmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur. "Als ein Beamter am John-F.-Kennedy-Flughafen über ihren Status unterrichtet wurde, erließ er eine Anordnung, diese von der Einreise abzuhalten", hieß es. Dabei habe es keine Rolle gespielt, dass die sechs gültige Visa gehabt hätten und von einem Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen begleitet wurden.  

Der neue US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag weitreichende Einreisebeschränkungen verfügt, um "radikale islamische Terroristen" aus dem Land fernzuhalten. Betroffen sind vorerst alle Flüchtlinge und viele Menschen aus muslimischen Ländern. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums sollen Bürger aus dem Iran, dem Sudan, Syrien, Libyen, Somalia, dem Jemen und dem Irak vorerst nicht mehr in die USA einreisen dürfen.


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