HOME

Früheres "Playboy"-Model: Auch diese Frau will Schweige-Deal mit Donald Trump brechen

Der Pornostar Stormy Daniels war offenbar nicht die einzige Frau, die ein Schweigeabkommen mit Donald Trump geschlossen hat. Jetzt meldet sich ein ehemaliges "Playboy"-Model zu Wort. Pikant ist, in welchen Zeitraum ihre angebliche Affäre mit Donald Trump fällt.

Karen McDougal

Die heute 46-jährige Karen McDougal - hier auf einer Erotik Messe im Jahr 2011 - will 2006 und 2007 eine Sexbeziehung mit Donald Trump gehabt haben

dpa

droht neues juristisches Ungemach: Nach Pornostar Stormy Daniels will noch eine zweite Frau die Aufhebung einer Schweigevereinbarung über eine angebliche Affäre mit dem jetzigen US-Präsidenten erwirken. Die Anwälte des früheren "Playboy"-Models Karen McDougal reichten am Dienstag eine entsprechende Klage ein. Sie argumentieren unter anderem, dass ihre heute 46-jährige Mandantin seinerzeit über die Natur der Vereinbarung in die Irre geführt worden sei.

Die bei einem Gericht in Los Angeles eingereichte Klage richtet sich gegen das Medienunternehmen American Media Inc. ( ), das Mutterhaus des Skandalblatts "National Enquirer". AMI erwarb der Klage zufolge während des Wahlkampfs 2016 für 150.000 Dollar die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über die angebliche Affäre.

Donald Trump spricht

Donald Trump möchte Strafzölle auf Aluminium und Stahl verhängen - die EU ist davon offenbar ausgenommen

AFP


Die Medienfirma hatte demnach aber nie vor, die Geschichte zu veröffentlichen. Das Unternehmen habe dies in den Verhandlungen über den Deal mit der Freundschaft von AMI-Chef zu Trump begründet.

Eines der Hauptargumente des früheren "Playmates" in der Klage lautet, dass sie die Vereinbarung so verstanden habe, AMI würde ihre Laufbahn als Gesundheits- und Fitnessexpertin mit einer Serie von Publikationen vorantreiben. Dies sei dann aber nicht geschehen. Sie habe erst später festgestellt, dass der Deal dem Unternehmen lediglich das "Recht" zu solchen Publikationen gebe, AMI aber nicht dazu verpflichte.

Karen McDougal beklagt Drohungen aus dem Lager von Donald Trump

In der Klage wird auch von angeblichen Drohungen aus dem Trump-Lager gegen McDougal berichtet. Das Rechtsberaterteam des Präsidenten habe ihr gedroht, sie "finanziell zu ruinieren", wenn sie den Medien die angebliche Affäre schildere.

Der "New Yorker" hatte allerdings bereits im Februar ausführlich darüber berichtet. Als Quelle nannte das Magazin handschriftliche Aufzeichnungen McDougals, die ihm von einem Freund des Ex-Models zugespielt worden seien.

Die Sexbeziehung zu dem damaligen Immobilienunternehmer und TV-Star Trump will McDougal nach eigener Schilderung über rund zehn Monate hinweg in den Jahren 2006 und 2007 gehabt haben. Trumps angebliche andere Affäre mit fällt teilweise in denselben Zeitraum. Das ist ein pikantes Detail, denn der heutige US-Präsident war damals bereits mit seiner dritten Ehefrau und der heutigen First Lady Melania verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn Barron war wenige Monate alt.

Trump hat eine Affäre sowohl mit McDougal als auch mit Stormy Daniels dementiert. Der 39-jährige , der mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, geht ebenfalls mit einer Klage gegen eine Stillschweigevereinbarung vor.

Affäre mit Trump: Stripperin, Pornostar und frühere Kandidatin für den US-Senat: Wer ist Stormy Daniels?

US-Medien, unter anderem das "Wall Street Journal", publizierten am Dienstag die Ergebnisse eines Lügendetektortests, welche die Aussagen Daniels' über eine sexuelle Beziehung mit Trump im Juli 2006 stützen. Der Test sei 2011 auf Wunsch des Magazins "In Touch" erfolgt, das Daniels damals interviewt hatte und mit der Geschichte aber erst dieses Jahr an die Öffentlichkeit ging.

 Das juristische Ungemach für den Präsidenten wurde zusätzlich durch den Etappensieg einer weiteren Frau in ihrem Vorgehen gegen Trump  gesteigert. Summer Zervos, eine frühere Teilnehmerin an Trumps TV-Show "The Apprentice", hat den Präsidenten bei einem New Yorker Gericht wegen Verleumdung verklagt.

Die Klage bezieht sich auf Trumps Äußerungen, die von mehr als einem Dutzend Frauen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen sexueller Übergriffe seien erlogen. Nach Zervos' Schilderung wurde sie von Trump im Jahr 2005 gegen ihren Willen geküsst und betatscht.

Donald Trump wollte ihre Klage mit dem Argument stoppen, dass Gerichte der Bundesstaaten keine Rechtshoheit über den Präsidenten hätten. Richterin Jennifer Schecter schmetterte den Antrag aber am Dienstag ab. "Niemand steht über dem Gesetz", sagte sie. Die Verleumdungsklage kann damit weiter vorangehen.

anb