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Donald Trumps engste Berater: Kushner vs. Bannon vs. Priebus - und täglich grüßt der Kleinkrieg

Dass das Weiße Haus nach Donald Trumps Amtsantritt im Chaos versank, lag nicht nur am Präsidenten, sondern auch an seinem Umfeld. In seinem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" fällt Autor Michael Wolff ein verheerendes Urteil über die Beteiligten.

Neid und Missgunst, Unerfahrenheit, Überforderung und eine gehörige Portion Dummheit waren die Zutaten, unter denen das Weiße Haus in den ersten Monaten der Trump-Präsidentschaft gelitten hat. Dazu ein Präsident, der das Amt nicht wollte, ungern liest und nur seinen eigenen, spontanen Eingebungen traut. So beschreibt Autor Micheal Wolff die Zustände in Washington nach dem Amtsantritt Donald Trumps. Im Mittelpunkt: die drei von der Zankstelle - Jared Kushner, Steve Bannon und Reince Priebus.

Und täglich grüßt der Kleinkrieg

Bannon, Priebus und Kushner waren tagtäglich mit ihrem Kleinkrieg beschäftigt, schreibt Wolff in seinem Buch "Fire and Fury - Inside the Trumps White House", das schon vor seiner auf den 4. Januar vorgezogenen Veröffentlichung die Gemüter erregt. Stephen Bannon, als Chefstratege Trumps nach Washington gegangen, beäugte die Nähe von Tochter und Schwiegersohn zum Präsidenten mit Argwohn und nannte die beiden abschätzig "Javanka". Das Paar war dem reaktionären Bannon auch wegen seiner liberalen Ansichten ein Dorn im Auge. Hilflos musste er zudem mit ansehen, wie die beiden ihren Einfluss beim Präsidenten stetig ausbauten, während er erst seinen Sitz im Nationalen Sicherheitsrat verlor und dann seinen Job im Weißen Haus.


Einige Monate nach seinem Aus als Trump-Berater lästerte Bannon in der "Vanity Fair" über seine Erzfeinde: Ivanka sei die Königin der Durchstechereien und die Treiberin aller schlechten Entscheidungen. In Wolffs Buch beschuldigt Bannon Jared Kushner zudem indirekt der Geldwäsche und spricht von "diesem schmierigen Kushner-Scheiß". Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger wird in "Fire and Fury" mit dem Satz zitiert: "Es war ein Krieg zwischen Juden und Nicht-Juden." Ivanka Trump hatte bei ihrer Hochzeit nicht nur den Namen ihres Mannes, sondern auch seine Religion, das Judentum, angenommen.

Gegen jeden Rat: Ivanka nahm die Rolle an

Laut Autor Michael Wolff haben sich und Ivanka schwergetan, sich mit ihrer neuen Rolle als Präsidentenberater abzufinden. "Sie nahmen sie jedoch an - entgegen dem ausdrücklichen Rat von allen, die sie kannten." Es sei eine gemeinsame Entscheidung des Paares gewesen und beinahe ein gemeinsamer Job, so Wulff. Wie nebenbei hätten die beiden auch eine Abmachung getroffen: Sollte sich in Zukunft die Möglichkeit ergeben, würde sie für die Präsidentschaft kandidieren. "Die erste Präsidentin würde nicht Hillary Clinton werden, sondern sie: Ivanka Trump."

Vielleicht war es ihr Appetit nach mehr, der Bannon nicht gefiel, möglicherweise aber nur ihre Fähigkeit als Tochter überhaupt, an Donald Trump heranzukommen oder die Tatsache, dass sie und Jared de facto den Job erledigten, für den eigentlich Reince Priebus vorgesehen war: Chief of Staff, das wohl wichtigste Amt im Weißen Haus, eine Art inoffizieller Regierungschef. Priebus aber, ein eher fader Republikaner, wurde von niemandem ernstgenommen, "Javanka" waren heillos überfordert und Bannon liebte es, überall kleine Brände zu legen. Die Folge: Chaos, wohin das Auge blickte.

Treulos, dumm oder hässlich

Wolff fasst die unglückliche Personalkonstellation so zusammen: "Bannon war treulos (und sah abgesehen davon wie ein Haufen Scheiße aus), Priebus war schwach (und darüber hinaus auch noch klein, ein Zwerg), Kushner war ein Schleimer. Sean Spicer (Sprecher des Weißen Hauses, d.Red.) war dumm (und sah ebenfalls fürchterlich aus). Conway (Medienchefin, d.Red.) war eine Heulsuse und Jared und Ivanka hätten niemals mit nach Washington kommen sollen." Harter Tobak von Autor . Kein Wunder, dass Trumps Anwälte versuchen, das Erscheinen des Buchs zu verhindern.