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US-Präsident Trump ist zurück zu Hause und verkündet erst mal auf Twitter, wie er seine Reise fand

Donald Trump fand seine Europareise supi und rechnet danach einmal mehr mit den Medien ab
Donald Trump fand seine Europareise supi und rechnet danach einmal mehr mit den Medien ab
© Luca Bruno/AP
Donald Trump ist zurück auf heimischem Boden und lobt die Ergebnisse seiner Auslandsreise - natürlich auf Twitter. Dort lässt er sich auch gleich wieder über seine Lieblingsfeinde aus: die Journalisten der "Fake News"-Medien.

Während seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident hat Donald Trump sein Twitter-Profil dann doch etwas vernachlässigen müssen. Schließlich hatte er einen Job zu erledigen. Oder ist er auf fremdem Boden vielleicht doch etwas kleinlauter? Jedenfalls ist Trump nun zurück in den USA und resümiert seine Europareise als Staatsoberhaupt der USA. Sein Resultat: alles supi!

"Gerade aus Europa zurück. Trip war ein großer Erfolg für Amerika. Harte Arbeit, aber große Ergebnisse!", schreibt er am Sonntag. 

Meint er damit den Keil, den er zwischen Europa und die Vereinigten Staaten getrieben hat, war das etwa sein Ziel und seine Reise deshalb in seinen Augen erfolgreich? Oder greift diese Interpretation zu weit bei diesem Präsidenten, dem zuzutrauen ist, dass er sich auch einfach wie ein Kind über eine aufregende Reise freut, von der er nun erzählen kann? Zumindest deckt sich Trumps Bewertung des "Trips" nicht mit den Erfahrungen der europäischen Staatsoberhäupter, allen voran die der Bundeskanzlerin, die ihren Ärger über die Uneinsichtigkeit des US-Präsidenten nicht zu verstecken versuchte (wir berichteten).

US-Präsident Donald Trump und Papst Franziskus schütteln sich im Vatikan die Hand. Im Hintergrund arbeiten Fotografen.

"Es ist gut möglich, dass die Quellen nicht existieren"

Zurück in den USA wendet Trump sich schnell wieder der Innenpolitik zu - "America first". Seit immer mehr Erkenntnisse aus den Ermittlungen um die Beziehung der US-Regierung zu Russland an die Öffentlichkeit gelangten, kümmert Trump sich wieder um die verhasste Presse, die der Präsident der Verbreitung von "Fake News" beschuldigt, sobald zwar gemäß journalistischen Standards, aber nicht in seinem Sinne berichtet wird. Gleich mehrere Tweets zum Thema lässt er los:

"Meiner Meinung nach sind viele der Enthüllungen aus dem Weißen Haus Lügen, fabriziert von den 'Fake News'-Medien", schreibt Trump. "Wann immer man die Worte 'Quellen behaupten' in den Fake-News-Medien liest und keine Namen genannt werden, ist es sehr gut möglich, dass diese Quellen überhaupt nicht existieren und von den Fake-News-Schreibern erfunden wurden. #FakeNews sind der Feind!"

Sollte Trump tatsächlich nicht wissen, dass Journalisten ihre Quellen schützen müssen und deren Namen deshalb häufig nicht nennen können? Oder streut er ein solches Gerücht ganz bewusst?

Aber auch mit Artikeln wie diesem, die bloß seine eigenen Worte wiedergeben und gegebenenfalls übersetzen, fühlt Donald Trump sich falsch behandelt. Nur Stunden nach seinem Angriff auf Medien, die ihre Quellen schützen, schreibt der US-Präsident: "Die Fake News arbeiten hart daran, meine Nutzung der Sozialen Medien geringzuschätzen und zu abzuwerten, weil sie nicht wollen, dass America die Wahrheit hört!"

Damit wäre auch dieser Tweet übersetzt, damit Trumps Wahrheit auch in Deutschland Zuhörer findet.

 

jen

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