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Miese Umfragen Trump staucht eigenen Wahlkampfmanager zusammen und droht ihm mit Klage

Sehen Sie im Video: Donald Trump leugnet seine Aussage, dass die USA "sehr bald" fünf Millionen Corona-Tests täglich durchführen könnten.




Auf eine Reporterfrage, ob die USA fünf Millionen Coronavirus-Tests täglich durchführen könnten, antwortet der US-Präsident überzeugt.


Reporterin: "Sie sind sicher, Sie können über fünf Millionen Test pro Tag übersteigen?"


Trump: "Wir werden sehr bald da sein. Wenn Sie die Zahlen anschauen, könnte es sein, dass wir bereits näher rankommen. Die genauen Zahlen liegen mir jetzt nicht vor."


Laut der Johns-Hopkins-Universität haben die USA insgesamt bisher knapp über sechs Millionen Tests durchgeführt.


Nach viel Kritik rudert Trump am nächsten Tag zurück:


Reporter: "Sie haben gestern gesagt, dass wir sehr bald fünf Millionen Menschen täglich testen würden."


Trump: "Ich weiß nicht, wo das herkommt. Alle haben gesagt, 'Sie sagten, es gäbe fünf' … Das war laut einer Studie. Jemand machte die Studie mit den fünf Millionen. Glaube ich, dass wir das schaffen? Ich glaube das. Aber ich habe es nie gesagt. Wir testen Millionen von Menschen. Wir testen mehr Menschen als alle anderen Länder der Welt."


Die USA haben zwar mehr Menschen getestet, aber auch mit weitem Abstand die größte Anzahl von Infizierten weltweit. 


Nach Angaben des "Covid Tracking Projects" schafften die USA bisher nur 314.000 Tests an einem Tag. Rund 17,5 Tests wurden pro tausend Einwohner im Land durchgeführt.  


Im Vergleich: Laut dem Robert Koch Institut liegt diese Zahl in Deutschland bei 30,4 Tests pro tausend Einwohner.
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Angesichts der Kritik an seinem Coronakrisen-Management und sinkender Umfragewerte wird Donald Trump offenbar zusehends nervös. Medienberichten zufolge bekam das deutlich der Wahlkampfmanager des US-Präsidenten zu spüren.

US-Präsident Donald Trump soll seinen Wahlkampfmanager Brad Parscale bei einem Telefongespräch wütend attackiert haben, nachdem ihm seine sinkenden Umfragewerte vorgelegt wurden. Der Republikaner bestreitet das und spricht von Fake News.

Als Trump am Freitagabend mit seinen Beratern die Köpfe zusammengesteckt habe, sei er außer sich vor Wut gewesen über sein Abrutschen in den Umfragen, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Ebenso wie über die heftige Kritik nach seiner Andeutung, die Einnahme eines Desinfektionsmittels könne sich als wirksam gegen das Coronavirus erweisen. Innerhalb weniger Augenblicke habe der US-Präsident seinen Wahlkampfmanager Brad Parscale durchs Telefon angeschrien.

"Er ist angepisst, weil er weiß, dass er Mist gebaut hat"

"Trump schob die Schuld von sich weg und schimpfte Parscale für eine jüngste Flut von schlechten Umfrageergebnissen aus", schreibt CNN unter Berufung auf "drei mit der Angelegenheit vertraute Personen".  Die "New York Times" und das US-Nachrichtenportal "Axios" berichten ebenfalls über den Vorfall. Demnach beharrte der US-Präsident gegenüber seinem Wahlkampfmanager darauf, dass die Umfragedaten falsch seien und gab ihm die Schuld an seinem Rückstand im Rennen um die Präsidentschaft.

An einem Punkt habe Trump sogar gedroht, Parscale zu verklagen und das Geld erwähnt, das dieser während seiner Arbeit für den Präsidenten verdient habe. Es sei allerdings nicht klar, wie ernst die Drohung gemeint gewesen sei. "Ich liebe dich auch", antwortete Parscale laut "New York Times" nach Aussage einer über den Anruf informierten Person seinem Chef auf die Drohung.

Trumps Zustimmungswerte sind in der Coronakrise nach einem anfänglichen Hoch eingebrochen. In den wichtigen Bundesstaaten Florida, Michigan, Pennsylvania und Wisconsin liegt er hinter dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden. Und laut dem Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center sind fast zwei Drittel der Amerikaner der Meinung, der Präsident habe zu langsam auf die Bedrohung durch das Coronavirus reagiert. Parscale und andere Berater hatten Trump deshalb in der vergangenen Woche nahegelegt, seine täglichen Pressekonferenzen zurückzuschrauben und darauf verwiesen, dass ihm die Auftritte offenbar schadeten.

"Er ist angepisst, weil er weiß, dass er bei diesen Briefings Mist gebaut hat", zitiert CNN einen dem Weißen Haus nahestehenden Republikaner. Der härter werdende Kampf um seine Wiederwahl und die Interventionen seiner Berater hätten Trump in der vergangenen Woche zunehmend nervös werden lassen, was seine Aussichten auf eine zweite Amtszeit betrifft, berichtet der Nachrichtensender. Die Auseinandersetzung mit Parscale sei nur die jüngste Manifestation dieser Besorgnis gewesen.

Trump dementiert Streit mit Parscale

Trump und sein Wahlkampfmanager haben sich den Berichten zufolge kurz nach dem Vorfall wieder vertragen. Am Dienstag verbrachte Parscale nach Angaben von CNN mehrere Stunden im Weißen Haus und besprach mit dem Präsidenten die weitere Wahlkampfstrategie.

Während das Weiße Haus laut CNN auf Anfragen nach einem Kommentar zu dem Vorfall nicht reagierte und das Wahlkampfteam des Präsidenten sich nicht dazu äußern wollte, betitelte Trump selbst die Meldungen über die Auseinandersetzung als Fake News. Parscale leiste "großartige Arbeit", twitterte der Republikaner. "Ich habe ihn nie angeschrien (begleitet mich seit Jahren, auch beim Sieg 2016), und habe auch nicht die Absicht, das zu tun."

Quellen: CNN"New York Times""Axios"Pew Research Center

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