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Dekret unterzeichnet: Trump streicht US-Gelder für Abtreibungen - umringt von Männern

Die einen sahen es als Versprechen, die anderen als Drohung. Beides hat Donald Trump eingelöst. Der neue US-Präsident hat US-Gelder für Abtreibungen im Ausland gestrichen. Dass er dabei ausschließlich von Männern umringt war, wurde im Netz süffisant notiert.

Donald Trump am Schreibtisch im Oval Office bei einer Unterschrift - umringt von Männern seiner Administration

Donald Trump unterschreibt seine Entscheidung, US-Gelder für sachgerechte Abtreibungen im Ausland - umringt ausschließlich von Männern.

Die Szenen aus dem Weißen Haus gleichen sich in diesen Tagen. An seinem schweren Schreibtisch im von schweren roten auf schwere goldene Gardinen umdekorierten Oval Office sitzt Donald Trump, umringt von Männern seiner Administration, und unterschreibt ein Dekret nach dem anderen - gegen die Krankenversorgung Obamacare, gegen das Freihandelsabkommen TPP oder gegen die Förderung von Gesundheitsorganisationen, die Abtreibungen für die Familienplanung nicht ausschließen. Im Klartext: Ausländische Organisationen dürfen künftig nur dann Entwicklungshilfe von den USA bekommen, wenn sie keine Abtreibungsberatung anbieten oder Abtreibungsempfehlungen aussprechen. Auch die internationale Sektion der US-Organisation Planned Parenthood (Geplante Elternschaft) ist davon betroffen.

Dass Trump dieses Dekret unterzeichnete während er ausschließlich von Männern umringt war, ist für viele bezeichnend und hat zahlreiche Reaktionen im Netz hervorgerufen. Ahad Ghanbary vom Think Tank Glocom vergleicht den Schritt Trumps gar mit einer ebenfalls nur von Männern besetzten Frauenrechts-Konferenz in Saudi-Arabien im Jahr 2013. "Männer entscheiden, wie Frauen leben sollen", kommentiert er.

Donald Trump "wirft Frauenrechte weg"

Der Kritik schließen sich viele in den sozialen Medien an:

"Trump wirft Frauenrechte weg" "Frauen in armen Ländern schlimm betroffen. Septische Abtreibungen werden viele Leben kosten" "Blut an den Händen seiner kleinen teuflischen alten Männer" "Nach "Trump Wars Episode VII - Der Phallus erwacht" sehen Sie nun "Episode VII - Das letzte Frauenrecht"


"Nimm' das, Abtreibung!"

All dessen ungeachtet gibt es auch Zustimmung für Trumps Schritt:

" Nimm das, Abtreibung!"< blockquote class="twitter-tweet" data-partner="tweetdeck">

#Trump has banned Federal government cash from being used to fund or promote #abortion. Good lad!

— englishradio (@englishradio) January 24, 2017 "Trump verbietet staatliches Geld zur Finanzierung und Bewerbung von Abtreibung. Guter Typ" "Ein Pro -Leben-Sieg"


Spicer: Donald Trump ist ein Pro-Life-Präsident

"Ich denke, der Präsident hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er ein Pro-Life-Präsident sein wird", kommentierte Trumps Sprecher Sean Spicer das Dekret und die Kritik daran. Die Entscheidung sollte daher niemanden überraschen. Die neue US-Regierung spare so nicht nur Steuergelder, sondern verhindere auch noch, das US-Geld für Dinge ausgegeben wird, "die, den Werten dieses Präsidenten entgegenlaufen."

Im Kern führt Donald Trump damit ein Wechselspiel fort, das seit rund 50 Jahren anhält. So alt ist ein Gesetz, dass es der US-Regierung verbietet, NGOs oder staatliche Organisationen im Ausland zu finanzieren, die Abtreibungen durchführen. Ex-Präsident Ronald Reagan hatte das Gesetz auf private Mittel ausgeweitet, Barack Obama hatte kurz nach seinem Amtseid 2009 wieder staatliche Mittel freigegeben. Trump macht dies nun wieder rückgängig.

Kritiker befürchten, dass dadurchs Trumps Schritt die Zahl der Abtreibungen keineswegs zurückgehen wird, jedoch viele betroffene Frauen - vor allem in armen Ländern - durch unsachgemäße Eingriffe mit mangelnder Hygiene sterben werden. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen warf Trump vor, er habe seine Anti-Frauen-Rhetorik in Politik umgesetzt.



dho/mit Agenturen