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US-Wahl 2020 Republikaner haben Trump offiziell nominiert - nun folgen viele Reden, kontroverse Gäste und ein Tabubruch

Sehen Sie im Video: stern-Korrespondent Jan-Christoph Wiechmann analysiert alle Ereignisse des Demokratischen Parteitags – und blickt auf den der Republikaner nächste Woche.
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Mit der Nominierung von Donald Trump zum Kandidaten für die Präsidentenwahl im November hat der Parteitag der US-Republikaner begonnen. Die Agenda der viertägigen Veranstaltung ist nicht unumstritten.

Jetzt ist die Regierungspartei am Zug: Nach den oppositionellen Demokraten halten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump von diesem Montag an ihren Nominierungsparteitag ab. Dabei ist der Amtsinhaber am frühen Abend (MESZ) erwartungsgemäß offiziell und einstimmig zum Kandidaten für eine Wiederwahl gekürt worden. Wegen der Corona-Pandemie wurde die viertägige Veranstaltung in Charlotte im Bundesstaat North Carolina stark verkleinert. Anders als bei den Demokraten werden aber durchaus Parteidelegierte in Charlotte zusammenkommen. Auch Trump persönlich ist angereist.

Ein langes Hin und Her

Trump hielt trotz der Corona-Pandemie zunächst an einer Großveranstaltung mit zahlreichen Teilnehmern in Charlotte fest und wollte dort auch seine Nominierungsrede halten. Weil North Carolinas Gouverneur Roy Cooper aber auf die Einhaltung strikter Corona-Auflagen pochte, verlegte der US-Präsident den Nominierungsteil des Parteitags kurzerhand nach Jacksonville im Bundesstaat Florida.

Angesichts der dann dort rasant steigenden Infektionszahlen wurden aber auch diese Pläne Ende Juli wieder gestrichen. Die Republikaner entschieden sich letztlich für einen abgespeckten Parteitag in Charlotte.

Offizielle Kandidatenkür

Neben Trump wurde auch sein Vize Mike Pence erneut offiziell als Teil des Kandidatenduos nominiert. Wie die Demokraten hatten auch die Republikaner Vorwahlen abgehalten, es gab aber keine ernsthafte Konkurrenz für Trump. Und wie beim demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden ist die Abstimmung der Delegierten bei den Republikanern reine Formsache.

Das Weiße Haus als Wahlkampfkulisse

Trump wird seine Nominierungsrede am Donnerstag im Weißen Haus halten - ein Traditionsbruch, der auch in den eigenen Reihen für Unmut gesorgt hat. Für gewöhnlich sind Wahlkampfauftritte am Amtssitz des Präsidenten tabu. Kritiker werfen ihm vor, das Weiße Haus parteipolitisch als Machtsymbol zu missbrauchen.

Trump argumentiert dagegen, das Weiße Haus sei "vom Standpunkt der Sicherheit her das Einfachste", zugleich die "preisgünstigste" Variante - und biete einen "schönen Rahmen". Nach der Rede des Präsidenten ist ein Feuerwerk an der National Mall geplant, dem riesigen Grünstreifen in Washingtons Innenstadt zwischen Kongress und Lincoln-Memorial.

Viele Reden und kontroverse Gäste

First Lady Melania Trump wird am Dienstag vom Rosengarten des Weißen Hauses aus eine Rede halten. Vizepräsident Pence folgt dann am Mittwoch. Der Trump-Stellvertreter soll insbesondere die religiöse Rechte mobilisieren.

Auf der Rednerliste stehen außerdem prominente Republikaner wie Außenminister Mike Pompeo, der frühere New Yorker Bürgermeister und heutige Trump-Anwalt Rudy Giuliani sowie der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Auch Trumps Kinder, Ivanka, Donald Jr., Eric und Tiffany werden auf dem Parteitag reden.

Und wie bereits die Demokraten will auch die Regierungspartei Bürger zu Wort kommen lassen. Unter anderem wurde das Ehepaar Patricia und Mark McCloskey eingeladen, das im Juni international für Schlagzeilen gesorgt hatte. Die beiden hatten Waffen auf Demonstranten gerichtet, die auf dem Weg zu Protesten gegen Polizeigewalt auf einer Privatstraße vor ihrer Villa vorbeiliefen. Videoaufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt. Die Justiz hat Ermittlungen gegen die McCloskeys eingeleitet. In rechten Kreisen werden sie als Helden gefeiert.

Attacken mit Ansage

Trump und seine Parteifreunde dürften scharfe Attacken auf Biden und die Demokraten fahren. Rund 70 Tage vor der Wahl liegt der Republikaner in Umfragen hinter seinem Herausforderer. Nominierungsparteitage sind traditionell ein wichtiger Moment, um die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren und unentschlossene Wähler für sich gewinnen.

mad / Erik Schlüter AFP

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