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Präsidentschaftskandidatur "Fett, falsch, weinerlich" vs. "TV-Figur und Idiot": Schlammschlacht zwischen Trump und DeSantis läuft schon

Ron DeSantis hört angestrengt zu, was Donald Trump ihm ins Ohr sagt
Konkurrenten, die sich nichts schenken werden: Ron DeSantis (l.) und Donald Trump werden sich wohl ein Duell um die Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner liefern.
© Manuel Balce Ceneta / AP / DPA
Lange hat Donald Trump Ron DeSantis als möglichen Konkurrenten um eine Präsidentschaftskandidatur wohl unterschätzt. Jetzt aber geht er auf den Gouverneur von Florida los. Hinter den Kulissen läuft schon ein Schlagabtausch.

Donald Trump beginnt den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, offenbar als Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei der Wahl 2024 ernst zu nehmen. Bisher soll der Ex-Präsident sich höchstens im Verborgenen über den 44-Jährigen aufgeregt haben, inzwischen werden immer mehr Äußerungen Trumps öffentlich, die den Mann aus Florida diskreditieren und schlechtmachen sollen. Der Grund: DeSantis gilt selbst namhaften Unterstützern der republikanischen Partei, wie dem Großspender Dan Eberhardt, inzwischen als "der bessere Trump". "Er ist eine klügere Version von Trump, er geht weit strategischer vor, und er hat nicht hundert Klagen an den Hacken", urteilte unlängst auch ein Parteistratege der Demokraten.

Manche politische Beobachter in Washington schließen nicht aus, dass sowohl Trump als auch DeSantis ihren Hut in den Ring werfen werden. Dann werde der Vorwahlkampf der Republikaner in eine Schlammschlacht ausarten, heißt es. Einen Vorgeschmack darauf lieferte nun Maggie Haberman, Autorin der "New York Times", in einem Interview auf CNN. Dort präsentierte die ausgewiesene Trump-Kennerin ihr neues Buch über den umstrittenen Ex-Präsidenten und wusste zu berichten, dass Trump ihr gegenüber DeSantis als "fett, falsch und weinerlich" beschimpft habe.

Donald Trump: DeSantis zu lebenslanger Treue verpflichtet

Schon vor einiger Zeit hatte Haberman in ihrer Zeitung darüber berichtet, dass Trump die zunehmende Popularität von DeSantis nervös mache. "Ich frage mich, warum der Kerl nicht sagt, dass er nicht gegen mich kandidieren wird", wurde Trump in dem Bericht zitiert. Es gebe niemanden, über den der durch etliche Klagen angeschossene Ex-Präsident mit Beratern mehr spreche als über DeSantis, so Haberman bei CNN weiter. Was die beiden Männer aber auf jeden Fall zu Gegnern mache, sei, dass Trump ohne Zweifel DeSantis 2018 dazu verholfen habe, Gouverneur zu werden. Trump brüste sich damit, dass er den Mann erst "gemacht" habe, wie eine von Haberman bei CNN präsentierte Audio-Aufnahme belegt, und Trump glaube nun mal, dass Personen "ihm lebenslange Treue schulden, wenn er etwas für jemanden tut, einschließlich des Ausschlusses ihrer eigenen zukünftigen Ambitionen", so die Autorin.

Davon ist der in Florida als "Top Gov" gefeierte DeSantis jedoch weit entfernt. Im Gegenteil: Mit seiner, inzwischen juristisch angegriffenen, Verschickung von Migranten von Texas in das von Demokraten regierte Massachusetts (konkret auf die Insel Martha's Vineyard), brachte er Trump erneut gegen sich auf. Der beansprucht die Idee, eingewanderte Menschen als Schachfiguren im politischen Spiel gegen die Demokraten zu benutzen, nämlich für sich. DeSantis habe sie ihm sozusagen gestohlen. So berichten es zumindest zwei Informanten dem Magazin "Rolling Stone". Vor allem das Lob, dass DeSantis in konservativen Kreisen und Medien dafür eingeheimst habe, bringe Trump auf die Palme, heißt es dort weiter. DeSantis tue das alles doch nur, um sich für 2024 einen Schub zu verschaffen.

DeSantis: "Trump muss man frontal angreifen"

Womit der Ex-Präsident nicht ganz falsch liegen dürfte. Noch verharrten die beiden Männer in einer Art "Kaltem Krieg 2024", zitiert der renommierte "Vanity Fair"-Autor Gabriel Sherman einen früheren Mitarbeiter von DeSantis, doch hinter den Kulissen tobe der Schlagabtausch längst. DeSantis "nennt ihn eine TV-Figur und einen Idioten, der keine Berechtigung habe, als Präsident zu kandidieren", so Shermans Informant. Und eine nicht näher genannte Quelle aus Republikaner-Kreisen zitiert das Magazin damit, dass DeSantis Unterstützern und Spendern verspreche, Trumps Bilanz und Kompetenz in einem Frontalangriff zu attackieren. "Er sagt, der einzige Weg, Trump zu schlagen, sei, ihn frontal anzugreifen."

Quellen: CNN, "Rolling Stone", "Vanity Fair", Mediaite

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