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US-Präsident in Rage : Via Twitter: Trump verkündet neue Strafzölle gegen China

Im Handelsstreit zwischen China und den USA hat die Volksrepublik neue Strafzölle angekündigt. US-Präsident Donald Trump reagiert schnell und deutlich via Twitter.

Donald Trump spricht in ein schwarzes Mikrofon. Unscharf im Hintergrund ist ein Ölgemälde von Abraham Lincoln zu sehen

US-Präsident Donald Trump hat via Twitter angekündigt, auf die neuen Strafzölle der Chinesen schnell zu reagieren

AFP

Wie Du mir, so ich Dir: China hat im Handelskrieg mit den USA neue Strafzölle angekündigt, die den jüngst von Washington verhängten Importgebühren entsprechen. Der Konflikt der beiden größten Volkswirtschaften eskaliert damit weiter. China wird zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar (68 Milliarden Euro) erheben, wie das chinesische Handelsministerium am Freitag mitteilte. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Damit folgt Peking dem Zeitplan der jüngst von Washington angekündigten neuen Strafzölle.

Und das passt US-Präsident Donald Trump ganz und gar nicht. Auf Twitter lässt er seinem Ärger freien Lauf: "Unser Land hat dummerweise über viele Jahre hinweg Billionen von Dollar an China verloren. Sie haben unser geistiges Eigentum in einer Größenordnung von Hunderten von Milliarden Dollar pro Jahr gestohlen, und sie wollen weitermachen. Das werde ich nicht zulassen! Wir brauchen China nicht und wären, offen gesagt, weit besser dran ohne sie."

Trump will US-Unternehmen aus China holen

Weiter schreibt Trump: "Über Jahrzehnte hat China Jahr für Jahr riesige Geldbeträge mit den Vereinigten Staaten verdient und von ihnen gestohlen. Das muss und wird aufhören. Unsere großartigen amerikanischen Unternehmen werden hiermit angewiesen, sofort nach einer Alternative zu China zu suchen, einschließlich NACH HAUSE zurückzukehren und ihre Produkte in den USA zu produzieren.

Donald Trump bezeichnet sich selbst als den "Auserwählten"

Ich werde auf die chinesischen Strafzölle am Nachmittag antworten. Das ist eine GROßARTIGE Gelegenheit für die Vereinigten Staaten. Außerdem rufe ich alle Logistik-Unternehmen - einschließlich Fed Ex, Amazon, UPS und die Post - auf, alle Lieferungen von Fentanyl aus China (oder irgendwo anders her!) zu suchen und abzulehnen. Fentanyl tötet jährlich 100.000 Amerikaner. Präsident Xi sagte, dass dies aufhören würde - das tat es nicht. Unsere Wirtschaft, wegen unserer Gewinne in den letzten 2 1/2 Jahren, ist VIEL größer als die Chinas. Wir werden dafür sorgen, dass das so bleibt!"  

Tatsächlich verkündete Trump nur Stunden später auf Twitter: Die bereits eingeführten Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar würden auf am 1. Oktober auf 30 Prozent erhöht. Zölle auf Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar, die ab dem 1. September greifen sollen, erhöhen sich demnach ebenfalls um fünf Prozentpunkte.

Beide Länder leiden wirtschaftlich unter Streit

Das Wachstum in beiden Ländern leidet bereits unter dem Streit. Eine Spirale immer weiterer und höherer Strafzölle scheint sich nur vermeiden lassen, wenn eine Seite nachgibt: Wird es Präsident Donald Trump oder der Chinese Xi Jinping sein? Bislang ist keine Einigung in Sicht.

tkr / mit DPA