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Enthaupteter US-Journalist Foleys Eltern veröffentlichen letzte Drohmail der IS


Die Terrormiliz IS hat vor der Ermordung des US-Journalisten James Foley eine letzte Drohmail an dessen Eltern geschickt. Im Einvernehmen mit den Eltern steht diese nun online.

Die Eltern des ermordeten US-Journalisten James Foley haben die letzte E-Mail veröffentlicht, die die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihnen geschickt hat. Foley sei nur das erste Opfer gewesen, heißt es darin. Die Eltern hätten die Mail eine Woche vor der Veröffentlichung des Videos erhalten, das die Enthauptung des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeigt, schreibt "GlobalPost". Die Bostoner Nachrichtenseite, für die Foley gearbeitet hatte, entschied sich, den kompletten Inhalt der Mail online zu stellen. Im Einverständnis mit Foleys Eltern wolle man die ganze Geschichte erzählen und für Transparenz sorgen. "Wir glauben, der Text bietet Einblicke in die Motivation und Taktik des Islamischen Staats", ist dort zu lesen.

Die Mail sei als "Botschaft an die amerikanische Regierung" deklariert. Darin heiße es: "Ihr habt viele Möglichkeiten bekommen, über die Freilassung eurer Bürger gegen Geldtransaktionen zu verhandeln, so wie es andere Regierungen akzeptiert haben."

Die E-Mail endet mit der Erklärung, dass Foleys Exekution als "direkte Reaktion auf die Grenzüberschreitung" der Amerikaner gegenüber IS erfolge. Da die USA "nicht die schwachen und älteren Menschen, die Frauen und Kinder verschonen", wolle man dies im Gegenzug auch nicht tun.

Papst ruft Eltern an

Papst Franziskus hat die trauernden Eltern unterdessen angerufen und ihnen seine Anteilnahme ausgedrückt. Beeindruckt gewesen sei der Papst bei dem Gespräch von dem starken Glauben, den die katholische Mutter Foleys bewiesen habe, teilte der Vatikan mit. Franziskus sprach in Englisch und Spanisch auch mit dem Vater und einem weiteren Familienangehörigen. Alle hofften, dass solche tragischen Ereignisse sich nicht wiederholten. Auch der getötete Reporter war gläubig. Er hatte bei Jesuiten studiert.

"Weit mehr als eine Terrorgruppe"

Extremisten hatten den US-Reporter Anfang dieser Woche enthauptet. Anders als einige europäische Regierungen lehnt die US-Regierung Lösegeldzahlungen zur Befreiung von Geiseln ab.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte die IS als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. "Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe", sagte Hagel bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Die Organisation sei "so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere". Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien werden von den USA nicht mehr ausgeschlossen.

llf/DPA DPA

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