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Erste Fotos seit März: Fidel Castro kennt keinen Kopfschmerz

Was macht eigentlich Fidel Castro? Seit Monaten gab es kein Lebenszeichen mehr von Kubas Revolutionsführers. Die Gerüchte über seinen Gesundheitszustand brodelten. Doch jetzt zeigte er sich wieder.

Kubas Ex-Staatschef Fidel Castro ist Gerüchten über seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand entgegengetreten. Der 86-Jährige sandte am Wochenende und am Montag gleich mehrere Lebenszeichen aus: Fotos, einen Brief und einen Zeitungskommentar. "Ich erinnere mich nicht einmal daran, was Kopfschmerzen sind", schrieb der alte Revolutionsführer in dem Kommentar, der auf der offiziellen kubanischen Staatsseite "cubadebate.cu" veröffentlicht wurde.

Damit nahm er direkten Bezug auf die vor allem im Ausland geschürten Gerüchte über seinen nahen Tod. Diese seien "abartige Dummheiten", schrieb er. Vor allem im sozialen Netzwerk Twitter hatten Äußerungen des venezolanischen Arztes José Rafael Marquina für Gesprächsstoff gesorgt. Der aus Venezuela emigrierte Mediziner hatte am Donnerstag der Zeitung "ABC" in Spanien gesagt, Fidel Castro habe eine "massive Embolie" in einer Arterie der rechten Gehirnhälfte erlitten. Staatliche Medien in Venezuela bezeichneten den Mediziner als "Scharlatan".

Befeuert wurden die Spekulationen dadurch, dass Castro seit März nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Damals war er mit Papst Benedikt XVI. auf Kuba zusammengetroffen. Seit Juni erschien auch keine neue Ausgabe seiner Kolumne "Reflexiones de Fidel" mehr. Auch hatte man eine Reaktion Castros auf den Erfolg seines "Ziehsohnes" Chávez bei der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober in Venezuela vermisst.

Castro wählt weiterhin per Brief

Um alle Spekulationen zu beenden, traf sich Castro am Samstag mit Venezuelas früherem Vizepräsidenten Elías Jaua. Der stellte dies am Sonntag mit einem Foto unter Beweis.

Auf weiteren Fotos ist Fidel als Spaziergänger mit Strohhut und Stock in einem Garten zu sehen. In der Hand hält er eine aktuelle Ausgabe der Parteizeitung "Granma".

Außerdem nahm Fidel am Sonntag an den Kommunalwahlen teil. Er schickte seinen Wahlzettel per Boten an sein Wahllokal in Havanna, wie die Webseite der Regierung, Cubadebate, am Sonntagabend berichtete. Seit seiner Erkrankung hatte sich Castro stets für die Briefwahl entschieden.

ono/DPA/AFP / DPA