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Explosion auf Krim-Brücke Ukraine beschuldigt Russland und Wladimir Putin schweigt

Krim Brücke Ermittlungen
Russische Ermittler untersuchen die Schäden auf der Krim-Brücke.
© Uncredited/Russian Investigative Committee/AP / DPA
Die Brücke auf die von Moskau annektierte ukrainische Halbinsel Krim ist Prestigebau und wichtiges Nadelöhr. Nun hat eine Explosion Teile zerstört, und unklar ist, wer dahinter steckt. Für die Ukraine weisen die Spuren nach Russland.

Es ist wenig überraschend, dass sich die beiden Kriegsparteien Russland und Ukraine gegenseitig die Schuld für die Explosion auf der Krim-Brücke zuschieben. Als am Samstagmorgen ein Lkw detoniert war und Teile des Bauwerks zerstörte, sprach der Präsident des von Russland auf der Krim eingesetzten Regionalparlaments von einem Schlag durch "ukrainische Vandalen". Am Nachmittag dann reagierte Kiew: "Es ist erwähnenswert, dass der explodierte Lastwagen allen Anzeichen nach von der russischen Seite auf die Brücke fuhr. Die Antworten sollten also in Russland gesucht werden", sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak.

Russen identifizieren Lkw-Fahrer

Bei dem Unglück kamen russischen Angaben zufolge drei Menschen ums Leben, sieben Tankwaggons eines Güterzugs gerieten in Brand. Am Nachmittag wurde der Verkehr auf der Brücke wieder aufgenommen. Der Besitzer des Lastwagens konnte nach russischen Angaben identifiziert werden. Es handele sich um einen Einwohner der südlichen russischen Region Krasnodar, erklärten russische Ermittler, ohne den Namen des Mannes zu nennen. Demnach wurden an seinem Wohnsitz Ermittlungen eingeleitet, die dokumentierte Fahrtroute des Lkw werde überprüft. 

Für die Führung in Moskau ist die Krim-Brücke sowohl Prestigebau als auch wichtige Nachschubroute. Immer wieder wurde betont, dass sie trotz der Militäroffensive sicher sei und für den Fall eines Angriffs hat der Kreml mit ernsthaften Reaktionen gedroht. Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass Russlands Präsident Wladimir Putin zu dem mutmaßlichen Anschlag schweigt. Auch in den kommenden Tagen sei ein solcher Auftritt nicht geplant, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

Ukrainer jubeln über zerstörte Brücke

In der Ukraine wurden die Bilder der zerstörten Brücke mit Jubel aufgenommen. "Krim. Die Brücke. Der Anfang", schrieb Präsidenten-Berater Podoljak. "Alles Illegale muss zerstört werden, alles Gestohlene muss an die Ukraine zurück." Er sagte nicht explizit, dass die Ukraine verantwortlich sei für die Explosion und den Brand. Ein paar Stunden später stellte er den Anschlag dann als Konkurrenzkampf zwischen russischer Armee und Geheimdienst FSB dar. Der FSB versuche die Armeespitze auszuwechseln und sei nun plötzlich selbst angeschlagen, weil er den Angriff auf die Brücke verschlafen habe. "Ist es nicht offensichtlich, wer die Explosion verursacht hat?", so Podoljak verschwörungstheoretisch.

nik DPA AFP

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