VG-Wort Pixel

Finanzskandal in Paris Ex-Schatzmeister nimmt Hollande in Schutz


Der einstige Wahlkampf-Schatzmeister von François Hollande, Jean-Jacques Augier, betont der Präsident habe mit seinen Investitionen "nichts zu tun". Ein Verfahren gegen Augier läuft bereits.

Nach Vorwürfen wegen seiner Offshore-Firmen hat der einstige Wahlkampf-Schatzmeister von François Hollande, Jean-Jacques Augier, den französischen Staatschef gegen Kritik in Schutz genommen. Der Präsident habe "nichts zu tun" mit seinen Investitionen auf den Kaiman-Inseln, sagte Augier am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Er hob erneut hervor, dass nichts Illegales an den zwei Firmen in dem Steuerparadies sei. Es habe sich nicht um Finanzspekulation gehandelt. Er habe daraus auch keine Steuervorteile gezogen.

Die Zeitung "Le Monde" hatte am Donnerstag im Rahmen der weltweiten Enthüllungen über Steuerparadiese über die zwei Firmen von Augier auf den Kaiman-Inseln berichtet. Der Bericht kam für Hollande und seine sozialistische Regierung zu einem denkbar ungelegenen Zeitpunkt: Am Dienstagabend hatte der zwei Wochen zuvor zurückgetretene Haushaltsminister Jérôme Cahuzac den Besitz eines heimlichen Schwarzgeld-Kontos im Ausland einräumen müssen, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte.

Der Skandal um den Ex-Minister, gegen den inzwischen ein formelles Ermittlungsverfahren wegen "Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung" läuft, brachte die Regierung schwer in Bedrängnis. Die Opposition will seither wissen, ob nicht auch Hollande oder sein Regierungschef Jean-Marc Ayrault schon früher von dem Auslandskonto wussten. Der Premierminister forderte Cahuzac am Donnerstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter auf, auf die Zahlungen zu verzichten, die ihm als ehemaligem Minister sechs Monate lang zustehen.

amt/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker