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Premierminister verweigert Dementi: Australien soll Menschenhändler bezahlt haben

Haben australische Behörden Menschenhändlern Geld gegeben, damit sie Flüchtlingsboote zurück nach Indonesien steuern? Premierminister Tony Abbott weigert sich entsprechende Berichte zu dementieren.

Australiens Premierminister Tony Abbott verweigert ein Dementi

Australiens Premierminister Tony Abbott wird für seine harte Linie gegenüber Flüchtlingen von der Opposition und internationalen Hilfsorgnisationen kritisiert

Australien hat offenbar Menschenschmugglern dafür Geld gezahlt, dass sie mit ihrem Boot voller Flüchtlinge nach Indonesien zurückkehren. Premierminister Tony Abbott lehnte es auf Nachfrage am Freitag wiederholt ab, entsprechende Informationen zu dementieren. "Die kurze Antwort ist: Die australische Regierung wird tun, was immer notwendig ist, um diesen bösen Handel zu stoppen", sagte Abbott dem Radiosender 3AW. Die Regierung habe den Menschenhandel gestoppt und werde mit allen Mitteln dafür sorgen, dass dies so bleibt.

Die indonesischen Behörden hatten zuvor erklärt, sie würden Vorwürfe überprüfen, denen zufolge der Kapitän eines Flüchtlingsbootes und seine fünf Besatzungsmitglieder jeweils 5000 US-Dollar (rund 4400 Euro) von einem australischen Grenzschutzbeamten erhielten, um die Flüchtlinge aus Bangladesch, Myanmar und Sri Lanka nach Indonesien zurückzubringen. Das Boot war Ende Mai auf einer Insel im Osten Indonesiens eingetroffen, nachdem es auf dem Weg nach Neuseeland von der australischen Marine abgefangen und zur Umkehr gezwungen worden war.

Indonesien Außenamtssprecher Arrmanatha Nasir sagte am Donnerstag, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre dies "sehr bedauerlich". Ein Einwanderungsexperte der australischen Opposition, Richard Marles, rief die Regierung in Canberra auf, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen und sich nicht länger hinter einer nicht gerechtfertigten Geheimnistuerei zu verstecken. Wenn sie tatsächlich Menschenschmuggler bezahle, wäre dies eine "sehr gefährliche Entwicklung". Die konservative Regierung von Abbott hält trotz internationaler Kritik an ihrer harten Einwanderungspolitik fest.

ono / DPA