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Energiekrise Russland dreht erneut den Gashahn zu: Gazprom kündigt Wartung von Nord Stream 1 an

Gasspeicher in Rehden
Von Gazprom-Tochter Astoria betriebener Gasspeicher Rehden: Gazprom hat verkündet, die Pipeline Nord Stream 1 erneut abzuschalten.
© Sina Schuldt / DPA
Erst kürzlich sorgte die Meldung, die deutschen Gasspeicher seien früher als geplant zu 75 Prozent gefüllt, für leichte Beruhigung der Lage. Nun aber dreht Gazprom den Gashahn erneut zu. Die Pipeline Nord Stream 1 müsste gewartet werden.

Russland hat angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August für drei Tage unterbrechen. Vom 31. August bis zum 2. September werde wegen Wartungsarbeiten kein Gas nach Deutschland fließen, teilte der Staatskonzern Gazprom am Freitag mit.

Danach sollten täglich wieder 33 Millionen Kubikmeter Erdgas geliefert werden. Das entspricht den 20 Prozent der täglichen Maximalleistung, auf die Russland die Lieferung schon vor einigen Wochen verringert hat.

Gazprom: Siemens-Spezialisten an Wartung beteiligt

In den drei Tagen müsse die einzige funktionierende Turbine der Kompressorstation Portowaja überprüft und überholt werden, hieß es von Gazprom. Dies solle in Zusammenarbeit mit Spezialisten von Siemens Energy geschehen. Eine solche Wartung sei alle 1000 Betriebsstunden nötig, hieß es.

Wegen angeblich nötiger Reparaturen hatte Gazprom schon seit längerem den Gasfluss auf 33 Millionen Kubikmeter gedrosselt. Um eine in Kanada reparierte Turbine zurückzuholen, bat Deutschland die Regierung in Ottawa um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Moskau. Doch als das Aggregat zurück in Deutschland war, zeigte Gazprom keine Eile, es einzubauen. Das Unternehmen führte fehlende Papiere als Grund an. Die Bundesregierung warf Moskau deshalb vor, die technischen Probleme nur vorzuschützen.

Nord Stream 1 transportiert seit 2011 Gas unter der Ostsee

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine versucht Deutschland, seine Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Um die Speicher für die Heizsaison zu füllen, wird nach anderen Lieferanten gesucht. Die Doppelleitung Nord Stream 1 transportiert seit 2011 Gas unter der Ostsee nach Deutschland.

do DPA AFP

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