Gaza-Streifen Heftige Kämpfe vor Gaza-Stadt

Blutige Gefechte rund um Gaza: Israels Armee hält die Stadt umstellt, rückt aber nicht ein. Die Kämpfe mit der Hamas forderten nach Angaben der Palästinenser bislang mehr als 900 Todesopfer. Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte Israels Militäroffensive - allerdings mit zahlreichen Enthaltungen.

Ohne in die dichter besiedelten Gebiete vorzudringen, haben sich israelische Truppen am Montag in den Außenbezirken der Stadt Gaza erneut schwere Gefechte mit den Kämpfern der radikal-islamischen Hamas geliefert. Dabei wurden zehn Palästinenser getötet. Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde waren unter den Toten auch Frauen und Kinder. Sie seien bei verschiedenen Panzer- und Luftangriffen im Gaza-Streifen ums Leben gekommen. Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde mehr als 900 Palästinenser, 4100 erlitten Verletzungen. Laut israelischer Armee wurden bei den Angriffen bislang etwa 400 Hamas-Aktivisten getötet.

Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte die israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen. Der Rat verlangte auf einer Sondersitzung am Montag in Genf eine sofortige Waffenruhe und will eine internationale Untersuchungskommission in das Gebiet entsenden. Die Resolution wurde mit 33 Stimmen bei einer Gegenstimme Kanadas und 13 Enthaltungen angenommen. Die europäischen Staaten, darunter Deutschland, enthielten sich. Die Sondersitzung des 47 Länder umfassenden Gremiums war vor allem auf Ersuchen islamischer und afrikanischer Staaten zustandegekommen.

Die Resolution berücksichtige nur einen Aspekt des Konflikts, begründeten die Staaten, die das Papier nicht annahmen, ihre Entscheidung. In dem Text wird zwar auch ein Ende des Raketenbeschusses durch die Hamas verlangt, die Angriffe der Organisation werden aber nicht verurteilt. Israel wird erneut aufgefordert, sich aus den palästinensischen Gebieten völlig zurückzuziehen.

Der israelische Rundfunk meldete, die Armee setze Reservetruppen ein, um ein begrenztes weiteres Vordringen im Gaza-Streifen zu ermöglichen. Die Armee halte Gaza weiterhin umstellt, marschiere aber bislang nicht in die dichter besiedelten Viertel vor. Ein Armeesprecher sagte am Montagnachmittag, die Luftwaffe habe mehr als 25 Ziele im Gaza-Streifen angegriffen. Bodentruppen hätten sich ein Feuergefecht mit gegnerischen Kämpfern geliefert, die sich in einer Moschee versteckt hielten. Die palästinensischen Kämpfer seien auch von der Luftwaffe beschossen worden. Anschließend hätten Israels Truppen in der Moschee Kassam-Raketen und Mörsergranaten gefunden. Auch in einem anderen Fall seien zahlreiche Waffen gefunden worden, darunter Flugabwehrraketen.

Israel hielt am Vormittag erneut drei Stunden lang eine Feuerpause im Gaza-Streifen ein. 165 Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern durften in das umkämpfte Gebiet einfahren. Die Armee warf der Hamas vor, erneut mit Raketenangriffen gegen die Feuerpause verstoßen zu haben. Im Verlauf des Tages seien insgesamt mehr als zehn Raketen auf Israel abgefeuert worden, sagte ein Sprecher. Der Weltsicherheitsrat hatte Israel und die Hamas in der Nacht zum Freitag zu einer sofortigen und dauerhaften Waffenruhe im Gaza-Streifen aufgefordert.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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