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Gaza: Zwei Hamas-Mitglieder bei Raketenangriff getötet

Bei einem neuen israelischem Raketenangriff in der Stadt Gaza sind mindestens zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet worden.

Israel hat eine unverminderte Fortsetzung militärischer Aktionen gegen militante palästinensische Organisationen angekündigt. "Wir führen die Operationen gegen Hamas und andere Terrorgruppen fort, um sie davon abzuhalten, israelische Bürger zu verletzen", sagte Ministerpräsident Ariel Scharon bei einer Kabinettssitzung. Bei einem israelischen Raketenangriff auf ein Auto in Gaza wurden nach Rettungsdienstangaben ein Palästinenser getötet, 26 Personen wurden verletzt.

In den vergangenen zwei Wochen hat Israel bei fünf solchen Angriffen zehn Mitglieder der Untergrundorganisation Hamas und drei Passanten getötet. In dem am Montag getroffenen Auto haben nach Augenzeugen drei Hamas-Kämpfer gesessen. Mindestens ein Insasse sei aus den Flammen geflohen.

Vergeltung für Selbstmordanschlag

Die israelische Regierung betrachtet die Liquidierung von Hamas-Mitgliedern als Vergeltung für den Selbstmordanschlag vom 19. August, bei dem in Jerusalem 21 Menschen getötet wurden. Seitdem ist der Friedensprozess zum Stillstand gekommen, militante palästinensische Gruppen haben ihren Waffenstillstand beendet.

Verschärfte Atkionen im Gazastreifen

Auf der Kabinettssitzung wurde über eine Verschärfung der Aktionen im dicht besiedelten Gazastreifen beraten. Heereschef Mosche Jaalon wurde in Medienberichten mit der Bereitschaft zitiert, eine 3.000 Mann starke Infanteriebrigade in das Autonomiegebiet zu schicken. Vom Gazastreifen waren zuletzt israelische Orte mit palästinensischen Raketen beschossen worden, darunter ein offenbar weiter entwickeltes Geschoss mit größerer Reichweite.

Solana ist besorgt

EU-Chefdiplomat Javier Solana zeigte sich nach Gesprächen in Jerusalem und Amman besorgt über die Lage im Nahen Osten. "Die Situation ist nicht gut, es ist eine sehr kritische Lage", sagte Solana. "Eines Tages muss jeder fortfahren, im Sinne der Road Map als einziger Lösung zu arbeiten und zu denken", fügte er hinzu.

Im Westjordanland und Gazastreifen war der Montag der erste Schultag für mehr als eine Million palästinensische Schüler. Im Westjordanland lockerten die israelischen Truppe gebietsweise einige Restriktionen, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. In Nablus kam es zu Zusammenstößen, hunderte Jugendliche bewarfen israelische Panzer und Jeeps mit Steinen. Ein palästinensischer Rettungssanitäter berichtete, ein 15-jähriger Junge sei schwer verletzt worden, als ein israelischer Panzer wahllos in die Menge gefeuert habe. Aus der 70 Jugendliche zählenden Gruppe sei ein Brandsatz geworfen worden, der den Panzer getroffen habe.