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Geiseln in Kolumbien: Weltweite Proteste gegen Guerillos

Marsch für die Freiheit: In Kolumbien und anderen Ländern sind Demonstranten für die Freilassung der Geiseln der Guerillaorganisation Farc auf die Straße gegangen. "Ich hoffe, die Farc hört zu", sagte Clara Rojas, die nach sechs Jahren Gefangenschaft nun freigelassen worden war.

Mehr als vier Millionen Menschen haben in Kolumbien gegen die Guerillagruppe Farc demonstriert und die Freilassung aller Geiseln gefordert. Auch in anderen Ländern kam es zu Protestmärschen, darunter Spanien, Frankreich, Italien, Schweden und Ungarn. Insgesamt hatten die Organisatoren Zusagen aus 165 Städten weltweit erhalten.

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gingen nach Polizeiangaben 4,8 Millionen Menschen auf die Straße. Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um die landesweiten Protestmärsche zu übertragen. "Ich hoffe, die Farc hört zu", sagte die ehemalige Geisel Clara Rojas, die nach fast sechs Jahren in der Gewalt der Revolutionären Streitkräften Kolumbiens im Januar freigelassen worden war.

Organisation über Facebook

Die Demonstranten gingen mehrheitlich in weißen T-Shirts auf die Straße, sie trugen weiße Transparente und Schilder. Zu dem Marsch aufgerufen habe eine Gruppe Jugendlicher vor einem Monat auf der Internet-Plattform Facebook, berichtet die kolumbianische Zeitung "El Colombiano". In der Folge sei die Bewegung "Un millón de voces contra las Farc" (Eine Million Stimmen gegen die Farc) entstanden, die die Freilassung aller Geiseln fordert. Teilweise sollten im Gegenzug Farc-Guerillakämpfer aus kolumbianischen Gefängnissen entlassen werden.

Laut "El Colombiano" verliefen die Proteste in Kolumbien friedlich und wurden von massivem Polizei- und Militär-Aufgebot begleitet. Einige Demonstranten kritisierten lautstark den venezuelanischen Präsidenten Hugo Chávez und die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba für ihre sanfte Haltung gegenüber den Farc.

Weltweite Protestmärsche

Nach Angaben der Regierung haben die Guerilleros mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt, darunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. In Madrid beteiligten sich nach kolumbianischen Angaben mehr als 10.000 Menschen an den Protesten. In Venezuela, Panama und Mexiko gingen hunderte Menschen auf die Straße. In Schweden hielten die Demonstranten für eine Schweigeminute inne.

lio/ AP / AP