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Geruchlos, unsichtbar, tödlich: So verheerend wirkt das Giftgas Sarin

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien soll Sarin eingesetzt worden sein. Das Nervengas gehört zu den gefürchtetsten Kampfstoffen. Schon ein kleiner Tropfen kann tödlich sein.

Zwei Kinder werden nach der Attacke auf den Ort Chan Scheichun mit Sauerstoff versorgt

Zwei Kinder werden nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf den Ort Chan Scheichun in Syrien mit Sauerstoff versorgt. Experten vermuten, dass bei der Attacke der Kampfstoff Sarin eingesetzt wurde.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht von einem Kriegsverbrechen: 72 Menschen wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf den Ort Chan Scheichun im Norden Syriens getötet. Unter den Opfern sind demnach 17 Frauen und 20 Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte in Genf, das augenscheinliche Fehlen äußerer Verletzungen und andere Anzeichen deuteten auf die Einwirkung von Nervengift hin. Experten gehen davon aus, dass bei dem Massaker das Giftgas Sarin eingesetzt wurde.

Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Schon ein Milligramm auf der Haut kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand und damit zum Tod führen. Das Nervengas ist geruchlos, geschmacklos und unsichtbar, die Opfer merken daher nicht, dass sie der Phosphorverbindung ausgesetzt sind. Sarin ist schwerer als Luft und sammelt sich in Bodennähe. Es kann durch Einatmen, über die Haut oder über die Augen aufgenommen werden. Eine Gasmaske allein reicht deshalb als Schutz nicht aus.

Behandlung auch für Helfer gefährlich

Sarin wirkt über das Zentrale Nervensystem des Menschen. Das Gift verhindert laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Abbau des chemischen Botenstoffes Acetylcholin an den Rezeptoren der Nervenzellen. Der dadurch entstehende Acetylcholin-Überschuss führt zu einer Reizüberflutung der Nervenzellen, quasi zu einer Dauererregung.

Bei leichten Vergiftungen leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen, Atemnot mit einem Druckgefühl in der Brust, Schweißausbrüchen, gesteigertem Fluss von Speichel, Nasensekret und Tränenflüssigkeit und starken Sehstörungen (Engstellung der Pupille) mit Augenschmerzen.

Bei schwereren Vergiftungen kommen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bewusstseinsstörungen und Krämpfe hinzu. In den schlimmsten Fällen kommt es zu einem Krampfanfall, starker Atemnot, Stuhl- und Harninkontinenz, Angstzuständen, Bewusstlosigkeit und schließlich dem Tod.

Die Behandlung von Sarinvergiftungen ist schwierig und auch für die Helfer gefährlich, da sie den Kontakt mit dem Gift vermeiden müssen. Als Erstmaßnahmen müssen Opfer dem BBK zufolge unverzüglich aus der toxischen Umgebung entfernt und an die frische Luft gebracht werden. Betroffene Hautstellen müssen wiederholt gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Verseuchte Kleidung muss entfernt und entsorgt werden.

Zudem sollte den Betroffenen möglichst schnell Atropin gespritzt werden. Das Gift der Tollkirsche blockiert die Rezeptoren der Nervenzellen und stoppt so die Reizüberflutung. Ob damit schwere Schäden verhindert werden können, hängt allerdings davon ab, wie schnell Atropin verabreicht wird.

Bei Überlebenden können sich die Auswirkungen im Zentralen Nervensystem langsam zurückbilden. Sie können aber auch irreversibel sein. Häufig tragen die Opfer zudem Langzeitschäden an der Lunge oder den Augen davon.

Verfügt Syrien noch über Sarin-Vorräte?

Sarin (chemischer Name: Methlylfluorophosphonsäureisopropylester) wurde im Dezember 1939 von deutschen Chemikern als Insektenvernichtungsmittel entwickelt. Benannt ist er nach seinen Erfindern Schrader, Ambros, Ritter und von der Linde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Giftgas von den Nationalsozialisten als Kampfstoff produziert, aber nicht eingesetzt. Während des Kalten Krieges stellten auch Russland und die USA Sarin her.

Syrien hatte laut dem Institut für Strategische Studien in London seit den 1970er-Jahren große Mengen Chemiewaffen produziert, darunter auch Sarin. Sein Arsenal galt lange Zeit als das größte der Region und das viertgrößte weltweit. Im Oktober 2013 stimmte Machthaber Baschar al Assad dann der Vernichtung sämtlicher Chemiewaffen seines Landes zu, um einen US-Militäreinsatz abzuwenden. Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zerstörten daraufhin die bekannten syrischen Bestände. David Friedman, bei der israelischen Armee früher für den Schutz vor chemischen und biologischen Waffen zuständig, glaubt jedoch nicht, dass das komplette Chemiewaffenarsenal vernichtet wurde. Man könne davon ausgehen, dass das syrische Regime weiterhin über Vorräte an Sarin- und Senfgas verfüge, sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Die UN stuft Sarin als Massenvernichtungswaffe ein. 

Im Rahmen der Genfer Chemiewaffenkonvention von 1993 wurden Produktion und Lagerung des Giftgases verboten. Sein Einsatz bei bewaffneten Konflikten gilt als Kriegsverbrechen. In Syrien spielt all das jedoch keine Rolle, wie das Massaker von Chan Scheichun erneut auf grausame Weise zeigt. Seit Langem schon beklagt die OPCW immer wieder den Einsatz von Sarin, Senfgas und Chlorgas im Syrien-Krieg, allerdings ohne dabei die Urheber der Angriffe zu benennen. Nach UN-Untersuchungen haben sowohl die Regierung als auch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bereits Giftgas in dem Konflikt eingesetzt.

Sarin bei Anschlag in Tokio eingesetzt

Mittlerweile sind für die Sarin-Produktion nämlich längst keine Hightech-Labore mehr notwendig: "Um Nervengas wie Sarin herzustellen, reichen Kenntnisse in Organischer Chemie, wie sie ein Student im 5. oder 6. Fachsemester erworben hat", zitiert "Praxisvita" den Militärexperten Michael Höfer. Daher droht auch von Fanatikern und Terroristen Gefahr durch die tückische Waffe: So griff die irakische Luftwaffe unter Diktator Saddam Hussein 1988 ein von kurdischen Kämpfern kontrolliertes Dorf mit Sarin-Bomben an und und tötete tausende Menschen. 1995 wurde Sarin bei einem Anschlag in Tokio eingesetzt. Die Aum-Sekte tötete damals mit dem Gas in der U-Bahn der Millionenstadt zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.