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Gipfeltreffen: "Wir teilen ein Ziel"

Präsident Bush und sein russischer Amtskollege Putin haben zum Abschluss ihrer zweitägigen Gespräche das beiderseitige Verhältnis als solide und gut gewürdigt.

US-Präsident George W. Bush und der russische Präsident Wladimir Putin haben den Iran und Nordkorea zur Einstellung ihrer Atomprogramme aufgerufen. Zugleich bekräftigten die beiden Staatschefs am Samstag zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Camp David die Absicht, Irak zu einem freien und demokratischen Land zu machen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Gipfelgespräche stand nach Angaben von Bushs Beratern der weltweite Kampf gegen den Terrorismus. Auch der Nahost-Konflikt sollte zur Sprache kommen.

"Wir teilen ein Ziel, und das ist sicherzustellen, dass der Iran nicht über Atomwaffen oder ein Atomwaffenprogramm verfügt", sagte Bush auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Die USA und Russland seien sich darüber im Klaren, dass "wir zusammenarbeiten müssen, um den Iran davon zu überzeugen, jegliche Ambitionen aufzugeben". Putin sagte, die beiden Staaten wollten ein "deutliches aber respektvolles Signal an den Iran" senden, seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde zu verstärken. Auch Nordkorea rief Bush auf, sein Atomprogramm zu beenden.

Umarmung in Camp David

Trotz der Differenzen hinsichtlich des Irak-Kriegs hoben Bush und Putin ihre engen Beziehungen hervor. "Ich fühle mich geehrt, dass er hier ist, und ich weiß den großartigen Dialog zu schätzen, den wir gestern Abend und heute geführt haben", sagte Bush über seinen Gast.

Putin war am Freitag mit einer halben Stunde Verspätung in Camp David eingetroffen. Bush begrüßte ihn lächelnd mit einer Umarmung. Putin wurde unter anderem begleitet von Außenminister Igor Iwanow, auf amerikanischer Seite nahmen der Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, sowie Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice an dem Gipfel teil.

Russland hatte sich entschieden gegen den Irak-Krieg ausgesprochen. Putin forderte in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York am Donnerstag eine direkte Beteiligung der Vereinten Nationen beim Wiederaufbau des Iraks. Sein Außenminister Iwanow sagte zugleich, Moskau sei zu einem konstruktiven Dialog bezüglich des Wiederaufbaus bereit.

Freundschaft trotz Meinungsverschiedenheiten

Trotz vieler Meinungsverschiedenheiten hat sich zwischen Bush und Putin in den vergangenen Jahren eine persönliche Freundschaft entwickelt. Uneinigkeit besteht unter anderem hinsichtlich der russischen Hilfe beim Bau eines Atomkraftwerks im Iran. Aus US-Regierungskreisen verlautete, Russland trage damit zur Verbreitung von nichtkonventionellen Waffen bei. Russland und der Iran erklärten, ihnen gehe es lediglich um die Stromproduktion. Putin hat bisher keine Bereitschaft signalisiert, die Zusammenarbeit zu beenden.

Zweiter Streitpunkt ist der Krieg in der Kaukasusrepublik Tschetschenien, den Putin als Teil des weltweiten Antiterrorkampfs betrachtet. Er warf den USA vor, sie hätten in Katar geheime Gespräche mit dem Rebellenvertreter Zelimchan Jandarbijew geführt.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September konzentrieren sich beide Seiten jedoch mehr auf ihre Gemeinsamkeiten. Präsidentensprecher Scott McClellan erklärte am Freitag, es gebe eine neue strategische Beziehung zu Russland, die beide Präsidenten ausgearbeitet hätten. Beide Länder arbeiteten auf zahlreichen Gebieten zusammen, um gemeinsamen Herausforderungen zu begegnen.