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+++ Griechenland-Krise +++: "Nein bedeutet, in Würde in Europa zu leben"

Zwei Tage vor dem Griechenland-Referendum hält Ministerpräsident Alexis Tsipras eine flammende Rede vor seinen Anhängern - und fordert deutlich ein "Nein". Was sonst noch an diesem Tag der Griechenland Krise passierte, können Sie hier nachlesen.

Alexis Tsipras hält in Athen eine Rede vor Syriza-Anhängern

Warb eindringlich für ein "Nein" beim Griechenland-Referendum: Premierminister Alexis Tsipras

Griechenland ist pleite und kann seine internationalen Gläubiger nicht mehr bedienen. Vor Verhandlungen über neue Hilfen soll das griechische Volk am Sonntag in einem von der Regierung angesetzten Referendum über die Sparmaßnahmen entscheiden. Heute berät das Oberste Verwaltungsgericht, der Staatsrat, über die Rechtmäßigkeit der Volksabstimmung. Die Regierung um Alexis Tsipras fordert ein "Nein" von den Bürgern, EU-Politiker hingegen werben für eine Zustimmung zu den Gläubigerforderungen.                                                                                                          Die Ereignisse des Tages im Ticker:

+++ 22.51 Uhr: Gute Nacht +++

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Wochenende bringt nicht nur viel Sonnenschein, sondern auch das Referendum in Griechenland. Momentan lässt sich schwer vorhersagen, wie die Griechen abstimmen werden und was dann passiert. Alles zur Griechenland-Krise und zum Referendum finden Sie Morgen wieder hier.

Ihnen erst einmal eine gute Nacht!

Ihre stern-Redaktion

+++ 21.23 Uhr: Tsipras: "Nein bedeutet, in Würde in Europa zu leben" +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wirbt vor Zehntausenden Anhängern in Athen erneut für ein "Nein" beim Referendum über die Spar- und Reformforderungen der internationalen Gläubiger. Ein "Nein" am Sonntag eröffne die Chance, "in Würde in Europa zu leben", sagt Tsipras. Die Griechen müssten sich gegen Ultimaten wehren und gegen "diejenigen, die Euch terrorisieren".

+++ 21.00 Uhr: "Griechen entscheiden nicht über den Euro" +++

Die Euro-Zone muss sich nach den Worten von EU-Ratspräsident Donald Tusk möglicherweise daran gewöhnen, künftig ein zahlungsunfähiges Mitglied in ihren Reihen zu haben. Die EU suche nach Wegen, Griechenland im Euro zu halten, sagt Tusk in einem Interview des Nachrichtenportals Politico. Bei dem Referendum gehe es ganz eindeutig nicht um die Euro-Zone. Sollten die Griechen am Sonntag mit "Ja" stimmen, bestehe die Chance, ein neues Kapitel bei den Verhandlungen aufzuschlagen. Sollten sie sich für "Nein" entscheiden, werde der Verhandlungsspielraum natürlich kleiner, sagt Tusk.

+++ 20.44 Uhr: Hunderte Deutsche solidarisieren sich mit den Griechen +++

Aus Solidarität mit dem überschuldeten Griechenland gehen hunderte Menschen in verschiedenen deutschen Städten auf die Straße. Der Protest richtet sich am Abend  gegen die Sparauflagen der Geldgeber Griechenlands. Die Demonstrationen laufen annähernd zeitgleich zu einer Großkundgebung von Gegnern des Sparkurses in Athen.

In Berlin versammeln sich nach Polizeiangaben zunächst rund 300 der erwarteten 3000 Teilnehmer. In Frankfurt ziehen ebenfalls 300 zur Europäischen Zentralbank (EZB), einer der drei

Gläubiger-Institutionen. In Stuttgart kamen nach Veranstalterangaben rund 500 Menschen zu einer Kundgebung, in Freiburg 200.

Aufgerufen zu den Aktionen hatten unter anderem die kapitalismuskritische Blockupy-Bewegung und das globalisierungskritische Netzwerk Attac unter dem Motto "Nein! Oxi! No! zur Sparpolitik - Ja zur Demokratie!". Das griechische Wort "Oxi" bedeutet "Nein". Die Demonstranten forderten die Griechen damit auf, beim Referendum am Sonntag mit "Nein" zu stimmen.

+++ 19.07 Uhr: Demonstration und Gegendemonstration wegen Referendum +++

Tausende griechische Bürger demonstrieren vor dem Parlamentsgebäude in Athen gegen die Sparpolitik und für eine harte Haltung der links-geführten Regierung gegenüber den Gläubigern des pleitebedrohten Landes demonstriert. Gleichzeitig versammeln sich Tausende vor dem alten Olympiastadion von Athen, "Panathinaikon", und demonstrieren unter dem Motto "Wir bleiben in Europa" für den Verbleib in der Eurozone.

 Die Menschen der sogenannten Front für das "Ja" fordern, dass sich Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den Partnern und Gläubigern verständigt, damit Griechenland den Euro als Währung behalten kann. Die Demonstranten des "Nein" lehnen lautstark weitere Sparmaßnahmen ab und skandieren: "Schluss mit der Austerität!". Die Polizei hatte aus Angst vor Ausschreitungen starke Einheiten zwischen den beiden Kundgebungen im Zentrum Athens positioniert.

Rund 200 vermummte Autonome sollen nach Medienberichten versucht haben, die Demonstration für das "Nein" zu stören. Sie zündeten Mülleimer an. Die Polizei habe die Randalierer vom Platz vor dem Parlament verdrängt, berichteten Augenzeugen.

+++ 18.32 Uhr: Umfrage weist auf äußerst knappes Rennen bei Volksabstimmung in Griechenland hin +++

Bei der Volksabstimmung zur Sparpolitik in Griechenland zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge eine äußerst knappe Entscheidung ab. 41,7 Prozent der Befragten zeigen sich demnach mit den Forderungen der Gläubiger einverstanden, 41,1 Prozent kündigen ein "Nein" beim Referendum am Sonntag an. Das hat eine Umfrage ergeben, die im griechischen Nachrichtenportal "To Proto Thema" veröffentlicht wurde. Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut ALCO durch. Befragt wurden landesweit 1400 Menschen.

+++ 18.18 Uhr: Griechisches Gericht lehnt Beschwerde gegen Referendum ab +++

Das Referendum in Griechenland über den künftigen Kurs in der Schuldenkrise kann wie geplant am Sonntag stattfinden. Das Oberste Verwaltungsgericht hat eine Klage gegen die Volksabstimmung zurückgewiesen. "Das Referendum findet statt", sagt Richter Nikolaos Sakellariou. Die Kläger hatten den knappen Zeitraum zur Vorbereitung und eine unklare und zu komplexe Fragestellung moniert.

+++ 15.35 Uhr: Paypal und Co. blockieren angeblich Zahlungen mit griechischen Kreditkarten +++

Mit griechischen Kreditkarten kommt man aktuell bei Paypal angeblich nicht sehr weit

Mit griechischen Kreditkarten kommt man aktuell bei Paypal angeblich nicht sehr weit

Wie "Focus" mit Verweis auf griechische Medien berichtet, hat der Online-Bezahldienst Paypal Zahlungen von Kreditkarten, die mit griechischen Konten verknüpft sind, blockiert. Ein Sprecher des Unternehmens habe das bestätigt: "Aufgrund der jüngsten Entscheidungen der griechischen Behörden betreffend der Kapitalverkehrskontrollen sind Zahlungen und Transaktionen, die mit griechischen Bankkonten und Kreditkarten verknüpft sind, mit Paypal derzeit nicht möglich."

Auch auf "Redit" kommen Fragen auf, warum Zahlungen mit griechischen Keditkarten nicht mehr möglich sind. Laut dem Bericht von "Focus" könne man auch bei Amazon und iTunes nicht mehr mit griechischen Kreditkarten einzukaufen.

+++ 15.20 Uhr: Buchmacher setzen auf griechisches "Ja" +++

Die britischen und irischen Buchmacher glauben an ein "Ja"-Votum der Griechen zum Verbleib in der Eurozone. Beim irischen Buchmacher Paddy Power hätten 85 Prozent der zu diesem Thema platzierten Wetten auf ein "Ja" der Griechen im Referendum am Sonntag gesetzt. Auch bei Ladbrokes, einem der großen Vier unter den Buchmachern Großbritanniens, ergibt sich ein ähnliches Bild. "Zwei Drittel des gesetzten Geldes wird auf ein "Ja" gesetzt, sagte ein Sprecher. Die Briten wetten seit Wochen auf die Situation in Griechenland. Der Buchmacher William Hill hat das Glücksspiel inzwischen ausgesetzt. "Die Situation ist zu volatil, um vernünftige Quoten berechnen zu können", sagte ein Sprecher.

+++ 14.50 Uhr: Schäuble erneuert Kritik +++

Finanzminister Wolfgang Schäuble erneuert angesichts der Referendumspläne seine Kritik an der griechischen Regierung. "Der Vorschlag, über den die Regierung abstimmen lassen will, liegt nicht mehr auf dem Tisch", sagt er "Bild". Käme es zu neuen Verhandlungen, würden diese sehr schwierig. "Denn die Lage in Griechenland hat sich in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert."

+++ 14.20 Uhr: Rettungsfonds erklärt Griechenland für insolvent +++

 Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat der Euro-Rettungsfonds das Land am Freitag für insolvent erklärt. Es sei offiziell Zahlungsausfall festgestellt worden, erklärte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) am Freitag. Allerdings sei entschieden worden, von Athen "nicht die unmittelbare Rückzahlung von Krediten zu verlangen".

+++ 14.02 Uhr: Dijsselbloem dämpft griechische Hoffnung auf Einigung +++ 

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem dämpft die Hoffnungen auf eine Einigung mit Griechenland erneut. Die Äußerung seines griechischen Kollegen Yanis Varoufakis, wonach eine Übereinkunft in greifbarer Nähe ist, sei "komplett falsch".

+++ 13.45 Uhr: Sonderflüge nach Athen zum Referendum +++

Zum Referendum am Sonntag bietet eine griechische Airline Sonderflüge nach Athen an. Am Sonntag und Montag sind zusätzliche Flüge ab London-Stansted und Brüssel geplant, gibt die Gesellschaft Aegean Air auf ihrer Website bekannt. Passagiere, die sich auf Handgepäck beschränken, fliegen zu einem günstigeren Preis. Damit wolle man es griechischen Wählern ermöglichen, an der Abstimmung teilzunehmen. Im Ausland lebende Griechen können nicht am Volksentscheid teilnehmen. Wenn sie abstimmen wollten, können sie das nur in Griechenland.

+++ 13.05 Uhr: Russischer Außenminister: Kein Antrag auf Finanzhilfen aus Griechenland +++

 Griechenland hat keinen Antrag auf Finanzhilfen bei der Regierung in Moskau gestellt, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow laut einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA sagt.

+++ 13.03 Uhr: Tsipras wird offenbar öffentliche Erklärung abgeben +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wird nach einem Bericht des Senders Mega TV in Kürze eine öffentliche Erklärung abgeben.

Jean-Claude Juncker

Jean-Claude Juncker: Schwere Verhandlungen stehen bevor

+++ 12.54 Uhr: Juncker warnt Griechen vor "Nein" bei Referendum +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnt die Griechen vor einem Nein beim Referendum. In diesem Falle würde sich die Lage Griechenlands dramatisch verschlechtern. Auch bei einem Ja stünden schwierige Verhandlungen bevor, ergänzt er.

+++ 12.38 Uhr: Eurogruppen-Chef Dijsselbloem gibt Griechen keine Stimm-Empfehlung +++

Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, wird den Griechen keine Empfehlung für ihre Stimmabgabe am Sonntag geben. "Nein, die Griechen müssen selbst entscheiden, es ist ihre Zukunft, ihr Land", sagt der niederländische Finanzminister im niederländischen Fernsehen. Am Vortag hatte der Sozialdemokrat noch über die Möglichkeit eines "Grexits" spekuliert. Bei einer "Nein"-Stimme zum Spar-und Reformprogramm gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt," hatte er im niederländischen Parlament gesagt.

+++ 11.33 Uhr: Griechische Händler klagen über Kleingeld-Knappheit +++

In Griechenland wird wegen der Beschränkungen im Zahlungsverkehr das Kleingeld knapp. Jeder wolle mit 20-Euro-Scheinen vom Geldautomaten zahlen, sagt eine Gemüsehändlerin im Athener Vorort Piräus. Aber auch diese Banknoten werden knapp. Deswegen sinkt das Limit von 60 Euro am Tag am Geldautomaten in vielen Fällen auf 50 Euro.

+++ 11.07 Uhr: Linken-Spitzenpolitiker reisen zu Referendum nach Athen +++

Spitzenpolitiker der Linken reisen noch vor dem Referendum am Sonntag in Griechenland nach Athen. Wie die Linke mitteilt, wollen sich Parteichef Bernd Riexinger, Fraktionschef Gregor Gysi und Klaus Ernst am Freitag und Samstag über die Lage unmittelbar vor der Abstimmung  und über die Pläne der griechischen Regierung informieren. Die Linke unterhält enge Beziehungen zur Regierungspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Der Regierungschef hatte die Abstimmung über die Sparauflagen der Geldgeber angesetzt und wirbt für ein Nein bei den Wählern.

+++ 11.01 Uhr: Gabriel sieht Griechenlandkrise als "vergleichsweise kleines Problem +++ 

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisiert erneut die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras. In Griechenland werde gerade eine "eher nationalistische Politik" betrieben. Mit Blick auf Konflikte wie in der Ukraine sagt der SPD-Chef, bei Griechenland handele es sich um ein vergleichsweise kleines Problem.

Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble fordert für Griechenland bestimmte Zinsgewinne zurück

+++ 10.46 Uhr: Schäuble fordert laut Bericht für Griechenland vorgesehene Zinsgewinne zurück +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will nach einem Bericht des Magazins "Focus" Geld zurückfordern, das eigentlich für das von der Pleite bedrohte Griechenland bestimmt war. Dabei handelt es sich dem Magazin zufolge um Zinsgewinne der Deutschen Bundesbank mit griechischen Staatsanleihen. Insgesamt gehe es um etwa eine Milliarde Euro, die nun zusätzlich dem Bundeshaushalt zugute kommen könne. Das Geld sollte laut "Focus" auf einem Konto des Euro-Rettungsfonds ESM gesammelt und nach Athen überwiesen werden. Da Griechenland seine Verpflichtungen im Rahmen des zweiten Rettungspakets nicht erfüllt habe, sei das Geld zunächst auf dem Konto eingefroren worden. Mit dem Auslaufen des Programms am 1. Juli seien die griechischen Ansprüche verfallen. Schäuble wolle daher den bisherigen deutschen Anteil an diesen Einlagen von 532 Millionen Euro zurückverlangen, hieß es weiter. Zudem habe er veranlasst, eine Überweisung von Zinsgewinnen aus Deutschland von 412 Millionen Euro an den ESM gar nicht erst vorzunehmen.

+++ 10.18 Uhr: Schulz greift Tsipras heftig an +++

Kurz vor dem Referendum der Griechen attackiert der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, den Kurs von Ministerpräsident Alexis Tsipras heftig. "Tsipras ist unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge", sagt Schulz in einem Interview des "Handelsblattes". Tsipras versuche zudem, die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen den Geldgebern zuzuschieben. "Jetzt gibt es eigentlich keine Gesprächsgrundlage mehr."

+++ 10.05 Uhr: Krise hat 300 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet +++

Die erneute Eskalation der Griechenland-Krise hat einer Studie zufolge rund um den Globus binnen weniger Tage 300 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Der Gesamtwert der 100 teuersten Aktiengesellschaften der Welt sank nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) vom 19. Juni bis zum 30. Juni von 16,6 Billionen auf 16,3 Billionen US-Dollar. Besonders hart habe es die fünf deutschen Konzerne in dieser Rangliste getroffen, berichtete EY am Freitag: Der Börsenwert von Bayer (Platz 62/116 Mrd Dollar), Volkswagen (65/110,5 Mrd), Daimler (79/98 Mrd), Siemens (93/89 Mrd) und SAP (98/86,5 Mrd) verringerte sich um zusammen 22 Milliarden Dollar (rund 20 Mrd Euro) beziehungsweise vier Prozent.

+++ 09.45 Uhr: Griechenland zahlt Zinsen an Privatinvestoren +++

Den jüngsten IWF-Kredit hat Griechenland nicht zurückgezahlt, dafür aber jetzt 3,8 Millionen Euro an Zinsen für eine von Privatinvestoren gehaltene und in japanischen Yen ausgegebene Staatsanleihe. "Wir haben die Kuponzahlung getätigt", sagt ein Regierungsvertreter. Athen muss in diesem Monat 910 Millionen an Zinsen zahlen, davon allein 695 Millionen Euro an die EZB.

+++ 08.16 Uhr: Euro tritt vor Referendum auf der Stelle +++

Der Euro kommt zum Wochenschluss kaum vom Fleck: Anleger hielten sich vor dem Referendum in Griechenland lieber zurück. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,1092 Dollar kaum verändert. Bei einem "Nein" im anstehenden Referendum stellt Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem die Mitgliedschaft Griechenlands in der Währungsunion infrage. Die Devisenanleger wollten sich nicht festlegen, solange nicht klar sei, wie das Referendum ausgehe, sagte Ayako Sera von der Sumitomo Mitsui Trust Bank in Tokio.

+++ 07.51 Uhr: Darüber sollen die Griechen abstimmen +++

Auf dem Wahlzettel für die von der griechischen Regierung geplanten Volksabstimmung wird ohne weitere Erläuterung auf das Angebot der Geldgeber nach dem Stand von voriger Woche verwiesen, worüber keine Einigung erzielt wurde. Hier der Text, veröffentlicht vom griechischen Innenministerium, der ins Deutsche übersetzt wurde:

"Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?"

(Das erste Dokument heißt auf Englisch "Reforms for the Completion of the Current Program and Beyond" und das zweite "Preliminary Debt Sustainability Analysis" - auf Deutsch: "Reformen, um das laufende (Rettungs-)Programm abzuschließen und darüber hinaus" und das zweite "vorläufige Schuldentragfähigkeitsanalyse".)  

Ein Referendum-Plakat mit Wolfgang Schäuble

Ein Referendum-Plakat mit Wolfgang Schäuble, das für ein Nein ("Oxi") wirbt

+++ 06.36 Uhr: Umfrage sagt Kopf-an-Kopf-Rennen voraus +++

In einer Umfrage kurz vor dem Referendum hält sich die Zahl der Befürworter und Ablehner des Reformkurses in etwa die Waage. 44,8 Prozent der Befragten wollen der Befragung des Zeitung "Ethnos" zufolge mit Ja stimmen, 43,4 Prozent mit Nein. Zudem sind 74 Prozent der Umfrageteilnehmer für einen Verbleib in der Eurozone. 

+++ 05.08 Uhr: Varoufakis sieht Einigung mit Gläubigern in jedem Fall +++

Unabhängig vom Ausgang des Referendums am Sonntag rechnet der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in jedem Fall mit einer Einigung mit den internationalen Gläubigern. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC spricht Varaoufakis von einer "hundertprozentigen Chance". "Eine Einigung wird erzielt, egal ob an den Urnen ein 'Ja' oder ein 'Nein' herauskommt", fügt der linksgerichtete Politiker hinzu. Wenn die Griechen die Forderungen der Gläubiger in dem Referendum billigten, werde es allerdings eine "schlechte Vereinbarung" geben, warnte Varoufakis. "Wenn das 'Nein' gewinnt, werden wir eine andere Vereinbarung haben, die lebensfähig sein wird."

+++ 02.44 Uhr: EU-Kommission warnt vor "Nein" bei Referendum +++

Die EU-Kommission warnt die Griechen davor, in dem für Sonntag geplanten Referendum über ein Reform- und Sparpaket mit Nein zu stimmen. "Es wäre falsch anzunehmen, dass ein Nein die griechische Verhandlungsposition stärken würde", sagt der für den Euro-Raum zuständige Vize-Präsident der Kommission, Valdis Dombrovskis, der Zeitung "Die Welt". "Das Gegenteil ist der Fall." Der griechische Ministerpräsident Tsipras hat seine Landsleute aufgefordert, mit Nein zu stimmen, um die Verhandlungsposition seiner Regierung zu stärken.

+++ 02.05 Uhr: Seehofer will Griechenland bei gutem Plan mehr Geld geben +++

CSU-Chef Horst Seehofer knüpft weitere Finanzhilfen für Griechenland an bestimmte Bedingungen. In einem Interview der "Passauer Neuen Presse" sagt der bayerische Ministerpräsident: "Wir können den Griechen nur dann mit weiterem Geld helfen, wenn es einen schlüssigen Plan gibt, wie sie durch Reformen ihre Schuldentragfähigkeit wieder herstellen wollen." 

+++ 01. 38 Uhr: Tsipras legt sich nicht auf Rücktritt bei "Ja" in Referendum fest +++

Der griechische Ministerpräsident Tsipras legt sich nicht eindeutig auf einen Rücktritt im Falle eines "Ja" der Griechen zu den Gläubiger-Forderungen in dem Referendum am Sonntag festgelegt. Auf die Frage, ob er in diesem Fall seinen Hut nehme, sagt Tsipras in einem Interview mit dem Fernsehsender ANT1 lediglich, die "Entscheidung des griechischen Volks wird respektiert, ich werde das von der Verfassung vorgesehene Verfahren in die Wege leiten". Außerdem werde er seine Partei, die linksgerichtete Syriza, konsultieren. Auf die Frage nach möglichen vorgezogenen Neuwahlen entgegnete Tsipras, es solle nicht vorgegriffen werden. "Das Land hat eine Verfassung, die angemessene Verfahren vorsieht, ich werde der institutionelle Garant der Verfassung bleiben."

fin/and / DPA / AFP / Reuters