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Griechenland-Krise: Banken bleiben bis Montag geschlossen

Legt Athen rechtzeitig Vorschläge vor? Alexis Tsipras hat vor dem EU-Parlament gesprochen, bleibt bei der Beschreibung von Lösungen aber vage. Derweil fordert IWF-Chefin Christine Lagarde eine Umschuldung. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

Bis Sonntag muss Griechenland einen Kompromiss mit den Geldgebern eingehen

Im griechischen Schuldendrama gibt es nach einer monatelangen Hängepartie eine klare Frist. Bis Sonntag muss ein Kompromiss gefunden werden, sonst droht der "Grexit".

Die Euro-Länder geben dem vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland eine letzte Chance: Bis spätestens Freitagmorgen muss Athen eine detaillierte Liste mit Reform- und Sparvorschlägen übermitteln. Nur wenn diese zustimmungsfähig sind, will der EU-Sondergipfel am Sonntag den Weg für ein weiteres Hilfspaket ebnen. Angesichts der dramatischen Lage bereitet sich die EU auch auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone vor.

Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen.

+++ 22.12 Uhr: IWF-Chefin spricht sich für Umschuldung aus +++

Griechenland muss seine Schulden nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) umstrukturieren. Eine Umschuldung müsse Teil eines Plans zur Rettung der griechischen Finanzen sein, bekräftigt IWF-Chefin Christine Lagarde. Zu diesem Schritt habe der Fonds - zusammen mit der Forderung nach Reformen - stets geraten, und an dieser Ansicht habe sich auch nichts geändert.

+++ 19.45 Uhr: Früherer EZB-Chef warnt Griechen vor Grexit +++

Der Grexit wäre nach Einschätzung des ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet eine wirtschaftliche Katastrophe für Griechenland. "Die Wirtschaft würde implodieren, es würde zu einem weiteren, sehr starken Rückgang des Bruttoinlandprodukts kommen", sagt Trichet der Nachrichtenagentur Reuters. Die Arbeitslosigkeit würde dramatisch ansteigen und der Lebensstandard sinken.

+++ 18.41 Uhr: EZB bestätigt Verlängerung der Notfallhilfen +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bestätigt, dass sie die Notfallhilfe für griechische Banken weiterhin unverändert aufrecht hält. Damit bleibt das Programm nun weiter bei 89 Milliarden Euro gedeckelt. Dieser Finanzrahmen soll allerdings fast ausgeschöpft sein.

+++ 18.22 Uhr: ESM bittet IWF um Bewertung griechischer Schulden +++

Der Rettungsschirm ESM bittet den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bei der Frage, ob die griechischen Schulden tragfähig sind. Diese Bewertung fließt in die Entscheidung ein, ob der ESM Griechenland Kredite gewähren kann. Der ESM fragt zudem bei der EU-Kommission und der EZB an, ob Griechenland ein Risiko für die Finanzstabilität der Euro-Zone insgesamt darstellt.

+++ 18.20 Uhr: Deutsche Urlauber meiden Griechenland +++

Deutsche Last-Minute-Urlauber machen seit der Zuspitzung der Finanzkrise einen großen Bogen um Griechenland. Die Buchungen für Flüge von Deutschland nach Griechenland sind seit dem 26. Juni - dem Tag des Scheitern der Verhandlungen über ein neues  Finanzpaket für das Land - deutlich eingebrochen, wie aus Berechnungen des Internet-Reiseportal Opodo.de für die Nachrichtenagentur Reuters hervorging. Die Zahl der Buchungen liege seitdem täglich 30 bis 70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

+++ 18.09 Uhr: EZB hält Notkredite auf aktuellem Stand +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Notkredite für griechische Banken (Ela) auf dem aktuellen Stand von knapp 90 Milliarden Euro. Das erfährt die Nachrichtenagentur Bloomberg aus Notenbank-Kreisen. Laut dem Bericht will die Notenbank erst am kommenden Montag das Kreditvolumen wieder überprüfen.

+++ 18.03 Uhr: Griechischer Hilfsantrag ist "vage" +++

Der griechische Hilfsantrag ist nach Angaben von Luxemburgs Finanzminister Gramegna bei den Schlüsselfragen Steuer- und Rentenreform "vage".

+++ 17.52 Uhr: EU-Institutionen prüfen Hilfsantrag +++

Die Eurogruppe wird noch an diesem Mittwoch eine Telefonkonferenz zu Griechenland abhalten, sagt Luxemburgs Finanzminister Gramegna. Die Eurogruppe werde die EU-Kommission und EZB damit beauftragen, den griechischen Hilfsantrag zu prüfen. Griechenlands Finanzstabilität und Schuldentragfähigkeit müssten innerhalb der nächsten drei Tage bewertet werden.

+++ 17.50 Uhr: Alle Euro-Länder bereit, Geld zu leihen +++

Alle Länder der Eurozone sind nach Angaben von Portugals Ministerpräsident Passos Coelho bereit, Griechenland Geld zu leihen. Dies könne jedoch nur unter bestimmten Bedingungen geschehen. Niemand erpresse Athen. Europa habe den Griechen bislang mehr Geld geliehen als anderen Ländern.

+++ 17.45 Uhr: US-Finanzminister hält Ansteckungsgefahren für gering +++

US-Finanzminister Jacob Lew sieht kaum Ansteckungsgefahren durch die Griechenland-Krise für das weltweite Wirtschafts- und Finanzsystem. Die Lage sei verglichen mit den Jahren 2010 bis 2012 "sehr anders", sagt er. Ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro stelle "kein unmittelbares Risiko" für die US-Wirtschaft dar, berge aber Gefahren für die "wirtschaftliche und geopolitische Stabilität in Europa".

+++ 17.43 Uhr: Olympiakos Piräus senkt Ticket-Preise +++

Der griechische Fußball-Rekordmeister Olympiakos Piräus senkt die Eintrittspreise um bis zu 50 Prozent. In dieser beispiellosen Krise wolle man den Anhängern die Unterstützung zurückgeben, erklärt Manager Giannis Vrentzos.

+++ 16.51 Uhr: Banken bleiben wohl ganze Woche geschlossen +++

Die griechischen Banken bleiben mindestens zwei weitere Tage geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe der stellvertretende griechische Finanzminister Dimitris Mardas am Mittwoch unterzeichnet, berichtet das Staatsradio (ERT). Theoretisch könnten die Banken damit frühestens am Montag wieder öffnen, in Athen rechnen Experten aber mit einer weiteren Schließung.

+++ 16.43 Uhr: Frankreich will Grexit nicht hinnehmen +++

Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls sagt, ein Grexit wäre ein Zeichen der Machtlosigkeit. Frankreich weigere sich, ihn zu akzeptieren. Griechenland brauche Klarheit, wie mit seinen Schulden umgegangen wird.

+++ 16.41 Uhr: Ungewisse geopolitische Folgen +++

Der französische Ministerpräsident Manuel Valls warnt vor den geopolitischen Folgen eines Grexits. Er würde Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben.

+++ 16.12 Uhr: Finnischer Finanzminister läutet Countdown ein +++

"Fünf schwierige Jahre, fünf durchwachsene Monate. Fünf interessante Tage", schreibt Finnlands Finanzminister Alexander Stubb auf Twitter. Am Sonntag werde es nun aber eine Entscheidung geben. "So oder so."


+++ 15.52 Uhr: Euro gewinnt international an Bedeutung +++

Der weltweite Anteil der in Euro abgeschlossenen Kreditgeschäfte stieg im ersten Quartal 2015 auf etwa 30 Prozent, wie die Währungshüter am Mittwoch in Frankfurt mitteilten. Das sind laut EZB neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. 

Bei den weltweiten Devisenreserven machte sich dagegen der Kursrückgang des Euro bemerkbar. Laut EZB ging der Anteil der Gemeinschaftswährung an den Devisenreserven 2014 um 2,2 Prozentpunkte auf 22,2 Prozent zurück. Wenn man die Wechselkursschwankungen herausrechnet, blieb der Anteil des Euro den Angaben zufolge aber nahezu stabil. Seit Anfang 2014 war der Kurs des Euro von etwa 1,40 Dollar auf unter 1,10 Dollar gefallen.

+++ 15.50 Uhr: USA fordern Europa zu Lösung im Schuldenstreit auf +++

US-Finanzminister Jack Lew fordert Griechenland und Europa zu einer Lösung im Schuldenstreit auf. Eine Einigung wäre wichtig für die wirtschaftliche und politische Stabilität in Europa, sagte Lew. Die griechische Schuldenlast sei nicht tragbar.

+++ 15.28 Uhr: Keine Engpässe bei Medikamenten +++

Nach Angaben des Verbandes der Pharmagroßhändler des Landes bisher keine nennenswerten Engpässe in der Versorgung mit Medikamenten. Dies könne sich allerdings schnell ändern. Zu Engpässen könnte es demnach kommen, wenn der zuständige Kontrollausschuss des Finanzministeriums kein grünes Licht für Medikamentenimporte gebe.

Der Präsident des Apothekerverbandes, Kostas Lourantos, hat sich gegenüber der Athener Zeitung "Kathimerini" ähnlich ausgedrückt.

+++ 14.53 Uhr: "Wir sehen hungernde Flüchtlinge" +++

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl berichtet von dramatischen Folgen der Krise für Flüchtlinge in dem Land. "Wir sehen hungernde Flüchtlinge", berichtet Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt von der griechischen Insel Kos in einem Telefonat der Nachrichtenagentur AFP. Vor allem stammten die Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Von den Behörden werde sie weder mit Wasser noch mit Nahrung versorgt, weil der griechische Staat kein Geld mehr habe. "Ähnliches hören wir von der Insel Lesbos."

+++ 14.18 Uhr: Banken bleiben geschlossen +++

Die griechischen Banken werden auch am Donnerstag nicht öffnen. Eine entsprechende Anweisung wird nach Angaben aus Regierungskreisen im Laufe des Tages veröffentlicht. Seit acht Werktagen sind die Banken in Griechenland nun geschlossen.

+++ 14.09 Uhr: Große Schwellenländer beraten nicht über Hilfe +++

Die großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) wollen dem angeschlagenen Griechenland nicht zu Hilfe eilen. Das sei beim derzeit laufenden BRICS-Gipfel in der russischen Stadt Ufa kein Thema, sagt der Wirtschaftsminister des Gastgebers, Alexej Uljukajew.

+++ 13.45 Uhr: Bundesregierung fordert Lösung bis Sonntag +++

Die Bundesregierung fordert eine Lösung des Schuldenstreits mit Griechenland bis Sonntag. Andernfalls müsse man über andere Möglichkeiten nachdenken, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die Bundesregierung sei auf alle "denkmöglichen Entwicklungen" vorbereitet, fügt er mit Blick auf einen eventuellen Grexit hinzu.

+++ 13.40 Uhr: Hellas will Renten- und Steuerrefrom rasch angehen +++

Griechenland ist bereit, für einen Drei-Jahres-Kredit des Rettungsschirms ESM womöglich bereits kommende Woche Maßnahmen für eine Renten- und Steuerreform einzuführen, wie aus einem Reuters vorliegenden Dokument hervorgeht.

+++ 13.27 Uhr: Griechenland will Drei-Jahres-Kredit von ESM +++

Griechenland hat einem Vertreter der Euro-Zone zufolge beim Rettungsschirm ESM einen auf drei Jahre laufenden Kredit beantragt. Ein konkretes Volumen sei aber nicht genannt worden.

+++ 13.19 Uhr: Tsipras will sehr frühen Ruhestand abschaffen +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras spricht sich im EU-Parlament dafür aus, die Möglichkeit abzuschaffen, sehr früh in den Ruhestand zu gehen.

+++ 12.43 Uhr: Moskau kann Hellas nicht helfen +++

Der Vorstandsvorsitzende der russischen VTB-Bank, Andrej Kostin, erklärt, Russland sei nicht in der Lage, bei der Lösung der griechischen Schuldenkrise zu helfen. Europa habe das Problem selbst geschaffen und sollte es auch selbst lösen, sagt der Chef der zweitgrößten russischen Bank.

+++ 12.40 Uhr: Euro-Finanzminister vertagen Beratungen +++

Die Euro-Finanzminister werden am Mittwoch nicht über den neuen Antrag der griechischen Regierung auf finanzielle Hilfen beraten. Stattdessen solle der Antrag beim Euro-Rettungsschirm ESM von der Euro-Arbeitsgruppe bewertet werden, teilt der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem mit. Einen neuen Termin für die eigentlich heute angesetzte Telefonkonferenz gibt es nicht.

+++ 12.03 Uhr: Neue Staatsanleihen bringen 1,6 Milliarden +++

Das von der Pleite bedrohte Griechenland hat durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen am Mittwoch 1,625 Milliarden Euro eingenommen. Wie die griechische Schuldenagentur (PDMA) mitteilte, werden für die Papiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten wie im vergangenen Monat 2,97 Prozent Zinsen fällig. Durch die Ausgabe von Staatsanleihen will Griechenland bis Donnerstag zwei Milliarden Euro einnehmen. Bis Freitag muss Athen diese Summe für endende Staatsanleihen aufbringen.

+++ 11.47 Uhr: ESM bestätigt Antrag +++

Ein Sprecher des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) hat gegenüber stern bestätigt, dass die griechische Regierung einen Antrag auf ein drittes Hilfsprogramm gestellt hat, so wie von Ministerpräsident Tsipras angekündigt.

+++ 11.42 Uhr: Unterstützung aus dem rechten Lager +++

Kleiner Nachtrag: Während Alexis Tsipras vor dem EU-Parlament sprach, hielten Mitglieder der EU-skeptischen und rechtspopulistischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie Schilder hoch, auf denen "Nein" oder "Oxi" gedruckt steht.

Etwa 15 Abgeordnete halten vor sich Schilder, auf denen "Oxi" oder "Nein" geschrieben steht

Während der Linkspolitiker Alexis Tsipras vor dem EU-Parlament in Straßburg spricht, halten Politiker der rechtspopulistischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie Schilder hoch


+++ 11.28 Uhr: "New York Times" erinnert an Schuldenkonferenz von 1953 +++

Die einflussreiche US-Tageszeitung "New York Times" wirft Deutschland Geschichtsvergessenheit vor und erinnert an die internationale Schuldenkonferenz von 1953. Am 27. Februar jenen Jahres wurden der jungen BRD etwa die Hälfte ihrer Schulden erlassen, wodurch das folgende Wirtschaftswunder der 1950er Jahre überhaupt erst möglich gewesen sei, heißt es in der Zeitung.


+++ 10.41 Uhr: Wo wurde Tsipras konkret? +++

In einigen Punkten wurde Alexis Tsipras in seiner Rede vor dem EU-Parlament doch konkret:

  • Tsipras sagte, das Griechenland bereits einen Antrag für ein drittes Hilfsprogramm beim ESM gestellt hat
  • Nun will sich der griechische Ministerpräsident zwei Tage Zeit nehmen, um einen detaillierten Vorschlag auszuarbeiten. Gestern wurde hingegen beschlossen, dass seine Regierung bis morgen Vorschläge präsentieren muss.

+++ 10.29 Uhr: Tsipras bleibt unkonkret, Juncker unbeeindruckt +++

Alexis Tsipras beendet seine Rede, ohne konkrete Reformen anzukündigen. Stattdessen besprach er die allgemeinen Probleme, die zur derzeitigen Situation geführt hätten. Er forderte eine gemeinsame, eine "europäische Lösung". In den Applaus nach der Rede stieg EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht ein.

+++ 10.24 Uhr: Jahre der Korruption haben Griechenland zermürbt +++

"Wir sind am Rande der Zahlungsunfähigkeit angelangt, weil über Jahre Korruption und Vetternwirtschaft betrieben wurde", sagt Tsipras vor dem EU-Parlament. Zudem seien die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung von keiner der Vorgängerregierungen zum Zahlen von Steuern aufgefordert worden.

Alexis Tsipras spricht vor dem EU-Parlament in Straßburg

Alexis Tsipras spricht vor dem EU-Parlament


+++ 10.15 Uhr: Tsipras spricht vor EU-Parlament +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras spricht über die Krise Griechenlands vor dem EU-Parlament in Straßburg. "In den letzten Jahren war die Last nicht gleich verteilt." Arbeitnehmer und Händler hätten das Groß der Einsparungen stemmen müssten.

+++ 9.36 Uhr: Keine Schuldscheine +++

Das griechische Finanzministerium dementiert einen Bericht über die angeblich geplante Ausgabe von Schuldscheinen zur Bezahlung von Renten und Löhnen der Staatsbediensteten.

+++ 8.44 Uhr: Düstere Prognose aus Frankreich +++

Die griechische Wirtschaft steht nach Einschätzung des französischen Notenbankchefs Christian Noyer am Rande einer Katastrophe. Falls bis Sonntag keine Einigung im Schuldenstreit komme, könnte die Ökonomie des Landes kollabieren, sagte das EZB-Ratsmitglied am Mittwoch dem französischen Radiosender Europe 1.

+++ 7.51 Uhr: Moscovici fordert Einigung bis Sonntag +++

Bis Sonntag muss nach den Worten von EU-Kommissar Pierre Moscovici eine Vereinbarung zur Griechenland-Krise gefunden sein. Deutschland und Frankreich verfolgten denselben Ansatz.

+++ 7.38 Uhr: Ramsauer: "Schmutzige Tour" der Regierung +++

Der stellvertretende CSU-Chef Peter Ramsauer fordert Griechenland zum Verlassen der Euro-Zone auf. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Bundestages warf der griechischen Regierung im ZDF eine "schmutzige Tour" vor. Diese führe ihre Partner "wie Tanzbären durch die Manege". Wenn dem Land immer wieder eine "letzte Frist" gesetzt werde, um Vorschläge für eine Lösung des Streits mit den Geldgebern zu präsentieren, könne das keiner mehr nachvollziehen. "Aus ökonomischer Sicht gibt es nur einen Weg: mit einer eigenen Währung sich die Wettbewerbfähigkeit, die Konkurrenzfähigkeit wieder zurückerarbeiten."

+++ 6.45 Uhr: Bargeld reicht nur noch zwei Tage +++

Den griechischen Banken könnte nach Angaben von Insidern in den nächsten zwei bis drei Tagen das Geld ausgehen, wenn die Kreditgeber sich nicht auf weitere Hilfen für das Land verständigen. Ein Informant, der mit dem Finanzsystem des Landes vertraut ist, sagt, die ersten Geldautomaten könnten schon am Mittwoch leer sein. Ein Banker schätzt, dass noch für zwei bis drei Tage Bargeld im System sei. An den Geldautomaten erhalten die Griechen maximal 60 Euro pro Tag. Diese Begrenzung habe das Problem hinausgeschoben, aber "Bargeld wird morgen an den Geldautomaten ein echtes Problem werden", sagt der Informant.

+++ 6.15 Uhr: Irischer Minister: Umgestaltung der Schulden möglich +++

Die Finanzminister der Eurozone sind nach den Worten des irischen Ressortchefs offen für eine Umgestaltung der griechischen Staatsschulden. "Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass eine Umgestaltung der Schulden akzeptabel wäre", sagt Michael Noonan dem Rundfunksender RTE. Er verwies auf Maßnahmen, die Irland ergriffen hatte wie die Verlängerung von Laufzeiten und die Reduzierung der Zinsen.

+++ 1.15 Uhr: Tsipras kündigt Reformpaket an +++

Griechenlands Premier Alexis Tsipras kündigt wie von den Euro-Partnern verlangt ein Reformpaket an. "Die Vorschläge enthalten glaubwürdige Reformen, die sozial gerecht sind", sagt Tsipras in Brüssel. Im Gegenzug werde Griechenland Unterstützung bekommen, um seinen mittelfristigen Finanzbedarf zu decken.

Es sei auch ein Investitionspaket im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vorgesehen sowie Gespräche über eine Umschuldung. "Das Ziel ist eine sozial gerechte und wirtschaftlich machbare Vereinbarung für Griechenland und für Europa", betont der Premier.

+++ 23.17 Uhr: Tsipras will "Krise endgültig lösen" +++

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will "die Krise endgültig lösen": Das Verfahren solle bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Der griechische Vorschlag sei sozial gerecht und wirtschaftlich tragbar.

+++ 23.06 Uhr: Finanzminister beraten am Samstag +++

Die Finanzminister der Euro-Zone wollen EU-Vertretern zufolge am Samstag über die griechischen Reformvorschläge beraten, die bis dahin vorliegen sollen. Bereits für Mittwochmorgen ist eine Telefonkonferenz der Minister angesetzt.

+++ 23 Uhr: Juncker: "Haben ein detailliertes 'Grexit'-Szenario" +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigt an: "Wir haben ein detailliertes 'Grexit'-Szenario." Griechenland müsse bis Freitagmorgen 8.30 Uhr liefern, davon hänge das weitere Engagement der EZB ab.




mka/ono / DPA / Reuters / AFP