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Griechenland-Krise: Tsipras spricht Varoufakis das Vertrauen aus

Die EU-Kollegen haben so ihre Probleme mit Griechenlands Finanzminister Varoufakis, doch Regierungschef Tsipras vertraut ihm. Trotzdem koordiniert nun ein anderer die Verhandlungen mit den Geldgebern.

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (l.) genießt weiterhin das Vertrauen von Ministerpräsident Alexis Tsipras

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (l.) genießt weiterhin das Vertrauen von Ministerpräsident Alexis Tsipras

In der Hängepartie um weitere Finanzhilfen steht Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras Regierungskreisen zufolge ungeachtet der Kritik der Geldgeber fest hinter Finanzminister Yanis Varoufakis. Tsipras habe Varoufakis bei einem Treffen mit führenden Ministern und Beratern am Sonntag das Vertrauen ausgesprochen, sagte ein Regierungsvertreter am Montag. Dabei sei beschlossen worden, ein neues Gremium zu schaffen, das künftig unter Aufsicht von Varoufakis die politischen Gespräche mit den Geldgebern führen solle.

Koordinieren werde dieses Gremium allerdings der stellvertretende Außenminister Euclid Tsakalotos, hieß es. Dies deutet daraufhin, dass der 55 Jahre alte Wirtschaftsprofessor eine aktivere Rolle in den Verhandlungen mit den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) übernehmen wird. Tsakalotos gilt im Gegensatz zu Varoufakis eher als zurückhaltend bei öffentlichen Auftritten.

Im Streit über die Reformpläne zur Bekämpfung der Schuldenkrise war Varoufakis beim Treffen der Euro Finanzminister am Freitag scharf kritisiert worden. Die neue Regierung in Athen will vom vereinbarten Sparkurs abkehren. Ohne eine Einigung mit den Geldgebern droht dem Land die Staatspleite.

tkr/Reuters / Reuters