Großoffensive in Falludscha "Wir werden erfolgreich sein"


Bereits wenige Stunden nach der US-Großoffensive in der Rebellenhochburg Falludscha zeigen sich die USA siegesgewiss. An den Kämpfen sind rund 15.000 amerikanische und irakische Soldaten beteiligt.

In der irakischen Rebellenhochburg Falludscha wird weiterhin heftig gekämpft. Wie die Korrespondentin des US-Nachrichtensenders CNN am Dienstagmorgen berichtete, setzten die US-Einheiten und irakischen Soldaten unterstützt von Kampfflugzeugen unter anderem Artillerie und Panzer ein. Die Soldaten seien etwa einen Kilometer nach Falludscha eingedrungen. Ein strategisch wichtiger Bahnhof sei eingenommen. Ein Einwohner sagte dem britischen Sender BBC: Es sei wie in der Hölle. Hunderte Bomben und Granaten würden pro Minute detonieren.

Die CNN-Korrespondentin beschrieb die Lage vor Ort als sehr schwierig. Die Soldaten könnten oft nicht sagen, woher in der Stadt sie beschossen würden. Schätzungen gehen davon aus, dass immer noch zehntausende Zivilisten in Falludscha seien. Die Gefechte könnten noch Tage andauern, auch wenn die Vorteile klar auf Seiten der angreifenden Truppen lägen, die zahlenmäßig weit überlegen seien.

USA zuversichtlich über Sieg in Falludscha

Bereits wenige Stunden nach Beginn der lang erwarteten Großoffensive gegen die irakische Rebellenhochburg Falludscha zeigen sich die USA siegesgewiss. US-Generalstabschef Richard Myers sagte am Montag vor Journalisten in Washington: "Wir werden erfolgreich sein." Der Befehlshaber der US-Koalitionstruppen im Irak, General George Casey, sagte schon am Montag seien schnelle Erfolge erzielt worden. Die militärischen Ziele seien vorfristig erreicht worden. Casey geht davon aus, dass sich die Rebellen in die Innenstadt zurückziehen und dort den Entscheidungskampf suchen werden.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, ein Erfolg in Falludscha werde einen schweren Schlag für die Rebellen und Terroristen im Irak und insgesamt für den internationalen Terrorismus darstellen. Es sei alles versucht worden, das Problem Falludscha politisch zu lösen, sagte Rumsfeld. Die Rebellen hätten jedoch "den Weg der Gewalt gewählt". Weiter sagte er, er könne sich kein Ende der Falludscha-Offensive vorstellen, bis das Problem völlig gelöst sei.

US-Armee bereitet sich auf längeren Aufenthalt in Falludscha vor

Aus der Stadt wurden am Abend und in der Nacht heftige Gefechte und Explosionen gemeldet. An der Offensive, die nach Angaben des Weißen Hauses von US-Präsident George W. Bush persönlich mitentschieden wurde, sind nach den Worten von Casey, insgesamt rund 15.000 amerikanische und irakische Soldaten beteiligt. Nach ersten Berichten kamen bei den Kämpfen und US-Luftangriffen mehr als 40 Menschen ums Leben.

Die US-Armee bereitet sich auf einen längeren Aufenthalt in Falludscha vor. Für eine gewisse Zeit sei eine Sicherheitspräsenz notwendig, bis irakische Sicherheitskräfte die Rückkehr von Aufständischen in die Stadt verhindern könnten, sagte Casey weiter.

Ausgangssperre über die Rebellenhochburgen Fallduscha und Ramadi

Die wichtigste Aufgabe der Offensive sei es, Sicherheit vor den im Januar geplanten Wahlen im Irak zu schaffen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, in Washington. Terroristen und Aufständische lehnten eine politische Lösung ab und versuchten, Angst, Chaos und Zerstörung zu verbreiten. Die einzige Lösung sei deshalb, gegen diese Kräfte in die Offensive zu gehen. Ob sich der jordanische Topterrorist Abu Mussab al-Sarkawi in der westirakischen Stadt aufhält, ist nach Angaben des Pentagon-Chefs unklar.

Einen Tag nach der Verhängung des Ausnahmezustandes verfügte die Übergangsregierung am Montag die Schließung der Grenzen zu Syrien und Jordanien. Zudem wurde der Internationale Flughafen in Bagdad am Abend für 48 Stunden geschlossen. Der Notstand gilt für 60 Tage im ganzen Land mit Ausnahme der Kurdenprovinzen. Die Regierung verhängte auch eine Ausgangssperre über die Rebellenhochburgen Falludscha und Ramadi. Der Besitz jeglicher Waffen sei verboten.

US-Kampfhubschrauber in Falludscha abgeschossen

Bei einer Serie von Bombenanschlägen wurden am Montagabend in Bagdad mindestens acht Menschen getötet und Dutzende verletzt. Ziel der Attentate waren zwei Kirchen und ein Krankenhaus. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, wurden bei dem Anschlag auf die Kirchen mindestens drei Menschen getötet und 40 verletzt. Vor dem Krankenhaus starben fünf Polizisten. Zuvor waren bei der Detonation einer Autobombe an der Straße zum Flughafen zwei Iraker getötet worden.

Am Dienstag wurde in Falludscha ein US-Kampfhubschrauber abgeschossen. Ob es Opfer gibt, ist noch nicht bekannt. "Ich habe gesehen, wie eine Rakete einen Hubschrauber getroffen hat", sagte der Reuters-Reporter Fadel al-Badrani. "Überall war Rauch."


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