Guantànamo Neue Untersuchung zu Foltervorwürfen


Das amerikanische Militär hat eine interne Untersuchung über Gefangenenmisshandlungen auf dem US-Stützpunkt Guantànamo angeordnet. Ein Guantànamo-Häftling mit australischer Staatsbürgerschaft behauptet, er sei mit Elektroschocks gefoltert worden.

Beamte der Bundespolizei FBI hatten die Foltervorwürfe in E-Mails erhoben, die im Dezember bekannt geworden waren. Ein Beamter berichtete, er habe auf dem Stützpunkt Gefangene gesehen, denen Hände und Füße zusammengebunden waren und die in dieser Haltung bis zu 24 Stunden auf dem Boden ausharren mussten. Nach Angaben eines anderen wurden Gefangene mit lauter Musik beschallt und stundenlangem Disco- Licht ausgesetzt.

Auf dem Stützpunkt werden rund 500 Gefangene überwiegend aus dem Afghanistan-Feldzug festgehalten, unter ihnen zahlreiche mutmaßliche Taliban-Kämpfer und Mitglieder des Terrornetzwerkes El Kaida. Einige sind seit fast drei Jahren dort. Nur wenige wurden allerdings bislang angeklagt.

"Das Kommando will die Fakten und Umstände dieser Behauptungen herausfinden und prüfen, ob die genehmigten Richtlinien eingehalten wurden", teilte das Kommando mit. Es benannte zwei Offiziere, die die Untersuchung schon in dieser Woche aufnehmen sollen.

Australischer Guantanamo-Häftling wirft USA Folter vor

Ein Guantanamo-Häftling mit australischer Staatsbürgerschaft hat den USA Folter vorgeworfen. Nach seiner Festnahme nahe der afghanischen Grenze in Pakistan Ende 2001 sei er zunächst nach Ägypten gebracht worden, sagte der gebürtige Ägypter Mamdouh Habib laut einem Bericht des australischen Rundfunksenders ABC. Dort hätten US-Soldaten ihn mit Elektroschocks und unter Einsatz von Hunden misshandelt. Auch sei er routinemäßig geschlagen und noch anderweitig gequält worden. Später sei er dann zum amerikanischen Stützpunkt Guantanamo auf Kuba gebracht worden. Ägypten hat bislang nicht bestätigt, dass sich der 48-jährige jemals auf seinem Territorium aufhielt. Habib ist einer von 15 Guantanamo-Häftlingen, gegen die demnächst vor einer amerikanischen Militärkommission verhandelt werden soll. Der Sender ABC berief sich in seinem Bericht auf bislang unveröffentlichte Prozessunterlagen.

DPA/AP


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