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Hamas-Führer: Rantisi nennt Bush Feind Gottes und des Islam

Der neue Führer der Hamas, Abdel Asis Rantisi, nannte US-Präsident George W. Bush einen Feind Gottes und des Islam. Gott habe Bush, den USA und Israel "den Krieg erklärt".

Israel hat die Sicherheitsmaßnahmen für führende Politiker und Rabbiner nach den Drohungen der palästinensischen Hamas-Bewegung deutlich verstärkt. Neun Abgeordnete werden rund um die Uhr bewacht, darunter die Likud-Hardliner Juval Steinitz und Ehud Jatom. Der neue Führer der Hamas, Abdel Asis Rantisi, nannte US-Präsident George W. Bush am Sonntag einen Feind Gottes und des Islams. Gott habe Bush, den USA und Israel "den Krieg erklärt". Mit konkreten Angriffen auf die USA oder Bush durch die Hamas drohte Rantisi aber nicht.

Sicherheitsmaßnahmen in Israel drastisch verschärft

In Israel fahren nun weitere Minister und Politiker mit gepanzerten Cadillacs, wie ein Kabinettsmitglied sagte, das namentlich nicht genannt werden wollte. Genauere Angaben wollte er nicht machen. Einer von ihnen ist aber der Likud-Hardliner Gideon Esra. Regelmäßig in gepanzerten Fahrzeugen fuhren bislang nur Ministerpräsident Ariel Scharon und Verteidigungsminister Schaul Mofas, gelegentlich nutzte der frühere Ministerpräsident und jetzige Finanzminister Benjamin Netanjahu die Cadillacs. Wachleute wurden für den jetzigen und den früheren Oberrabbiner abgestellt.

Im Westjordanland demonstrierten auch am Samstag wieder Tausende gegen die Liquidierung des gelähmten und fast blinden Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin am vergangenen Montag. Sie gelobten dem neuen Hamas-Führer Rantisi Gehorsam. Dieser erklärte am Sonntag, der Krieg Gottes gegen Amerika, Bush und Scharon gehe weiter. "Es gibt kein Tabu, die Tore sind offen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Hamas: "Erdbeben für die Zionisten"

Der Leiter des politischen Büros der Organisation in Syrien, Chaled Maschaal, bekräftigte am Samstag, dass die Hamas keine Anschläge auf amerikanische Einrichtungen im Nahen Osten plane. "Der Kampf der Hamas findet in Palästina und gegen die zionistische Besatzung statt", erklärte Maschaal. Er könne aber nicht die Reaktion der "arabischen und islamischen Massen" auf die amerikanische Voreingenommenheit zu Gunsten Israels vorhersagen. Der Führer der Hisbollah in Libanon, Scheich Hassan Nasrallah, erklärte auf einer Kundgebung, der Krieg der Hamas sei nun auch der Krieg seiner Organisation.

Maschaal rief die arabische Welt auf, die von Saudi-Arabien vor zwei Jahren vorgeschlagene Friedensinitiative nicht mehr wiederzubeleben. Frieden mit Israel sei nach der Tötung von Hamas-Gründer eine Illusion. Die Rache werde "einem Erdbeben für die Zionisten" gleichkommen.

Rantisi wirft Arabischer Liga Schwäche vor

Rantisi warf der Arabischen Liga nach der Verschiebung ihres Gipfeltreffens in Tunis Schwäche vor. Die arabischen Führer hätten widersprüchliche Positionen zum Tod Jassins. "Ihr werdet von Gott nach dem Blut von Scheich Ahmed Jassin befragt werden", sagte er. Auf dem Gipfel wäre auch die saudiarabische Initiative zur Sprache gekommen, Israel als Gegenleistung für einen Abzug aus den besetzten Gebieten, der Schaffung eines Staates Palästina und einer Lösung des Flüchtlingsproblems einen Kollektivfrieden mit der arabischen Welt anzubieten. Ägypten erklärte sich unterdessen bereit, einen neuen Gipfel auszurichten, sobald sich die arabischen Staaten auf einen Termin verständigen könnten.

Bush wird Scharon am 14. April in Washington empfangen, wie Präsidentensprecher Scott McClellan mitteilte. Zwei Tage vor Scharon empfängt Bush den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Auch mit dem jordanischen König Abdullah ist im April ein Treffen vorgesehen.

AP