HOCHWASSER Eine Million Menschen kämpfen in China gegen Flut


Das Hochwasser in China fordert immer mehr Todesopfer. Rund 270.000 Menschen wurden aus hochwassergefährdeten Gebieten evakuiert, 27.000 Häuser wurden zerstört.

Die Hochwasserfluten in China steigen unaufhaltsam: Mehr als eine Million Menschen wurden in Zentralchina angesichts der drohenden Überschwemmungen am Dongting-See zum Kampf gegen das Wasser mobilisiert. Das steigende Hochwasser bis Freitag 27.000 Häuser zerstört und 67.000 weitere beschädigt. Das teilte das Ministerium für Zivilverwaltung in Peking mit. Weiter verschärft werde die Lage dadurch, dass auch der Jangtse Hochwasser führe, hieß es weiter. Der Dongting-See ist größer als Luxemburg und ist von 930 Kilometer langen Deichen umgeben.In Indien stieg die Zahl der durch die Fluten ums Leben gekommenen Menschen um 20 auf insgesamt 592. In Europa war zuletzt Spanien von heftigen Regenfällen betroffen. Bei Guadalajara östlich von Madrid sei ein 57- Jähriger vom Blitz erschlagen worden, teilten Behörden mit.

Weiträumige Evakuierungen

Nach mehr als zwei Monaten Hochwasser sind die Deiche des zweitgrößten Süßwassersees in China so aufgeweicht, dass an 46 Stellen bereits Wasser austritt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete, sind bei Evakuierungen bereits 3200 Menschen in Sicherheit gebracht worden. 15 000 Soldaten, 100 000 Mitglieder der Miliz und 900 000 Arbeiter seien im Einsatz.

Bereits 153 Tote

Die Behörden fürchteten, dass der Wasserstand des Sees so hoch steigen wird wie bei der Flutkatastrophe vor vier Jahren, als mehr als 4000 Menschen ums Leben kamen. In der Provinz Hunan ist der Notstand ausgerufen worden. Der See dient als Überlaufbecken für den Jangtse-Strom, der am Mittellauf über 2420 Kilometer die Hochwassermarke überschritten hat. Bei den sommerlichen Überschwemmungen in Hunan sind nach offiziellen Angaben bereits 153 Menschen ums Leben gekommen. 38 Millionen Menschen waren betroffen. Der wirtschaftliche Schaden wurde auf 18,4 Milliarden Yuan (2,2 Milliarden Euro) geschätzt. Die Unwetter haben landesweit in China bereits mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet.

Hochwasser in Indien

In den indischen Bundesstaaten Bihar und Madhya Pradesh kamen Medienberichten zufolge jeweils zehn Menschen ums Leben. Für Bihar im Osten des Landes, das von den Überschwemmungen bisher besonders betroffen war, ist weiterhin keine Entwarnung in Sicht: Die Flüsse Gandak, Bagmati und Kosi haben nach offiziellen Angaben eine gefährliche Höhe erreicht. Mehr als 15 Millionen Menschen leiden bereits unter den Überflutungen. Im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh forderte ein Dammbruch im Distrikt Balaghat zehn Menschenleben. Mehr als 10 000 Menschen flüchteten in Notunterkünfte.

Regen in Spanien

In Spanien trafen die heftigen Regenfälle den Nordosten des Landes am stärksten und führten dort zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Nahe Barcelona fielen binnen weniger Stunden bis zu 109 Liter Regen pro Quadratmeter, hieß es beim Meteorologischen Dienst. An der Costa Dorada bei Tarragona hätten wegen der Wassermassen mehrere Strände gesperrt werden müssen. In abgelegenen Dörfern mussten mehrere tausend Menschen stundenlang ohne Strom auskommen. Die Meteorologen kündigten heftigen Regen für Mallorca und die übrigen Balearen an. Mittelspanien und der Süden des Landes warten dagegen weiter auf Regen.


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