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Honduras: Manuel Zelaya darf nicht ins Exil nach Mexiko

Der Versuch des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya, nach Mexiko zu gelangen, ist vorerst gescheitert.

Der Versuch des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya, nach Mexiko zu gelangen, ist vorerst gescheitert. Der Außenminister der honduranischen Interims-Regierung, Carlos López Contreras, sagte am Mittwochabend, seine Regierung betrachte den Antrag Zelayas nach einer freien Ausreise als "unangebracht". Zelaya erklärte im mexikanischen Fernsehen, damit sei sein erneuter Versuch, zu einer Versöhnung in dem Konflikt zu gelangen, von den derzeitigen Machthabern verhindert worden.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt worden und im September heimlich aus dem Exil nach Tegucigalpa zurückgekehrt. Er sitzt derzeit in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa fest. Von dort aus hatte er versucht, an die Macht in Honduras zurückzukehren. Seine Gegner werfen Zelaya Verfassungsbruch und andere Delikte vor und wollen ihn deshalb vor Gericht stellen.

Die Bemühungen, Zelaya samt seiner Familie aus dem Land zu transportieren, waren offenbar schon weit fortgeschritten. Die mexikanische Regierung habe Zelaya Asyl angeboten und zu diesem Zweck freies Geleit in Honduras beantragt, hieß es in Medienberichten am Mittwochabend. Ein mexikanisches Flugzeug, das auf dem Weg nach Honduras war, um Zelaya aufzunehmen, wurde nach dem Nein der Machthaber nach El Salvador umgeleitet.

Zelaya selbst, der nach wie vor von der internationalen Gemeinschaft als rechtmäßiger Präsident anerkannt wird, sagte in verschiedenen Interviews mit Medien der Region, er sei bis zum 27. Januar 2010 legitimer Präsident von Honduras. Er werde als Gast reisen, und nicht als Asylsuchender. Er habe zudem vor, in Gesprächen auch mit dem am 29. November zum Präsidenten gewählten Unternehmer Porfirio Lobo und anderen Persönlichkeiten den Versöhnungsdialog wieder aufzunehmen.

Lobo soll am 27. Januar das Präsidentenamt antreten. Erst dann betrachtet Zelaya seine Amtszeit als beendet. Vor allem die linken Regierungen der Region, mit denen sich Zelaya verbündet hatte, haben bekräftigt, die honduranischen Wahlen und den neu gewählten Präsidenten nicht anzuerkennen.

DPA / DPA