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Irak: Bomben treffen Kinder

Die Welle der Gewalt gegen Polizei und Zivilisten nimmt kein Ende. Fast zeitgleich sind in verschiedenen Städten Iraks fünf Bomben explodiert. Die Opfer sind vor allem Kinder. Zehn Menschen wurden verschleppt.

Bei einer Serie schwerer Autobombenanschläge sind am Donnerstag im Irak weit mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Bagdad starben bei zwei Explosionen 46 Menschen, die meisten von ihnen Kinder. Mehr als 200 Bewohner wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Weit mehr als 30 Kinder getötet

Die meisten Todesopfer gab es bei der Einweihung eines neuen Abwasserkanalsystems im Westen Bagdads. Während der Vorbeifahrt eines amerikanischen Militärkonvois explodierten nach Angaben der US-Streitkräfte drei Autobomben, die mindestens 42 Menschen in den Tod rissen. Unter ihnen waren weit mehr als 30 Kinder - so viel wie nie zuvor seit Beginn des irakischen Aufstands vor 17 Monaten. Überlebende irrten nach dem Anschlag über Pfützen von Blut. "Dieser Angriff wurde von bösen Menschen verübt, die nicht wollen, dass die Iraker feiern und die keine Bauprojekte haben wollen", sagte ein Offizier der irakischen Nationalgarde am Tatort.

Bei einem weiteren Autobombenanschlag westlich von Bagdad wurden ein US-Soldat und zwei irakische Polizisten getötet, wie die Streitkräfte mitteilten. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag richtete sich gegen einen Gebäudekomplex unweit des Gefängnisses Abu Ghraib, in dem eine Polizeiwache und das Büro des örtlichen Bürgermeisters untergebracht sind. Bei einem Raketenangriff auf Koalitionstruppen nahe Bagdad wurde ebenfalls ein US-Soldat getötet.

Angriff auf Falludscha

Zuvor waren bei einem Luftangriff der amerikanischen Streitkräfte in Falludscha mindestens vier Iraker ums Leben gekommen, wie das örtliche Krankenhaus berichtete. Die US-Streitkräfte teilten mit, der Angriff habe einem Haus gegolten, in dem laut Geheimdienstberichten die Gruppe von Abu Mussab al Sarkawi Anschläge geplant hatte. Nach dem Einschlag der US-Geschosse habe es weitere Explosionen gegeben. Dies lasse auf ein illegales Munitionsdepot schließen. Ein Klinikarzt in Falludscha sagte, unter den Todesopfern seien zwei Frauen und ein Kind; acht Personen seien verletzt worden.

In der nordirakischen Stadt Mossul eröffneten Bewaffnete das Feuer auf ein Polizeiauto und töteten einen Offizier. Bei einem Bombenanschlag auf den Polizeichef der nordirakischen Stadt Talafar kamen mindestens vier Menschen ums Leben.

Britische Regierung schließt Verhandlungen mit Bigleys Entführern aus

Trotz einer neuerlichen verzweifelten Videobotschaft der britischen Geisel Ken Bigley an Premierminister Tony Blair schloss die Regierung in London Verhandlungen mit den Entführern erneut aus.

Zehn weitere Geiseln genommen

Der Fernsehsender Al Dschasira berichtete unterdessen, im Irak seien zehn weitere Menschen entführt worden. Der Sender zeigte ein Video mit sechs Irakern, zwei Libanesen und zwei Indonesierinnen, die von maskierten Männern mit Waffen bedroht wurden. Ein Diplomat in Beirut bestätigte die Entführung der beiden Libanesen.

Al Dschasira zufolge arbeiteten die Geiseln für einen Stromkonzern. Die Entführer gaben sich als Mitglieder der Gruppe Islamische Armee im Irak aus, die sich bereits zur Geiselnahme von zwei französischen Journalisten bekannt hat.

AP / AP