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Irak: Bomben und Granaten auf Hotels und alliierte Einrichtungen

Ein Rakete ist am Donnerstagmorgen in Bagdad nahe der deutschen Botschaft in ein Wohnhaus eingeschlagen. Auch das Hauptquartier der US-geführten Zivilverwaltung und zwei Hotels wurden von Raketen getroffen.

Ein Rakete ist Augenzeugen zufolge am Donnerstagmorgen in Bagdad in ein Wohngebäude in der Nähe der deutschen Botschaft eingeschlagen. Auch das Hauptquartier der US-geführten Zivilverwaltung, zwei Hotels und ein Wohnhaus seien von Raketen getroffen worden. Eine Rakete habe das Gebäude des Innenministeriums knapp verfehlt. Augenzeugen berichteten von rund einem halben Dutzend Explosionen. Das Gebäude der US-Zivilverwaltung sei von drei oder vier Raketen getroffen worden, bestätigte ein US-Militärsprecher. Raketen schlugen auch auf das Burj el Hajat Hotel, das ebenfalls von US-Bürgern bewohnt wird, ein. Niemand sei verletzt worden, sagten Augenzeugen.

Zweite Nacht der Operation "Eiserner Griff"

Die USA machen Anhänger Saddams und militante Moslems für die Angriffe verantwortlich. In der Nacht ging das US-Militär gegen mutmaßliche Verstecke irakischer Rebellen im Süden Bagdads vor. Explosionen und schweres Maschinengewehrfeuer waren in der Stadt zu hören. Es war die zweite Nacht in Folge, in der das US-Militär in Rahmen der Operation "Eisener Griff" gegen Freischärler kämpfte. Amerikanische Kampfflugzeuge und Hubschrauber hatten zuvor den Südwesten Bagdads bombardiert. Die Flugzeuge hätten die Artillerie der 1. Panzerdivision bei ihren Angriffen auf mehrere Ziele unterstützt, sagte Militärsprecher John Frisbie. Kommandeure der US-Truppen hatten zuvor Operationen über Weihnachten angekündigt, nachdem es Hinweise auf Angriffe von Aufständischen gegeben hatte.

Granatenangriff auf Sheraton Hotel

Im Bagdader Sheraton Hotel sind am Donnerstag mehrere Granaten eingeschlagen. Fenster des Ischtar Sheratons gingen zu Bruch, verletzt wurde niemand. Wenige Minuten nach dem Einschlag der Raketen kam es auf den Straßen zu einem Feuergefecht. Augenzeugen sagten, ein Wachmann habe auf Männer in einem Wagen geschossen, welche die Raketen abgefeuert hätten. Ein Granate, die offenbar das Hotel treffen sollte, schlug in einem Wohnhaus ein und verletzte eine Frau. Bei Bombenexplosionen waren am Mittwoch vier US-Soldaten getötet worden.

Angriff auf Hotel Bagdad ohne Folgen

Kurz vor dem Angriff auf das Sheraton hatten Unbekannte auch das nahe gelegene Hotel Bagdad angreifen wollen. Die Granaten seien jedoch explodiert, ohne Schäden anzurichten, sagte US-Militärsprecher Kurt Muniz. Soldaten hätten in der Umgebung Flugblätter gefunden, auf denen die Bürger aufgefordert worden seien, während einer bevorstehenden Offensive der Aufständischen ihre Häuser nicht zu verlassen.

US-Soldat in Bagdad getötet

Ein amerikanischer Soldat ist am Donnerstag in Bagdad durch eine Bombe getötet worden. Das berichtete der arabische Fernsehsenders El Dschasira unter Berufung auf die US-Armee in der irakischen Hauptstadt. Die Bombe sei explodiert, als eine Patrouille durch den Nordosten Bagdads fuhr. Damit wurden im Irak 206 US-Soldaten getötet, seit US-Präsident George W. Bush am 1. Mai das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet hatte.

Auch Mittwoch mehrere Tote

Bei einem Selbstmordanschlag im nordirakischen Kurdengebiet kamen am Mittwoch fünf Menschen ums Leben. Nach Behördenangaben zündete der Attentäter den in seinem Fahrzeug versteckten Sprengsatz vor dem Innenministerium in Erbil. Innenminister Karim Sindschar erklärte, der Attentäter habe vier Zivilisten, darunter ein 13-jähriges Mädchen, mit in den Tod gerissen. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt. In Erbil befindet sich das kurdische Regionalparlament. Bei einer Bombenexplosion am Rande einer Straße nach Samarra nördlich von Bagdad wurden nach Militärangaben drei US-Soldaten getötet. Ein weiterer wurde bei einer Detonation in Bagdad getötet, wie die Streitkräfte erklärten. Die Explosion einer Bombe in einem Straßentunnel Bagdads kostete einen Menschen das Leben. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch um die Mittagszeit im Tunnel von Schurta, der die Innenstadt von Bagdad mit den westlichen Vororten verbindet.

David Letterman besuchte US-Truppen

Der amerikanische Talk-Show-Star David Letterman hat zu Weihnachten die amerikanischen Truppen in Irak besucht. Der Gastgeber der "Late Show" schaute sich am Mittwoch das Militärkrankenhaus in Bagdad an und sprach in einem von Saddam Husseins früheren Palästen mit US-Soldaten. Die zeigten sich begeistert von der Lässigkeit des Moderators. "Er benimmt sich, als wäre er schon seit Jahren hier", sagte der 24-jährige Soldat Michael Gerstmyer. Letterman trug eine aus seiner Show bekannte Top-10-Liste vor: die zehn deutlichsten Anzeichen, dass Sie zu lange in Irak sind. "Nummer 9: Sie haben ein verrücktes Gerücht gehört, dass Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien ist", sagte Letterman unter dem Applaus der Soldaten. "Nummer 2: Kamel schmeckt wie Hühnchen." Und auf Platz 1: "David hat von der tollen Gesundheitsversorgung hier gehört und ist hergekommen, um seine Hämorrhoiden behandeln zu lassen." Für Letterman ist es nicht der erste Einsatz zur Unterhaltung amerikanischer Truppen. Im vergangenen Jahr besuchte er zu Weihnachten Soldaten in Afghanistan.

DPA