Irak US-Kampfflugzeuge bombardieren Bagdad


Wieder Bombenanschläge im Irak: In Ebril wurden dabei mindestens vier Iraker und in Bagdad zwei US-Soldaten getötet. In der Nacht hatte die US-Luftwaffe wieder Einsätze geflogen, die angeblich auf Hinweise von Saddam Hussein zurückgehen sollen.

Ein Bombenanschlag im nordirakischen Kurdengebiet hat am Mittwoch nach Augenzeugenberichten mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Der Sprengsatz detonierte in einem Auto vor dem Gebäude des Innenministeriums in Erbil. Bei einer Bombenexplosion nördlich von Bagdad wurden drei US-Soldaten getötet. Nach Militärangaben detonierte der Sprengsatz am Rande einer Straße bei Samarra, auf der die drei Soldaten des Kommandos "Ironhorse" in ihrem Fahrzeug unterwegs waren. Die US-Besatzungstruppen sind immer wieder Ziel irakischer Angriffe. Seit US-Präsident George W. Bush am 1. Mai das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet hatte, wurden mehr als 200 US-Soldaten bei Kämpfen getötet, fast doppelt so viele wie im Krieg gegen die irakische Armee.

US-Streitkräfte nannten keine Einzelheiten

Bei dem Anschlag in Erbil wurden mehrere Personen getötet oder verletzt, wie ein Sprecher der Demokratischen Partei Kurdistan (KDP) mitteilte. Ein Augenzeuge, Kircut Ali, sagte, in einem Auto neben dem explodierenden Wagen seien mindestens vier Passagiere getötet worden. Die US-Streitkräfte bestätigte eine Explosion, nannten aber keine Einzelheiten. In Erbil befindet sich das kurdische Regionalparlament.

Ein Toter in Bagdad

Bei der Explosion einer Bombe in einem Straßentunnel der irakischen Hauptstadt Bagdad kam ein Mensch ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Die Detonation wurde nach Angaben der Polizei ausgelöst, als ein Kleinbus über den Sprengsatz fuhr. Der Vorfall ereignete sich um die Mittagszeit im Tunnel von Schurta, der die Innenstadt von Bagdad mit den westlichen Vororten verbindet.

US-Kampfflugzeuge bombardierten...

Amerikanische Kampfflugzeuge und Hubschrauber bombardierten in der Nacht zu Mittwoch den Südwesten der Hauptstadt Bagdad. Die Kampfflugzeuge hätten die Artillerie der 1. Panzerdivision bei ihren Angriffen auf mehrere Ziele unterstützt, sagte Militärsprecher John Frisbie. Kommandeure der US-Truppen hatten zuvor Operationen über Weihnachten angekündigt, nachdem es Hinweise auf Angriffe von Aufständischen gegeben hatte.

...offenbar nach Saddam-Hinweisen

Frisbie deutete an, die Militäraktion gehe auf Hinweise des vor eineinhalb Wochen festgenommenen Exstaatschefs Saddam Hussein zurück. Auch Bürger, die sich gegen die Aufständischen stellten, lieferten immer wieder Informationen. In Washington sagte US-Generalstabschef Richard Myers, nach der Festnahme von Saddam Hussein hätten am Montag 50 ehemalige Mitglieder des alten Regimes gefasst werden können. Ähnlich viele Informationen seien auch nach dem Tod von Saddam Husseins Söhnen Odai und Kusai im Juli eingegangen. "Das ist ein gutes Zeichen, und es zeigt wahrscheinlich, welche Rolle die Angst in den Köpfen der Menschen spielt", erklärte Myers.

Razzien fortgesetzt

Die US-Truppen setzten unterdessen ihre Razzien fort und nahmen in Bagdad den sunnitischen Scheich Ghasi Hanasch fest. Er ist der Anführer des Stammes El Taee und gilt als enger Vertrauter des ehemaligen irakischen Vizepräsidenten Issat Ibrahim el Duri. Von El Duri nehmen die USA an, dass er den Widerstand gegen die Besatzungstruppen organisiert. Gemeinsam mit Hanasch wurden auch sein Sohn und zwei Vertraute festgenommen, wie ein Cousin erklärte.

DPA

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