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Iran: Mindestens 30 Tote wegen Massenpanik bei Soleimani-Trauerzug

Seit Tagen versammeln sich im Iran die Menschen. Erst Zehntausende, dann Hunderttausende, in Teheran sogar Millionen. Am letzte Tag der Trauerfeierlichkeiten kommt es zu einer Massenpanik – mit verheerenden Folgen.

Iran: Massenpanik und Tote bei Tauerzug für Soleimani

Bei einer Massenpanik während des Trauerzugs für den iranischen General Ghassem Soleimani in Kerman sind am Dienstag mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben iranischer Behörden wurden außerdem Dutzende Menschen verletzt. Die Opferzahl könnte noch steigen, erklärten Behörden nach Angaben des staatlichen Fernsehens. Auf den sozialen Medien war von mindestens 35 Toten die Rede. Soleimani war in der Nacht zum Freitag in der irakischen Hauptstadt Bagdad bei einem US-Angriff getötet worden.

In Kerman hatten sich nach Medienangaben Hunderttausende Menschen versammelt, um den Trauerzug durch den Geburtsort Soleimanis zu begleiten. Der Marsch führte am Dienstag durch das Zentrum der Stadt im Südosten des Landes zum Märtyrer-Friedhof, wo Soleimani später beerdigt werden sollte. Die Zeremonie wurde erneut auf fast alle Fernsehkanälen live übertragen.

Trauernde fordern Rache

Anwesend am Trauerzug war auch der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Hussein Salami. "Wir werden Rache nehmen und die wird konsequent und hart sein, so dass die Amerikaner ihre Tat bitter bereuen", sagte Salami. Die Masse erwiderte den Aufruf mit "Rache, Räche"- und "Allahu Akbar"-Rufen ("Gott ist der Größte").

Wegen des erwarteten Massenandrangs war der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklärt worden - wie zuvor schon der Montag in der Hauptstadt Teheran. Damit wollte die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem als Märtyrer verehrten General zu verabschieden.

Washington rechtfertigt Luftschlag mit angeblicher Bedrohungslage

Zuvor hatte es in mehreren iranischen Städten große Trauerzüge gegeben. Allein in Teheran nahmen am Montag nach Medienberichten Millionen Menschen Abschied von Soleimani. Zuvor hatten Hunderttausende an Trauerzeremonien in Ahwas, Maschad und Ghom teilgenommen. Die Bilder der von unzähligen Menschen gesäumten Straßen gingen um die Welt.

Washington rechtfertigte den Luftschlag gegen Soleimani damit, dass der Chef der Al-Kuds-Einheiten folgenschwere Angriffe auf US-Bürger geplant habe. Soleimani war der wichtigste Vertreter der iranischen Streitkräfte im Ausland und galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern.

fin / DPA