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Irans Präsident: Ruhani verspricht Iranern Zugang zu sozialen Netzen

Twitter-Gründer Jack Dorsey befragt den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani zur Internet-Freiheit in dessen Land - und bekommt eine überraschende Antwort.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat via Twitter bekanntgeben, seinen Bürgern den Zugang zu sozialen Netzwerken ermöglichen zu wollen. Anlass ist ein Tweet von Twitter-Gründer Jack Dorsey. Am Dienstagabend fragte er Ruhani, ob denn auch die Bürger des Iran die Tweets des Präsidenten lesen könnten. Die Antwort folgte vier Stunden später - und sorgt nun weltweit für Aufmerksamkeit: "Guten Abend @Jack. Wie ich @campanour bereits gesagt habe, richten sich meine Anstrengungen darauf sicherzustellen, dass mein Volk bequemen Zugang zu allen weltweiten Informationen bekommt, so wie es sein #Recht ist."

@HassanRouhani Good evening, President. Are citizens of Iran able to read your tweets?— Jack Dorsey (@jack) October 1, 2013

@Jack. As I told @camanpour, my efforts geared 2 ensure my ppl'll comfortably b able 2 access all info globally as is their #right.— Hassan Rouhani (@HassanRouhani) October 1, 2013

Tatsächlich hatte sich Ruhani bereits gegenüber der TV-Journalistin Christine Amanpour in einem Interview für den US-Nachrichtensender CNN ähnlich geäußert - und den Iranern Hoffnung auf ein freies Internet gemacht. Denn bisher herrscht in dem Land ein striktes Social-Media-Verbot, mit dem das Regime die Konsequenzen aus der grünen Revolution 2009 zog. Damals hatten sich viele Iraner via Facebook, Twitter und Co. mobilisiert und gegen den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad aufbegehrt.

Good first steps #Iran this wk. Positive meeting w/ @JZarif last night. Historic POTUS and @HassanRouhani call today. #Progress -JK— Department of State (@StateDept) September 27, 2013

Der neue Präsident bringt nun nicht nur seinem Volk mehr Vertauen entgegen - offenbar ist Ruhani selbst ein großer Twitter-Fan, der das Netzwerk zum Ausbau diplomatischer Beziehungen zu nutzen weiß. So retweetete er bereits einen Beitrag des US State Departments und teilte anlässlich des jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana seine Glückwünsche mit. Insgesamt bemüht sich das erst kürzlich gewählte Staatsoberhaupt um ein aufgeschlosseneres und friedlicheres Image und will sich von seinem Vorgänger abgrenzen. Der hatte erst vor zwei Jahren sein Land komplett vom Internet abschotten wollen.

Steffi Hentschke
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