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Nach Streit mit Konservativen: Ruhani kündigt Kulturreform im Iran an

Seit Beginn seiner Amtszeit im letzten Jahr präsentiert sich der iranische Präsident Ruhani als Reformator. Jetzt möchte er dem Kulturbetrieb des Landes mehr Freiheiten einrichten - gegen Widerstand.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat für eine Kulturreform im Iran plädiert. Weder er noch sein Kulturminister würden sich von Warnungen aus dem konservativen Lager einschüchtern lassen. "Wir werden alle unsere Wahlversprechen umsetzen, auch im Kulturbereich", sagte er laut iranischen Medien am Donnerstag bei einem Treffen mit iranischen Künstlern in Teheran.

Als ersten Schritt versprach Ruhani die Wiedergeburt des Symphonieorchesters, das von seinem Vorgänger, dem ultra-konservativen Mahmud Ahmadinedschad, aufgelöst worden war. "Das war sehr bedauerlich, aber wir werden das Orchester in den nächsten Monaten wieder zum neuen Leben erwecken."

Mit seiner Ankündigung stellt sich Ruhani demonstrativ vor seinen Kulturminister Ali Dschannati. Das von den Konservativen dominierte Parlament hatte diese Woche Dschannati einbestellt und ihm ein Misstrauensvotum angedroht. Dschannati hatte sich unter anderem für eine Aufhebung der Internetzensur eingesetzt und einige kulturelle Einschränkungen als lächerlich bezeichnet.

"Diese Regierung hat keine Angst vor Gelben Karten und wir sind stolz auf Persönlichkeiten wie Minister Dschannati, die sich für Freiheit einsetzen", sagte Ruhani. Man könne Künstlern mit engstirnigen Vorschriften nicht vorschreiben, wie sie Kunst gestalten sollten. "Kunst ohne Freiheit ergibt einfach keinen Sinn", sagte der Kleriker.

ono/DPA / DPA
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