Isaf-Truppen Enführte Italiener blutig befreit


Es war die erste Entführung von Soldaten der in Afghanistan stationierten Isaf-Truppen. Nach drei Tagen wurden die beiden Italiener nun gewaltsam befreit - und dabei verletzt, einer von ihnen sogar schwer. Er schwebe in Lebensgefahr, heißt es.

Die erste Entführung von Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan ist mit einer Militäroperation der Nato gewaltsam beendet worden. Einer der beiden jüngst verschleppten Italiener sei bei der Befreiung in der westafghanischen Provinz Farah schwer, der andere leicht verletzt worden, sagte der italienische Verteidigungsminister Arturo Parisi. Äußerungen aus der italienischen Botschaft in Kabul zufolge, schwebte der Schwerverletzte in Lebensgefahr. Die Nato-geführte Isaf teilte mit, alle acht oder neun Entführer seien getötet worden.

Ebenfalls verwundet wurde nach Isaf-Angaben ein Begleiter der italienischen Soldaten, das Schicksal des zweiten ist unbekannt. Die beiden Soldaten waren mit einem Übersetzer und einem Fahrer unterwegs, als sie am Samstag entführt wurden. Normalerweise bewegt sich die Isaf in gefährlichen Regionen nur mit schwer bewaffneten gepanzerten Konvois. Nach Medienberichten waren die beiden Italiener mit einem Geheimdienstauftrag auf Erkundung bei Shindand nahe der iranischen Grenze unterwegs. Britische und italienische Einheiten leiteten die Operation zur Befreiung der Geiseln.

Unklar blieb, ob die Soldaten von den radikalislamischen Taliban entführt wurden. Ein Isaf-Sprecher nannte die Operation zur Befreiung der Geiseln einen "Beweis für die Entschlossenheit der Isaf, mit Terrorakten in Afghanistan fertigzuwerden". In Farah, wo es die Italiener befreit wurden, kamen bei einem Angriff der Taliban nach Polizeiangaben 21 Aufständische und drei afghanische Mitarbeiter einer US-Sicherheitsfirma ums Leben.

Der spanische Verteidigungsminister Jose Antonio Alonso sagte in Madrid, bei der Minenexplosion sei auch ein Dolmetscher getötet worden. Sechs weitere Militärs seien verletzt worden. Die Soldaten seien mit gepanzerten Fahrzeugen auf einer Routine- Patrouille gewesen. Einer der Toten stamme aus Ecuador. Unter den Verletzten seien zwei Kolumbianer. In den spanischen Streitkräften dienen auch Berufssoldaten aus Lateinamerika. Sie können nach Ablauf der Dienstzeit die spanische Staatsangehörigkeit bekommen. Die Zeitung "El Mundo" berichtete in ihrer Internetausgabe, die radikalislamischen Taliban hätten sich zu dem Anschlag bekannt.

DPA DPA

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