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Isis auf dem Vormarsch Obama schickt Spezialeinheit in den Irak


Der Schutz der eigenen Leute bleibt für Washington oberstes Gebot. Im Irak soll eine kompakte US-Truppe für erhöhte Sicherheit sorgen. Die Soldaten sind auch für Kampfeinsätze ausgerüstet.

Die USA schicken eine 275 Mann starke Spezialeinheit des Militärs in den Irak, um ihre Botschaft und die dort arbeitenden Amerikaner zu schützen. Die Truppe sei wenn nötig auch für den Kampf gerüstet, teilte Präsident Barack Obama in einem Brief an den Kongress mit. "Diese Einheit wird im Irak bleiben, bis die Sicherheitslage es nicht länger erfordert", heißt es in dem Schreiben. Obama habe den Schritt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte veranlasst, um seine Landsleute zu schützen. Die irakische Regierung habe dem Schritt zugestimmt.

Wie Pentagon-Sprecher John Kirby mitteilte, erreichten 170 der Soldaten Bagdad bereits am Wochenende. Rund 100 weitere sollen falls erforderlich Flugplätze verwalten, logistische Maßnahmen unterstützen und zur Sicherheit beitragen. Alle Kräfte seien dazu ausgebildet, sich den Teams der US-Botschaft anzuschließen oder als eigenständige Truppe vorzugehen.

"Die Sicherheit des in ausländischen diplomatischen Vertretungen dienenden Personals ist eine unserer höchsten Prioritäten", teilte Kirby weiter mit. Bisher waren im Irak zwischen 200 und 300 Soldaten stationiert, um US-Einrichtungen zu schützen und irakische Sicherheitsleute zu unterstützen.

USA-Vertreter treffen iranische Abgesandte

Obama traf am Montagabend in Washington erneut mit seinen Sicherheitsberatern zusammen, um über den Vormarsch sunnitischer Isis-Dschihadisten zu beraten. Als mögliche militärische Optionen der Vereinigten Staaten gelten derzeit Luft- und Drohnenangriffe sowie ein umfassenderes Training irakischer Sicherheitskräfte. Der Einsatz von US-Bodentruppen scheint nach wie vor ausgeschlossen.

Zudem tauschten sich US-Vertreter am Rande der Atomverhandlungen in Wien mit iranischen Abgesandten über die Krise im Irak aus. US-Außenamtssprecherin Marie Harf sagte zu CNN, es habe in Wien eine "kurze Diskussion" gegeben. Beide Seiten hätten "ein gemeinsames Interesse", dass die militanten Islamisten "im Irak nicht mehr Fuß fassen können". Es bleibe aber abzuwarten, ob die Gespräche mit den Vertretern Teherans fortgesetzt würden. Pentagonsprecher John Kirby ergänzte, es gebe "keinerlei Plan, militärische Aktivitäten zwischen den USA und dem Iran abzustimmen".

Washington warnt vor akuter Anschlagsgefahr

Das US-Außenministerium warnte erneut vor Reisen in den Irak und stufte diese als gefährlich ein. Die Botschaft im Bagdad bleibe zwar geöffnet, doch die Möglichkeiten, Amerikanern bei Problemen wie etwa Inhaftierungen zu helfen, seien "extrem begrenzt." Die Gefahr von Anschlägen, terroristischer Gewalt und Entführungen bleibe akut.

Die Isis-Dschihadisten haben seit vergangener Woche weite Gebiete im Nordirak erobert und sind Richtung Bagdad vorgerückt. Am Montag nahmen sie Teile der als strategisch wichtig geltenden, schiitisch dominierten Stadt Tal Afar an einer Hauptstraße zur syrischen Grenze ein.

mad/DPA DPA

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