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Islamischer Staat droht den USA: "Wir werden Euch alle in Blut ertränken"

In einem neuen Video richtet die Terrororganisation Islamischer Staat massive Drohungen an die USA. Irakische und kurdische Truppen versuchen unterdessen die Stadt Tikrit vom IS zurückzuerobern.

Ein kurdischer Peschmerga-Kämpfer zeigt sich siegessicher - Truppen die gegen die Terrororganisation Islamischer Staat kämpfen werden durch die US-Luftwaffe unterstützt

Ein kurdischer Peschmerga-Kämpfer zeigt sich siegessicher - Truppen die gegen die Terrororganisation Islamischer Staat kämpfen werden durch die US-Luftwaffe unterstützt

Die sunnitische Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) hat den USA massiv gedroht. Sollten IS-Kämpfer im Irak von US-Luftschlägen getroffen werden, würden US-Bürger überall ihrerseits das Ziel von Angriffen, erklärte die Miliz in einem am Montagabend veröffentlichten Video. In englischer Sprache hieß es: "Wir werden Euch alle in Blut ertränken." In dem Video waren Aufnahmen eines während der US-Besatzungszeit im Irak enthaupteten Amerikaners und Opfer von Scharfschützen zu sehen.

Kurdische Peschmerga und die irakischen Streitkräfte erhöhen weiter den Druck auf den IS. Am Dienstag begann das Militär eine Offensive zur Vertreibung der Dschihadisten aus der Stadt Tikrit. Dabei wurden Sicherheitskreisen zufolge auch Kampfhubschrauber eingesetzt. Die schwer bewaffneten IS-Kämpfer hatten die Geburtsstadt des früheren Herrschers Saddam Hussein im Juni erobert. Tikrit liegt rund 170 Kilometer von Bagdad entfernt. Mehrere irakische Versuche, die Stadt zurückzuerobern, waren bisher gescheitert.

"Es wird Zeit brauchen"

Die Kurden werden im Kampf gegen den IS von US-Kampfflugzeugen unterstützt. US-Präsident Barack Obama stellt sich auf einen längeren Militäreinsatz ein. "Es wird Zeit brauchen", sagte Obama am Montag in Washington. "Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass das Militär der Vereinigten Staaten weiterhin die begrenzten Einsätze ausführen wird, die ich gebilligt habe. "Es gehe weiter darum, die Extremisten zurückzudrängen, um Amerikaner und US-Einrichtungen zu schützen. Die Regierung habe sich mit dem Kongress über die Strategie im Irak abgestimmt und werde das auch in den kommenden Wochen tun. Zugleich stellte Obama klar: "Wir schicken nicht Tausende US-Truppen zurück auf den (irakischen) Boden.

"Den Vorstoß kurdischer Kämpfer zum strategisch wichtigen Mossul-Staudamm lobte Obama als wichtigen Schritt. Ein Bruch des Staudamms würde Tausende Menschenleben sowie die große US-Botschaft in Bagdad gefährden. Obama drängte den designierten irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi, eine neue Regierung unter Einschluss aller Volksgruppen zu bilden. "Der Wolf steht vor der Tür", sagte er über den Vormarsch des IS in den vergangenen Wochen. Die USA arbeiten an einem internationalen Bündnis, um die humanitäre Lage im Irak zu verbessern und zum Beispiel Lebensmittel zu liefern. Zu den Partnerländern gehören Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Australien.

Mossul-Staudamm zurückerobert

Kurdische Kämpfer hatten mit massiver Unterstützung der US-Luftwaffe im Nordirak laut örtlichen Medien Erfolge gegen die IS-Islamisten erzielt. Nach ihrem Vorstoß Mossul-Staudamm eroberten Peschmerga-Kämpfer demnach weitere Dörfer in der Nähe der größten Talsperre des Landes. Der in den 1980er Jahren errichtete Staudamm spielt für die Trinkwasser- und Stromversorgung eine große Rolle, gilt allerdings als akut baufällig. Fachleute mahnen seit Jahren eine Sanierung an. Die IS-Miliz hält große Teile des Irak besetzt und hat Zehntausende Christen und Jesiden vertrieben. Bislang konzentriert sich die Gruppe auf die Eroberung von Land im Irak und Syrien für das von ihr ausgerufene Kalifat. Spektakuläre Angriffe auf westliche Ziele gab es bislang nicht.

amt/DPA/Reuters / DPA / Reuters