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Olympia in Südkorea: Grüßaugust Ivanka Trump: "Was zur Hölle macht sie hier?"

Über die Reise von Ivanka Trump nach Südkorea wurde viel spekuliert: Würde sie sich mit Vertretern Nordkoreas treffen? Bei den US-Athleten jedenfalls kam der Trip nicht sonderlich gut an. Ein Skifahrer ätzte sogar öffentlich.

Ivanka Trump bei Schlussfeier in Pyeongchang

So nah und doch so weit weg: Ivanka Trump auf der Ehrenloge in Pyeongchang. Rechts hinter ihr: der gefürchtete Geheimdienstchef Nordkoreas, Kim Yong Chol

AFP

"Ich bin so aufgeregt, hier zu sein", sagte Ivanka Trump und "unglaublich begeistert". Es seien "fantastische Tage sowie Ehre und Privileg gewesen" die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang besuchen zu dürfen, so die Tochter des US-Präsidenten. Sie schien schwer begeistert. Als Sondergesandte und Beraterin ihres Vaters besuchte sie die US-Sportler und nahm an der Schlussfeier teil - was einige Landsleute zu der Frage führte: Warum eigentlich?

"Was zur Hölle macht Ivanka hier?"

Am lautesten moserte der Ski-Freestyler Gus Kenworthy. Auf Twitter schrieb er unter einem Bild der versammelten US-Athleten: "Bin so stolz auf all die Leute. Jeder hat schwer gearbeitet, um an Olympia teilnehmen und bei der Schlusszeremonie mitlaufen zu können. Alle außer Ivanka. Ganz ehrlich: Was zu Hölle macht sie hier?" Der Sportler blieb nicht lange allein. Auch andere Amerikaner echauffierten sich über die Rolle von Ivanka Trump. Nutzerin Mary kommentierte den Post mit den Worten: "Sie hat kein Recht für mich zu sprechen, sie wurde in kein Amt gewählt." Twitterer Avi ätzte: "Das passt ja. Eine Person, die nie richtig gearbeitet hat, führt eine Delegation an, deren Mitglieder jede Minute ihres Lebens (für den Sport) geopfert haben."


Vor Trumps Abstecher nach Südkorea gab es Spekulationen, dass sie möglicherweise Kontakt mit Vertretern des Nordens anbandeln könnte. Allerdings gab es nach Ende der Spiele keine Anzeichen für ein Treffen mit einer nordkoreanischen Besucherabordnung. Ivanka Trump sei mit den übrigen Mitgliedern der Delegation einschließlich der für Korea verantwortlichen Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Allison Hooker, am Montag abgereist, teilte ein Beamter der amerikanischen Botschaft in Seoul mit. Es habe kein Treffen Trumps mit den Nordkoreanern gegeben.

US-Präsident Trump und die nordkoreanische Führung hatten sich im vergangenen Jahr wegen des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen, die weltweit die schlimmsten Befürchtungen ausgelöst hatten. Beim Besuch der Winterspiele hatten Nordkoreas Vertreter jedoch zaghafte Signale der Gesprächsbereitschaft ausgesandt. Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In sagte der nordkoreanische General und frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA zusammen mit den innerkoreanischen Beziehungen entwickeln sollten. 

Donald-Trump-Tochter probiert Silber-Medaille an

Statt hoher Diplomatie blieb der Südkorea-Trip für die 36-jährige Ivanka Trump ein Grüßtermin.  In der Ehrenloge saß sie zwischen der Ehefrau von Präsident Moon Jae In und Chinas Vizepremierministerin Liu Yandong und unweit des Generals Kim Yong Chol, der die Delegation Nordkoreas zum Abschluss der Winterspiele anführte. Bei den Bobfahrern hatte sie zuvor ausprobiert, wie sich olympisches Silber anfühlt. Die amerikanische Medaillengewinnerin Lauren Gibbs hängte der Trump-Tochter ihre Medaille um. "Es fühlt sich an, als wenn ich den Ehering von jemand anderem anprobiere", sagte Trump. Mit weißer Team-USA-Pudelmütze und blau-rot-weißer Mannschaftsjacke bekannte sie aber, dass sie persönlich Skifahren bevorzugt.

nik mit DPA/AFP