HOME

Trumps Auslandsreise: Ivanka Trump und Jared Kushner: ihre zentrale Rolle für den Frieden in Nahost

Wenn der US-Präsident am Montag nach Israel reist, rücken auch zwei seiner Begleiter ins Augenmerk: Seine Tochter Ivanka Trump und Schwiegersohn Jared Kushner.

Ivanka Trump und Jared Kushner begleiten US-Präsident Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise

Ivanka Trump und Jared Kushner begleiten US-Präsident Donald Trump auf seiner ersten Auslandsreise

Im rund 1000-köpfigen Gefolge Donald Trumps reisen neben mehreren Ministern und einer Heerschar von Beratern auch zwei spezielle US-Offizielle nach Israel: Präsidententochter Ivanka (35) und Schwiegersohn Jared Kushner (36). Kushner soll sich um nichts weniger als den Frieden in Nahost kümmern. Wie er ihn erreichen will, ist bisher nicht hinterlegt.

Vor der Reise verlautete nur etwas nebulös, man habe sich in der Region sehr genau - und still - umgehört. Der Israel-Trip werde "spektakulär". Und man habe "großartige Gespräche" mit Israelis und Palästinensern gehabt.

Kushners Portfolio im Weißen Haus ist zum Bersten voll, Anti-Nepotismus-Regeln hin oder her. Er gilt als Mann im Hintergrund, aber was er dort wirklich erreicht hat, ist nicht bekannt. Außen- und sicherheitspolitische Erfahrung hat er keine. Für den Nahen Osten, eine der kompliziertesten Regionen der Welt, wäre sie vielleicht kein Nachteil.

Ivanka Trump und Jared Kushner


Ivanka und Kushner sind dem Präsidenten nahe wie nur wenige. Welchen angeblich mäßigenden Einfluss auf Trump es tatsächlich hat, das weiß man nicht. Die "New York Times" weiß von Wutausbrüchen Trumps gegen seine Vertrauten zu berichten - sogar gegen seinen Schwiegersohn.

Ein nicht gewählter Mitdreißiger und die erhebliche Macht

Bevor Trump nach Nahost aufbrach, verwies der "New Yorker" lakonisch darauf, dass Kushner mit dem saudischen Kronprinzen, den er am Wochenende traf, einiges teile: ein nicht gewählter Mittdreißiger mit erheblicher Macht. Und eine Art Kronprinz sei Kushner ja auch. Nun also die Weiterreise nach Israel.

Für das einflussreiche Glamour-Paar ist es nicht der erste Besuch im Heiligen Land. "Man fühlt sich in biblische Zeiten zurückversetzt", schwärmte Ivanka bei ihrer ersten Reise 2008. "Ich liebe es." Damals war sie gekommen, um im jüdischen Staat nach Immobilien Ausschau zu halten. Der in einer strengreligiösen jüdischen Familie aufgewachsene Kushner ist seit seiner Kindheit schon mehrmals nach Israel gereist. Seine Großeltern sind Holocaust-Überlebende.

Ivanka ist vor ihrer Heirat mit Jared Kushner 2009 zum Judentum konvertiert. Ein solcher Übertritt nach orthodoxen Regeln ist sehr aufwendig und dauert meistens mindestens ein Jahr. Die Konvertiten lernen dabei Hebräisch lesen, alle Regeln des jüdischen Religionsgesetzes, und sie müssen ihren Lebenswandel von Grund auf umstellen.

"In dieser Zeit schalten wir komplett ab"

Das Ehepaar, das inzwischen drei Kinder hat, hält sich an die strengen Regeln für den jüdischen Ruhetag Sabbat. Für die Tour mit Trump erhielten sie die Sondererlaubnis eines Rabbiners, ausnahmsweise am Sabbat zu reisen, wie das Weiße Haus mitteilte. 

Die Regeln für den Ruhetag gelten von Freitagabend an für 25 Stunden. "In dieser Zeit schalten wir komplett ab - keine E-Mails, kein Fernsehen, keine Telefonanrufe, kein Internet", beschreibt Ivanka Trump die Auszeit vom Stress des modernen Lebens in ihrem neuen Buch. "Wir genießen die ununterbrochene Zeit zusammen, und es ist wunderbar."

Misstöne gab es allerdings im vergangenen Jahr, als das israelische Rabbinat die Berechtigung des New Yorker Rabbis in Frage stellte, der für Ivanka Trumps Konversion zuständig war. Dabei ging es zwar nicht um sie, sondern eine andere Konvertitin, die in Israel zunächst keine Heiratsbescheinigung bekommen hatte. Dennoch stellte sich die Frage, ob Ivanka Trumps Übertritt aus Sicht der Religionshüter überhaupt gültig sei.

Ivanka Trump und Jared Kushner: Besuch an der Klagemauer

"Niemand hat alle Konversionen dieses Rabbis in Frage gestellt", sagte dazu ein Sprecher des Oberrabbinats in Jerusalem. Der Übertritt der First Daughter sei "überhaupt kein Thema". Außerdem halte sie sich ja an die jüdischen Gebote, bete regelmäßig und esse koscher, sagte er. "In Israel muss sie sich überhaupt keine Sorgen machen."

Mit ihrem Mann wird Ivanka nun auch die Klagemauer in Jerusalem besuchen, die heiligste Stätte für Juden. Sie glauben an eine göttliche Gegenwart an dem Ort am Fuße des Tempelbergs, den auch Muslime verehren. 

Die Klagemauer gilt als Überrest des im Jahre 70 zerstörten zweiten jüdischen Tempels. Viele Besucher stecken deshalb Bittzettel in die Ritzen des jahrtausendealten Gemäuers - nicht nur Juden. Schon mehrere Päpste haben beim Besuch in Jerusalem nach diesem Brauch schriftliche Bitten an Gott hinterlassen. "Schick deinen Frieden über dieses Heilige Land, über den Nahen Osten und die gesamte menschliche Familie", wünschte sich schon vor acht Jahren Papst Benedikt XVI. Sein Wort in Gottes Ohr.

Sara Lemel und Martin Bialecki / DPA