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Neuseelands Regierungschefin Ardern : "Die Leute interessiert, wann das Baby gezeugt wurde" – Reporter sorgt für Empörung

Mit indiskreten Fragen und Anmerkungen im Interview mit der neuseeländischen Regierungschefin Jacinda Ardern hat ein australischer TV-Journalist für Aufruhr in sozialen Netzwerken gesorgt.

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern musste sich im australischen Fernsehen dreiste Fragen anhören (Archivbild)

AFP

Eine schwangere Regierungschefin – das ist auch im Jahr 2018 noch ungewöhnlich und ruft allein schon deshalb Interesse hervor. Charles Wooley, der Moderator der australischen Fernsehsendung "60 Minutes Australia", hat es jedoch nach Ansicht vieler seiner Landsleute mit seinen Fragen an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern zu ihrer Schwangerschaft deutlich zu weit getrieben. 


Sichtlich interessiert an ihrem Privatleben wandte sich Wooley an die Politikerin: "Ich möchte eine sehr wichtige politische Frage stellen: Wann genau kommt das Baby zur Welt? Das interessiert die Leute, weil viele zurückrechnen, wann das Baby gezeugt wurde." Ardern hatte für diese Art Frage nur ein Lachen übrig und erklärte lapidar, das Kind sei nach ihrer Wahl gezeugt worden. "Näher möchte ich nicht ins Detail gehen." Zuvor soll der Moderator seine Gesprächspartnerin mit den Worten empfangen haben, dass er noch nie eine so junge und attraktive Premierministerin kennengelernt habe.

Fragen an Jacinda Ardern lösen Empörung aus

Die Art der Gesprächsführung löste in Australien und Neuseeland Empörung aus. In den sozialen Netzwerken machten viele Nutzer ihrem Ärger Luft:


"An alle Menschen in Neuseeland: Erlauben Sie mir, im Namen aller intelligenten und anständigen Australier um Entschuldigung für dieses gruselige, sinnlose und bevormundende Interview zu bitten."

"Würden Sie auch Trump nach dem Timing einer Schwangerschaft fragen oder sein Aussehen kommentieren?"

"Das war wirklich schwer anzusehen? Warum hat Charles Wooley dieses Inteview gemacht und nicht eine weibliche Reporterin. Das war elend."

"Ist Ihnen dieses Interview nicht peinlich? Wenn nicht, schauen sie es noch einmal durch die Brille von 2018 statt von 1960."

"In welchem Jahrzehnt befinden wir uns?"

Journalist Charles Wooley verteidigt sich

Jacinda Ardern selbst nahm das Interview offenbar gelassen. Laut "New York Times" erklärte sie, sie sei verblüfft, aber nicht beleidigt gewesen.

Charles Wooley hingegen kritisierte die empörten Reaktionen. Er sagte dem neuseeländischen Radiosender NewstalkZB, es sei ein wenig "Orwell-haft", so vorsichtig sein zu müssen, wenn man etwas sagt. 

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