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US-Wahlkampf 3,8 Millionen Dollar in einer Stunde: Biden bricht Spendenrekord während des TV-Duells

Für Joe Biden hat sich die völlig aus dem Ruder gelaufene Fernsehdebatte mit Donald Trump gelohnt - zumindest finanziell. Sein Wahlkampfteam verbuchte während des Duells einen Rekord an Spendeneingängen.

Nach dem chaotischen TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden verbietet es sich eigentlich, von einem Sieger zu sprechen. Viele Beobachter machten denn auch eher einen klaren Verlierer der von gegenseitigen Unterbrechungen und persönlichen Angriffen geprägten Debatte aus, nämlich das amerikanische Volk. In einem Punkt konnte Biden während des 90-minütigen Streitgesprächs aber einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen: beim Geld.

Spendenrekord für Biden nach TV-Duell

Die Wahlkampfmannschaft des demokratischen Präsidentschaftskandidaten habe zwischen 22 und 23 Uhr Ostküstenzeit einen Rekordbetrag von 3,8 Millionen Dollar eingenommen, berichten US-Medien unter Berufung auf einen Vertreter des Biden-Teams. Zudem hätten die Demokraten zwischen 23 Uhr und Mitternacht auch ihre bislang größte Summe an Onlinespenden innerhalb einer Stunde verbucht, erklärte demnach ein Parteimitarbeiter, ohne eine bestimmte Zahl zu nennen. Der Spendenansturm begann laut der Nachrichtenplattform "Now This" etwa eine halbe Stunde vor dem Ende des Fernsehduells, das ab 21 Uhr übertragen wurde.

"Joe Biden hat heute Abend direkt zum amerikanischen Volk gesprochen, und es reagiert darauf", sagte Bidens stellvertretende Wahlkampfleiterin Kate Bedingfield gegenüber Reportern. Tatsächlich bestand ein wesentlicher Unterschied zwischen Trump und Biden während der Debatte darin, dass der Herausforderer die Zuschauer mehrfach direkt ansprach, während er in die Kamera blickte.

Die Spendensummen seien ein weiteres Zeichen des Enthusiasmus für den Kandidaten der Demokraten und trügen dazu bei, dass dieser in den letzten Wochen vor der Wahl am 3. November einen finanziellen Vorteil gegenüber Trump habe, kommentierte die Nachrichtenseite "Vox" Bidens finanziellen Erfolg.

Tatsächlich sind die Kassen des Herausforderers mittlerweile deutlich besser gefüllt als die des Amtsinhabers. Bereits nach dem Tod der prominenten Richterin am Supreme Court, Ruth Bader Ginsburg, erlebten die Demokraten einen gewaltigen Spedenschub. Laut der US-Nachrichtenseite "The Hill" kamen vor allem dank zahlreicher Kleinspenden in den Tagen nach dem 18. September mehr als 300 Millionen Dollar zusammen. Und auch der August war mit einem Spendeneingang von 364,5 Millionen Dollar äußerst lukrativ für Bidens Wahlkämpfer. Auch hiervon seien 205 Millionen Dollar, und damit so viel wie nie zuvor, aus kleineren Onlinespenden gekommen, hieß es. Mehr als 1,5 Millionen Amerikaner hätten zum ersten Mal für Biden gespendet.

Biden hatte im August die Afroamerikanerin Kamala Harris als seine Kandidatin für den Vizepräsidentenposten präsentiert. In den Monat fiel auch der viertägige Parteitag der Demokraten, der weitgehend online und als TV-Programm stattfand.

Trump liegt in Umfragen und beim Geld hinten

Donald Trumps Wahlkampfmannschaft hat nach dem TV-Duell keine Zahlen über Spendeneingänge veröffentlicht, dafür aber die E-Mailfächer der Präsidenten-Anhänger geradezu mit Spendenaufrufen geflutet. Und das hat seinen Grund:  Die Republikaner hatten das Rennen ums Weiße Haus zwar mit etwa 1,1 Milliarden Dollar in der Kasse begonnen, aber den größten Teil dieser Summe bereits ausgegeben.

Für den Wahlkampfendspurt hat die Grand Old Party nun weniger Geld zur Verfügung als die Demokraten. Das ist auch deshalb problematisch für Trump, weil er in den Umfragen seit Monaten klar hinter Biden liegt. Und mit dem finanziellen Nachteil wird es für den Präsidenten noch schwieriger, den Rückstand wettzumachen.

Quellen: "Now This""Vox""The Hill"


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