Kämpfe Gewalt im Nahen Osten eskaliert


Israel hat bei den ersten Luftangriffen seit einem halben Jahr zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas getötet. Diese hatte zuvor Israel angegriffenen und droht nun mit Selbstmordanschlägen. Aber auch bei innerpalästinensischen Kämpfen gab es viele Tote und Verletzte.

Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstag einen weiteren Luftangriff im Gazastreifen geflogen und dabei zwei Hamas- Kämpfer getötet. Ein dritter Mann sei bei dem Angriff auf das Auto der Kämpfer schwer verletzt worden, teilte die Hamas in Gaza mit. Bei dem Verletzten handelt es sich um einen ranghohen Militärführer der radikal-islamischen Organisation. Der Wagen war in der Stadt Gaza unterwegs, als er getroffen wurde. Die Hamas drohte mit der Wiederaufnahme von Selbstmordanschlägen in Israel, die sie bis 2004 verübt hatte.

Israel hatte die Luftangriffe wieder aufgenommen, nachdem die Hamas eine Serie von Raketen auf das israelische Grenzgebiet zum Gazastreifen gefeuert hat. Die Luftwaffe bombardierte am Donnerstag auch das Hauptquartier der Hamas-Polizeimiliz in Gaza. Dabei wurden mindestens ein Palästinenser getötet und 30 weitere verletzt.

In Tel Aviv bestätigte die Armee lediglich, dass Angriffe geflogen worden seien. "Es reicht. Israel wird mit Mitteln der Selbstverteidigung seine Bürger vor den Hamas-Raketen schützen", kündigte Regierungssprecherin Miri Eisin vor den Einsätzen der Luftwaffe an.

Bereits am Mittwoch hatten die Israelis bei einem Luftangriff im Süden des Gaza-Streifen fünf Palästinenser getötet. Am Donnerstagmorgen waren zudem einige Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in den Gaza-Streifen eingerückt. Sie hätten jedoch keine Angriffe vorgetragen, sagte eine Armeesprecherin.

Die Hamas wirft Israel vor, mit den Luftangriffen die in den innerpalästinensischen Auseinandersetzungen Partei für die gemäßigte Fatah von Präsident Mahmud Abbas zu ergreifen. Israel bestreitet das. Israel hat wiederholt erklärt, sich nicht in die seit Jahren schwersten Kämpfe um die Vorherrschaft in den Palästinensergebieten einmischen zu wollen, bei denen seit vorigen Freitag mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen sind. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert steht in dem Dilemma, die Angriffe der Hamas auf Israel einzudämmen, ohne sich wie 2006 im Libanon in einen verlustreichen Krieg zu verstricken.

Auch die Kämpfe zwischen Hamas und Fatah, die erst vor zwei Monaten auf Vermittlung Saudi-Arabiens eine Regierung gebildet hatten, dauerten am Donnerstag an. Dabei kam mindestens drei Kämpfer ums Leben. Allein am Mittwoch wurden bei Kämpfen zwischen beiden Gruppen mindestens 16 Menschen getötet.

Abbas sagte wegen der andauernden Gewalt eine geplante Reise in den Gazastreifen ab. Der Präsident wolle warten, bis sich die Lage beruhigt habe, sagte ein hoher Palästinenservertreter in Ramallah. Abbas wollte mit Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas nach Wegen zur Beendigung der Kämpfe suchen. Die Auseinandersetzungen drohen in einen Bürgerkrieg auszuarten.

Die EU-Ratspräsidentschaft forderte ein Ende sowohl der Kämpfe der Palästinenser als auch der Raketenangriffe auf Israel.

DPA DPA

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