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Kampf gegen Baschar al Assad: Syrische Opposition beklagt bis zu 1300 Giftgas-Tote

Syrische Aktivisten verbreiteten Schreckensmeldungen aus dem Umland von Damaskus. Wieder wird der Vorwurf laut, dass Regierungstruppen Giftgas eingesetzt haben - mit furchtbaren Folgen.

Die syrischen Regierungstruppen sollen bei Angriffen auf Dörfer östlich von Damaskus 1300 Menschen getötet und dabei auch Giftgas eingesetzt haben. Das sagte George Sabra, ein Vertreter der oppositionellen Nationalen Syrischen Allianz, am Mittwoch in Istanbul. Die Regierung dementierte den Einsatz von Giftgas.

Zuvor hatten Vertreter der Opposition von deutlich weniger Opfern gesprochen. "Mehr als 650 Tote sind das Ergebnis einer tödlichen Attacke mit Chemiewaffen in Syrien", hieß es in einer Meldung der Nationalen Koalition, der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe, im Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatten bereits mehrere Oppositionsgruppen von einem Giftgaseinsatz der Regierungsarmee in der Region Ghuta nahe der syrischen Hauptstadt berichtet.

Eine Oppositionsgruppe, der allgemeine syrische Revolutionsausschuss, veröffentlichte Videos auf Youtube, die den Giftgaseinsatz belegen sollten. In einer Aufnahme waren Kinder zu sehen, die in einem Krankenhaus behandelt wurden. Andere Bilder zeigten Dutzende Leichen. Die Angaben der verschiedenen Organisationen in Syrien konnten nicht überprüft werden.

UN-Experten sind im Land unterwegs

Der syrische Oppositionschef Ahmad Dscharba verlangte im Satellitensender Al-Arabija eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen des "Massakers" nahe der Hauptstadt. Der britische Außenminister William Hague sagte, sein Land werde die Vorwürfe vor dem Sicherheitsrat erörtern. Er sei "zutiefst beunruhigt" über die Berichte, teilte Hague mit.

Derzeit sind UN-Experten in Syrien tätig, die frühere Berichte über Chemiewaffeneinsätze in dem Bürgerkriegsland prüfen sollen. Ebenso wie Oppositionschef Dscharba forderte der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, die Experten in einer Mitteilung auf, sich "sofort" nach Ghuta zu begeben und die Vorwürfe zu prüfen. Auch der schwedische Außenminister Carl Bildt verlangte auf Twitter, die UN-Inspekteure müssten dringend Zugang zu der Region erhalten.

Nach dem Vorwurf des Giftgaseinsatzes veröffentlichten die syrischen Staatsmedien ein Dementi der Regierung. Diese bestritt allerdings nicht die Angriffe in den Außenbezirken der Hauptstadt, sondern lediglich den Einsatz von Chemiewaffen.

anb/AFP/DPA / DPA