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Nordkorea: Kim Jong Un scheitert mit neuem Raketentest

Der Raketentest ist eine erneute Provokation: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ließ in der Nacht einen Flugkörper abschießen. Der Test lief allerdings nicht wie geplant.

Raketentest

Archivaufnahme eines nordkoreanischen Raketentests aus dem Jahr 2016

Nordkorea hat am Sonntag wie befürchtet eine Rakete getestet, die jedoch unmittelbar nach dem Start explodiert ist. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte das Scheitern: Die Rakete sei "fast sofort explodiert". Der Raketentest erfolgte nur einen Tag nach einer gigantischen Militärparade in Pjöngjang anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung. US-Präsident Donald Trump, der mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht hatte, wurde über den Test informiert.

Welcher Raketentyp genau getestet wurde, war zunächst unklar. Nordkorea habe versucht, eine ballistische Rakete abzufeuern, sagte Dave Benham, ein Sprecher des US-Pazifik-Kommandos, in Washington. Die Rakete sei in der Nähe von Sinpo abgeschossen worden. Nach Beobachtungen des US-Pazifik-Kommandos sei der Raketenabschuss um 11.21 Uhr Hawaiianischer Zeit (23.23 Uhr MESZ) erfolgt.

Atomkrise: Korea-Kim protzt mit Panzer-Parade
Zu Kim Il-sungs Geburtstag wird aufmarschiert. Der Staatsgründer und Großvater des amtierenden Diktators Kim Jong Un wäre heute 105 Jahre alt geworden. Als "Ewiger Präsident" ist er per Gesetz immer noch Staatsoberhaupt - auch wenn er bereits seit 1994 tot ist.

Zu Kim Il-sungs Geburtstag wird aufmarschiert. Der Staatsgründer und Großvater des amtierenden Diktators Kim Jong Un wäre heute 105 Jahre alt geworden. Als "Ewiger Präsident" ist er per Gesetz immer noch Staatsoberhaupt - auch wenn er bereits seit 1994 tot ist.


US-Präsident Trump reagierte bislang nicht 

US-Verteidigungsminister Jim Mattis erklärte, "der Präsident und sein Militärteam" hätten "Kenntnis von Nordkoreas jüngstem erfolglosen Raketentest". "Der Präsident hat keinen weiteren Kommentar", hieß es.  

US-Vizepräsident Mike Pence sollte am frühen Sonntagmorgen in Südkorea eintreffen. Während der bereits seit langem geplanten Reise wird er mit Übergangspräsident Hwang Kyo Ahn zusammentreffen. Am Montag reist Pence weiter nach Tokio. Sowohl Japan als auch Südkorea werden unmittelbar von Nordkorea bedroht und dürften vor militärischen Aktionen der USA warnen, die einen Flächenbrand in der Region auslösen könnten.

Nordkorea verstößt gegen UN-Resolution 

Weltweit war befürchtet worden, dass Nordkorea anlässlich des 105. Geburtstags von Kim Il Sung einen sechsten Atomwaffentest vornehmen könnte. US-Experten zufolge zeigten Satellitenbilder verdächtige Aktivitäten auf dem Testgelände Punggye Ri.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - ein Enkel Kim Il Sungs - hatte allein im vergangenen Jahr zwei Atomwaffentests vornehmen lassen. Gleichzeitig arbeitet die nordkoreanische Führung an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Das stalinistisch geführte Land verstößt damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

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mai/AFP/DPA