HOME

Lippenstift-Diplomatie: Kim Yo Jong in Südkorea - halb Buddha, halb Honigkuchenpferd

Ihr Lächeln wollte gar nicht mehr aus ihren Gesicht weichen: Kein Wunder, denn die Reise von Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, zu den Olympischen Winterspielen dürfte in ihrer Heimat als voller Erfolg gefeiert werden.

Kim Yo Jong mit  Moon Jae In und Kim Yong Nam

Dieser Gipfel wäre vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen: Die Schwester von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, Kim Yo Jong, in Seoul mit Südkoreas Präsident Moon Jae In und dem offiziellen Staatsoberhaupt Nordkoreas Kim Yong Nam

AFP

Ihr Ausdruck changiert zwischen ätherisch, selig und selbstzufrieden. Kim Yo Jong hat auch allen Grund zum Lächeln, denn allein ihr Empfang im Feindesland Südkorea ist ein großer Erfolg für die Diktatur im Norden. Der Besuch der Schwester von Machthaber Kim Jong Un schien eher kurzfristig vereinbart worden zu sein, wurde aber wohl, zumindest im Norden, schon länger vorbereitet. So hatte Kim, Chefin des Pjöngjanger Propagandaministeriums, hunderte von Claqueuren im Schlepptau, deren kuriose Auftritte ganz offensichtlich einstudiert waren. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den "Fans" um äußerst linientreue Anhänger des Kim-Regimes. Üblicherweise entsendet Nordkorea niemanden ins Ausland, bei dem Fluchtgefahr besteht.

Kim Yo Jong, die Lippenstift-Diplomatin

Kim Yo Jong jedenfalls dürfte mit ihrer diplomatischen Lächel-Tour zum schönen Antlitz der hässlichen Herrschaft geworden sein. Zudem hatte sie die angenehme Aufgabe, die Vertreter des Südens ganz offiziell in den Norden einzuladen. Zum Verdruss der Amerikaner übrigens, die die "Lippenstift-Diplomatie" eher als Versuch sehen, einen Keil zwischen ihnen und den südkoreanischen Verbündeten zu treiben.


Themen in diesem Artikel