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Konflikt in Mali: Französische Kampfjets bombardieren Stellungen

Im Visier der Franzosen sind die Stützpunkte und Versorgungszentren der Gotteskrieger. Besonders schwierig ist der Einsatz im Ifoghas-Gebirgsmassiv, wo sich Islamisten mit Geiseln verschanzt haben.

Die französische Luftwaffe hat am Montag ihre Angriffe auf Stellungen der Islamisten im äußersten Norden Malis fortgesetzt. Es gehe darum, die Stützpunkte und Versorgungszentren der Rebellen zu zerstören, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius dem Radiosender France Inter. Zugleich erklärte er, die französischen Streitkräfte wollten sich möglichst rasch wieder aus den befreiten Städten zurückziehen.

Nachdem die französischen Streitkräfte in kurzer Zeit die von den Islamisten kontrollierten Städte Gao und Timbuktu befreit hatten, versuchen die Franzosen gemeinsam mit der malischen und tschadischen Armee bereits seit Tagen, Kidal unter Kontrolle zu bringen. Dutzende Kampfflugzeuge bombardierten am Wochenende Trainings- und Versorgungszentren sowie Waffenlager rund um die letzte Islamistenhochburg.

Fabius erklärte, die Islamisten hätten sich in den Norden und Nordosten zurückgezogen, könnten dort aber dauerhaft nur bleiben, wenn sie sich versorgen könnten. "Deshalb ist die Armee in sehr effektiver Weise dabei, sie davon abzuhalten." Im nahegelegenen Algerien verstärkte die Armee ihre Präsenz an der Grenze, um ein mögliches Eindringen der Islamisten zu verhindern. Der Einsatz gegen die im Ifoghas-Gebirgsmassiv verschanzten Islamisten ist auch deshalb schwierig, weil diese sieben französische Geiseln bei sich haben sollen.

Festnahme von Islamistenführer

Mit der Festnahme eines ranghohen Islamistenführers konnte jedoch bereits ein Erfolg im Kampf gegen die Islamisten im äußersten Norden verbucht werden. Bei dem Festgenommenen handle es sich um Mohammed Mussa Ag Muhamed, die "Nummer drei" der Islamistengruppierung Ansar Dine, teilten malische Sicherheitskräfte am Sonntag mit.

Fabius kündigte an, dass sich die französischen Truppen möglichst rasch wieder aus den befreiten Städten zurückziehen wollten. "Wir wollen schnell von den afrikanischen MISMA-Truppen abgelöst werden", sagte der Außenminister. Der Rückzug aus Timbuktu könne "sehr schnell" erfolgen. In der befreiten Stadt Gao öffneten am Montag erstmals wieder die Schulen.

Die britische Hilfsorganisation Oxfam erklärte, durch die Kämpfe seien wichtige Handelsrouten gekappt worden, wodurch den Märkten die Ware ausgehe. Die Organisation warnte deshalb vor Nahrungsmittelknappheit. Die Welthungerhilfe erklärte, die Menschen seien dringend auf Hilfe angewiesen. In Diabali seien bereits Unterstützungsmaßnahmen angelaufen, weitere Hilfe sei für Timbuktu geplant.

Französische Hilfszahlungen an Mali

Afrikanische Soldaten der Eingreiftruppe MISMA sollen den Einsatz der Franzosen bald weiterführen, ihr Vormarsch kommt aber nur schleppend voran. Frankreichs Präsident François Hollande hatte deshalb bei einem Mali-Besuch am Samstag weitere Unterstützung zugesichert, solange dies nötig sei. Der französische Entwicklungsminister Pascal Canfin kündigte am Montag überdies eine schrittweise Wiederaufnahme französischer Hilfszahlungen an Mali an.

Die internationale Gemeinschaft richtet sich unterdessen auf eine noch Jahre andauernde Instabilität in Mali ein. "Wenn ein Staat auseinander bricht, braucht es Zeit, ihn wieder aufzubauen", sagte ein EU-Vertreter am Montag. In Brüssel findet am Dienstag auf Einladung der EU eine internationale Konferenz statt, auf der über die Lage in Mali beraten wird. An der Konferenz nehmen Delegationen aus Mali, Nachbarstaaten, EU-Ländern sowie von internationalen Organisationen teil.

amt/AFP / AFP